Nocturna – Daughters Of The Night

644918Bewertung
Album (40%): 9/10
Cover-Art (20%): 8/10
Songwriting (40%): 8/10
ø: 8,4/10

Nocturna ist die neue Euro-Metal-Sensation, die sich auf die Kombination der beiden Gründerinnen und Frontfrauen Grace Darkling und Rehn Stillnight konzentriert, die beide auf dem wunderschönen Artwork zu sehen sind.

Diese großen Worte kann man im Pressetext lesen. Aber bleiben wir mal auf dem Boden der Tatsachen. Bands mit zwei Sängerinnen sind nichts Neues. Ich denke dabei u.a. an Coronatus aus Deutschland oder Holy Shire aus Italien. Auch die Orientierung an Vorbildern wie Nihgtwish, Powerwolf oder Within Temptation würde ich nicht unbedingt als Sensation bezeichnen. Die fünf Musiker von Nocturna verbergen sich hinter mehr oder weniger sinnvollen Pseudonymen. Auch das habe ich schon des Öfteren gesehen. Über die Band selbst erfährt man nicht allzu viel. Dafür etwas mehr über Produzent und Artwork-Künstler. Daraus lässt sich schließen, dass Nocturna in Italien beheimatet ist.

021331„Spectral Ruins“ ist ein atmosphärisches Intro. Dominiert von Streichern besitzt es fast schon Film-Soundtrack-Charakter. Aber schon bei „New Evil“ sind harte Riffs zu hören. Natürlich dürfen die epischen Chorusse nicht fehlen. Der Gesang beider Sängerinnen ist klar. Es wird also komplett auf das Rollenspiel „Die Schöne und das Biest“ verzichtet. Sopran und Rockstimme sind deutlich zu unterscheiden. Wobei, der Sopran nicht bis in die höchsten Höhen getrieben wird und somit äußerst angenehm klingt. Dazu kommt noch ein sehr gutes Gitarren-Solo. Die musikalische Waage neigt sich hier also in Richtung Power Metal. „Daughters Of The Night“ startet dann mit thrashig anmutenden Riffs. Erfreulicherweise gibt es auch hier keinen übertriebenen Bombast. Dafür donnert das Schlagzeug aus den Boxen und gibt einen schnellen Rhythmus vor. Nach so viel Power startet „The Sorrow Path“ etwas ruhiger, mit einem Piano-Intro. Später setzt die Rhythmus-Abteilung druckvoll ein. Eine herausragende Power-Ballade. Auch „Sea Of Fire“ gehört eher in den Midtempo-Bereich. Nocturna haben hier wohl einen Song auf das Album gepackt, der bei Rock-Radio-Stationen laufen soll. Nett anzuhören, aber bei weitem nicht so gut wie die Songs davor und danach. Wer glaubt, die Band hätte ihr Pulver bereits verschossen, der wird bei „Blood Of Heaven“ eines Besseren belehrt. Hier wird wieder so richtig losgerockt. Mit der Hymne „In This Tragedy“ folgt dann wohl der Höhepunkt des Albums. Dank Melodie- und Rhythmus-Wechseln hat dieser Song einen leicht progressiven Einschlag. Und ein kurzes Gitarrensolo ist das i-Tüpfelchen. Erneut ein Piano-Intro. „Darkest Days“ beginnt ruhig, bevor ein sperrig anmutendes Riffing für mehr Druck sorgt. Später dann hochmelodisch, mit Mitsing-Refrain. Erinnert mich irgendwie an frühe Xandria. Nach dem kurzen instrumentalen, symphonischen Zwischenspiel „Nocturnal Whispers“ endet das Album mit einem echten Kracher. Das epische „The Trickster“ erinnert an Nightwish in ihren besten Tagen, mit Tarja am Mikrophon. Ein krönender Abschluss.

Das Label hat eine „Euro-Metal-Sensation“ versprochen. So weit würde ich nicht gehen.  Aber bei „Daughters Of The Night“ vereinen sich die besten Tugenden des Symphonic Metal. Erfreulicherweise kommen die Songs ohne übermäßigen Bombast aus. Bei vielen Songs wird man an die großen Bands früherer Jahre erinnert. Und das ohne wie eine billige Zweitverwertung zu klingen. Dazu eine druckvolle und zugleich glasklare Produktion. Ein überzeugendes Debüt-Album. Nocturna haben das Zeug dazu, in die übergroßen Fußstapfen ihrer Vorbilder zu treten.

Nocturna New Evil (Official Video): https://youtu.be/wGvEr4vtOK0

Lineup:

Grace Darkling – Vocals
Rehn Stillnight – Vocals
Hedon – Guitar
Antares – Bass
Deimos – Drums

Label: Scarlet Records

VÖ: 21. Januar 2022

Spieldauer: 38:10

Titelliste:

  • Spectral Ruins
  • New Evil
  • Daughters Of The Night
  • The Sorrow Path
  • Sea Of Fire
  • Blood Of Heaven
  • In This Tragedy
  • Darkest Days
  • Nocturnal Whispers
  • The Trickster

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