J.B.O. – Planet Pink

JB_PP_C_3000x3000Bewertung
Album (40%): 10/10
Cover-Art (20%): 9/10
Songwriting (40%): 8/10
ø: 9/10

J.B.O. sind seit über 30 Jahren die anerkannten Fachkräfte für lautstarken Eskapismus auf allerhöchstem Niveau.

Und das machen sie auf ihre ganz ureigene Art und Weise. Durch Covern großer Hits aus so ziemlich allen musikalischen Bereichen. Und durch das Anreichern dieser Songs mit ihren Blödeleien. In letzter Zeit kamen auch verstärkt Eigenkompositionen dazu. Unter anderem auch, weil ihnen häufig nicht die Genehmigung erteilt wurde, solche Hits zu covern und „mit ihren eigenen Texten zu versauen“ (Zitat aus „Alles nur geklaut“. Cover des gleichnamigen Songs der Prinzen auf dem Album „Deutsche Vita„, 2018). Eigentlich sollte „Planet Pink“ bereits im März erscheinen. Aber Verzögerungen bei der Produktion der Vinyl-Scheiben und der Fan-Boxen sorgten für eine Verzögerung. 

JB_PP_P13_c_Gregor_WiebeDas Album startet gleich mit dem Cover eines Platinsellers. OK, mit dem Original „Blue (Da Ba Dee)“ von Eiffel 69 kann ich überhaupt nichts anfangen. Aber man kann ja zum Glück so ziemlich alles auf Metal-Niveau heben. So klingt eben „Planet Pink“ um Klassen besser. „Alles ist Pink“, also ziehen wir doch kurzerhand auf den neu entdeckten Planeten. Und ja, auch das ist voll aus dem Leben gegriffen: „Rockmusik Hat Mich Versaut“. Und nicht nur die Musiker von J.B.O. Dieser Song ist eine Eigen-Komposition, genau wie das später zu hörende zweideutige „Einhorn“. Aber gemach, zunächst gibt es einen zweiten Megaseller zu hören, Wer kennt ihn nicht, den Welthit „Music“ von John Miles. In der J.B.O. Version heißt er jedoch „Metal Was My First Love“. Nach einem zunächst fast originalgetreuen Start packt die Band später die Metal-Keule aus. Und das ist einer der wenigen Songs, der in Englisch gesungen wird. Und dann scheinen die Musiker selbst überrascht, dass sie nach mehr als dreißig Jahren „Immer Noch Am Leben“ sind. Und sie zählen auf, wen bzw. was sie alles bereits überlebt haben. Sie haben eben „den Karren immer wieder aus dem Dreck gefahren“. Und selbst die Jahrtausendwende könnte den musikalischen Lauf der Band nicht aufhalten. Nach dem bereits schon erwähnten „Einhorn“ gibt es zwischen den beiden Sängern Hannes und Vito einen Sketch („Expedition ins Geistreich“), der mich ungemein an die beiden DDR-Komiker Rolf Herricht und Hans-Joachim Preil erinnert. Einfach nur köstlich. Und bei „Klassiker“ treten J.B.O. in jedes nur erdenkliche Fettnäpfchen. Schlechte Kalauer, billige Kneipenwitze erstrahlen hier in einem ganz neuen Licht. Eröffnet wird das Ganze mit einer Heavy-Metal-Version des Anfangs-Motivs der 5. Sinfonie (c-Moll, Opus 67) von Ludwig van Beethoven. Bei „MiMaMetal“ wird ein schon nicht ganz ernst zu nehmendes Kinderlied hergenommen, um die klischeebehaftete Geschichte eines Metal-Musikers zu erzählen. Könnte so oder so ähnlich auch im wahren Leben passiert sein. Ganz zum Schluss wird es in „Volks-Prog“ so richtig chaotisch. Hier wird Progressive Metal richtig auf die Spitze getrieben. Das ist alles drin, bayrische (und andere) Volksmusik (stilecht mit Akkordeon“), Thrash und Death-Metal Passagen. Eigenwerbung (in schwäbischer Mundart). Also bucht doch einfach mal J.B.O. für private Feste. 

„Planet Pink“ ist genau das richtige Album für trübe Stunden. Die Texte können so manches Lächeln ins Gesicht zaubern. Bei aller Blödelei darf man jedoch nicht vergessen, dass hier großartige Musiker am Werk, die zwar sich und ihre Musik nicht so Bierernst nehmen. Aber meines Erachtens trotzdem ein musikalisch hochwertiges Album produziert haben. Man sieht und hört sich auf dem rosa Planeten!

J.B.O. – Metal Was My First Love: https://youtu.be/Ly9q31JprPM

Lineup:

Vito C. – Vocals, Guitar
Hannes „G.Laber“ Holzmann – Vocals,Guitar
Ralph Bach – Bass
Wolfram Kellner – Drums

Label: AFM Records

VÖ: 15. April 2022

Spieldauer: 43:36

Titelliste:

  • Planet Pink
  • Rockmusik Hat Mich Versaut
  • Metal Was My First Love
  • Immer Noch Am Leben
  • Einhorn
  • Expeditionen Ins Geistreich
  • Klassiker!
  • Nicht Doof
  • Mi-Ma-Metal
  • Glaub Mir Lieber Nicht
  • Wir Kommen Alle In Die Hölle
  • Volks-Prog

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