Golgotha – Mors Diligentis

Golgotha - Mors Diligentis 12x12cmBewertung
Album (40%): 10/10
Cover-Art (20%): 8/10
Songwriting (40%): 9/10
ø: 9,2/10

Wer Palma de Mallorca hört, der denkt häufig an alkohollastige Parties am Ballermann. Aber auf der Lieblings-Urlaubsinsel der Deutschen gibt es aber auch eine Heavy Metal Szene. Hier ein Beispiel. Golgotha sind eine Doom Metal Band. Und sie haben eine Besonderheit. Zwei Sängerinnen, eine für den Klargesang und eine für die bösen Growls. Gegründet wurden Golgotha bereits im Jahr 1992 von Gitarrist Vicente J. Payá. Die Band war dann bis 2005 mit wechselnder Besetzung aktiv. In dieser Zeit wurden zwei EPs und drei Alben veröffentlicht. Dann war offensichtlich die Luft raus. Nach neunjähriger Pause ging es dann weiter, wiederum mit neuem Lineup. 2018 wurde die EP „Arise“ veröffentlicht. Das Album „Erasing The Past“ folgte 2019. Nachdem Original-Sänger Amón 2022 die Band verließ, gönnte sich die Band eine weibliche Doppelspitze am Mikrophon. Das Ergebnis kann man auf „Mors Diligentis“ hören.

Golgotha - Photo 2022_a„My Burden“ startet wie erwartet, ruhige kraftvolle Riffs mit tiefergestimmten Gitarren. Zunächst kann man den klaren Gesang von María J. Lladó genießen. Sie singt in tieferen Tonlagen. Und die Growls von Miriam Vallés sind abgrundtief böse. Ein Sound der so gar nicht zu der sonnigen Insel im Mittelmeer passen will. Und genau das finde ich äußerst beeindruckend. „Our Trust Betrayed“ klingt schon etwas beschwingter, aber nicht weniger druckvoll. Der Gesang von María wirkt noch klarer als zuvor. Aber dann reißt Miriam den melodischen Sound etwas nach unten. Alles begleitet von dunklen Riffs. Aber auch die eigentliche Gitarren-Melodie klingt düster. Aber schon bei „Farewell Humanity“ ist es mit jeglicher Heiterkeit vorbei. Das Tempo wird wieder stark verlangsamt, bis hin zur Grenze des Funeral Doom. Lediglich der elfenhafte Gesang sorgt für den einen oder anderen Lichtblick. Und der Wechsel zwischen getragenen entschleunigten sowie schneller gespielten epischem Doom setzt sich mit „Waiting For My Death“ fort. „Unconditional Love“ startet mit Piano-Klängen. Was später folgt, wäre auf anderen Metal-Alben die Ballade. „Alone In The Dark“ tendiert dann erneut in Richtung epischer Doom. Mit schönen Gitarren-Melodien. Akustische Gitarren zu Beginn von „Viper Tongue“ sorgen zunächst für eine leicht besinnliche Atmosphäre. Später ist der Song ruhig, aber auch episch. Im von Streichern geprägten Schlussong „We the Demons“ sind große Chorusse zu hören.

„Mors Diligentis“ ist ein Album so ganz nach meinem Geschmack. Doom Metal wird häufig kombiniert mit viel Epik. Teilweise klingt der Sound sogar bombastisch. Allerdings ohne den Doom-Charakter verkleistern. Und die eingangs erwähnte doppelte weibliche Gesangsbeschallung (Klargesang und Growls) passt sehr gut dazu. Für mich eine der großen Neuentdeckungen in diesem Jahr. 

Golgotha – Waiting For My Death (Official Lyric-Video): https://youtu.be/AhNc8qHVZ2Q

Lineup:

María J. Lladó – clean Vocals
Miriam Vallés – Guttural Vocals
Vicente J. Payá – Guitars
Andrew Spinosa – Bass
Tomeu Crespí – Drums

Label: Xtreem Music

VÖ: 25. Oktober 2022

Spieldauer: 48:52

Titelliste:

  • My Burden
  • Our Trust Betrayed
  • Farewell Humanity
  • Waiting For My Death
  • Unconditional Love
  • Alone in the Dark
  • Viper Tongue
  • We the Demons

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