Bewertung
Album (40%): 10/10
Cover-Art (20%): 9/10
Songwriting (40%): 9/10
ø: 9,4/10
Nach „Spreading The Wings Of Hope“ folgt das nächste düstere Album von Golgotha aus Mallorca. Der Vorgänger von „Hubris“ liegt gerade mal zwei Jahre zurück. Auch das 2022er „Mors Diligentis“ reiht sich in diesen Zwei-Jahres-Rhythmus ein. Da die Besetzung seit „Spreading The Wings Of Hope“ weitestgehend unverändert ist (lediglich Schlagzeuger Rafel Garcies ist neu in der Band), konnten die Musiker in Ruhe an neuem Material arbeiten.
Um die reale und lebendige Düsternis von Hubris einzufangen, wandten sich Golgotha an den Produzenten Davide Billia (Antropofagus, Beheaded, Posthuman Abomination etc.), dessen Mitwirkung die Band als „entscheidend für die Gestaltung der Kraft und des Charakters, die wir uns für dieses Album gewünscht haben“ bezeichnet.
Man darf also gespannt auf das aktuelle Werk sein.
Mit melancholisch wirkendem klarem Gesang startet „A Simple Life“. Auch wenn später ruhige, aber knallende Gitarren und böse Growls einsetzen, bleibt es bei der melancholischen Grundstimmung. „The Weight Of The Weak“ ist ein klein wenig schneller. Teilweise sorgen Double Bass Passagen für eine weitere Tempo-Verschärfung. Erneut dominiert zuerst klarer Frauengesang. Die Stimme von María J. Lladó hat einen hohen Wiedererkennungswert. Später kommen die bitterbösen Growls dazu. Harscher Gesang, der direkt aus den tiefsten Tiefen Hölle zu kommen scheint, leitet „Broken Toy“ ein, begleitet von majestätisch wirkenden dunklen, harten Riffs. Aber María sorgt wieder für ein gerüttet Maß an Melancholie. Langsam, aber aggressiv, „Empty Minds“ jagt einem förmlich eiskalte Schauer über den Rücken, die Nackenhaare stellen sich auf. Die Riffs zu Beginn von „Too Late“ klingen fast beschwingt. Aber nur kurz, dann folgen harte Riffs und die Growls von Andrew Spinoza im Wechselspiel mit dem ätherischen Klargesang. Die Krönung ist ein starkes Gitarren-Solo, das aus dem ruhigen Doom-Bereich etwas ausbricht. Auch „Blind“ startet zunächst fast beschwingt. Aber der bald einsetzende trübt die Stimmung sofort. Die druckvollen Riffs und die Gitarren-Melodien zu Beginn von „Fire In The Shadows“ sind deutlich schneller als zuvor. Dahingegen ist der Schlusssong „Intolerance“ getragen und sehr doomig.
Mit „Hubris“ konnten die Mallorquiner und die Mallorquinerin das Niveau des Vorgängers ganz klar halten. Sie lassen sich nicht von aktuellen Mode-Strömungen beeinflussen, sondern ziehen ihr Ding konsequent durch. Diese Konstanz ist beeindruckend, aber auch die relative Konstanz der Besetzung. Seit ihrem Comeback-Album „Erasing the Past“ (2019) haben uns Golgotha aller zwei bis drei Jahre mit neuem Material verwöhnt. So kann es durchaus weitergehen.
Golgotha – A Simple Life: https://youtu.be/nHgP3G-OvxE?si=bscXjTTFZw6pVVxr
Lineup:
Vicente J. Paya – Guitar, Keyboards, Vocals
Andrew Spinoza – Bass, Harsh Vocals
Rafel Garcies – Drums
María J. Lladó – Clean Vocals
Dan Garcia – Guitars
Label: Abstract Emotions
VÖ: 24. April 2026
Spieldauer: 41:16
Titelliste:
- A Simple Life
- The Weight Of The Weak
- Broken Toy
- Empty Minds
- Too Late
- Blind
- Fire In The Shadows
- Intolerance
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