Magnum – The Monster Roars

CoverBewertung: 8,5/10

Autor: Erich Robbers (Rockcastle Franken)

Etwas überraschend wurde das 22. Album der britischen Melodic Rocker Magnum „The Monster Roars“ angekündigt. Genauso überraschend das dazugehörige teuflische Albumartwork, so gar nicht in der Tradition der Rodney Matthews-Fantasygemälde vergangener Alben. Und auch wenn beispielsweise das letzte Album „The Serpent Rings“ sehr gut in der Presse wegkam, so richtig begeistern konnten Magnum trotz aller nach wie vor vorhandenen Qualitäten nicht mehr. Doch „The Monster Roars“ macht in meinen Augen wieder vieles richtig. Zum einen fühlt man sich aufgrund der erdig rockenden Basis fast schon an die Frühwerke der Band erinnert und zum anderen hat man es diesmal mehr verstanden, auch mit ungewöhnlichen Klängen den alten Spirit zu beleben.

Dabei kommt diese hardrockige Ausrichtung der nach wie vor markanten Stimme von Bob Catley zugute. Die epischen klaren Höhen bekommt der gute Bob seit geraumer Zeit nicht unbedingt mehr so gut hin, ein zweites „Wings of Heaven“ oder „Vigilante“ ist daher sowieso eher unrealistisch. Für dieses Album kann man Catley aber absolut gratulieren, denn der Gesang passt hier wieder angenehm hervorragend.

Der Opener und Titelsong beginnt mit Piano/Gesang und wechselt im Verlauf von rauhen Magnum-Frühphasen-Parts zu Piano-Melodien. Bereits hier erinnern Magnum ein wenig an ihre Anfangszeit, wenn auch in modernerem Soundgewand. Daß Tony Clarkin über die Jahre natürlich nichts an der Gitarre verlernt hat, zeigt er beispielsweise beim starken Solo, verfeinert mit symphonischen Backs. Die tiefen Töne erzeugt auf diesem Album übrigens erneut Dennis Ward.

Von wunderbaren Tastenklängen (Rick Benton) begleitet liefert auch der folgende eingängige Refrain-Rocker „Remember“ viel altes Magnum-Flair mit einigen Breaks, flotten Drums, Streichern im Background und ein virtuoses Piano-Ende. „All You Believe In“ sorgt danach für melancholischere Stimmung, wie man sie bei Magnum auch oft erlebt. Sehr melodisch und bewegend merkt man in jeder Faser die absolute Reife der Band und traumhafte musikalische Umsetzung. Melodic Rock-/AOR vom Feinsten.

Für Aufsehen sorgt sicherlich „No Steppin‘ Stones“. Mit Stimmengewirr beginnend keimt urplötzlich Applaus auf und Bläser kommen zum Einsatz. Ein ungewöhnlicher Swinger für Magnum-Verhältnisse, dem man noch diverse Keyboard-Spielereien spendiert hat. Toll, das die Briten wieder Mut zu Überraschungen haben und damit zu begeistern wissen. Ein weiterer Höhepunkt ist das wunderschöne „Your Blood Is Violence“ mit gediegenem Start, aber hardrockender Gitarre. Ein meist langsamer Melodic Rocksong mit tollem Refrain.

Der Rest ist typisches Magnum Futter, das immer wieder Rückbesinnungen auf die Frühzeit der Band zulässt. Balladeske Momente wechseln mit straight flotten Passagen oder Songs ab, immer im unverkennbaren Magnum Gewand. Epische Momente wie bei „The Day After The Night Before“, verträumte Melodien bei „That Freedom Word“, Spoken Words und als wuchtiger Stampfer daherkommend wie bei „Come Holy Men“ und zu guter Letzt als Akustik-Gitarren getriebener Classic Rock mit amtlichem Wah-Wah-Solo bei „Can’t Buy Yourself A Heaven“….es ist endlich wieder mal ein Magnum Album, das von vorne bis hinten überzeugt.

Meiner Meinung nach machen Magnum mit „The Monster Roars“ und einem Schritt zurück in die Anfangszeit einiges wett, was zuletzt vielleicht etwas verloren ging. Ohne aber die Fans, welche erst mit den letzten Alben in Berührung kamen, zu vergraulen. Magnum bieten sowohl alt als auch neu viel Gutes und lassen mit „The Monster Roars“ ein wirklich starkes Spätwerk vom Stapel.

Magnum – I Won’t Let You Down: https://youtu.be/WrUnYyl0nYA

Lineup:

Tony Clarkin – Guitar
Bob Catley – Vocals
Rick Benton – Keyboards
Dennis Ward – Bass
Lee Morris – Drums

Label: Steamhammer / SPV

VÖ: 14. Januar 2022

Spieldauer: 58:42

Titelliste:

  • The Monster Roars
  • Remember
  • All You Believe In
  • I Won’t Let You Down
  • The Present Not the Past
  • No Steppin‘ Stones
  • That Freedom Word
  • Your Blood Is Violence
  • Walk the Silent Hours
  • The Day After the Night Before
  • Come Holy Men
  • Can’t Buy Yourself a Heaven

Hier geht’s zum Original-Artikel
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