Vanaheim – Roede Voor De Borst

Bewertung
Album (40%): 8/10
Cover-Art (20%): 9/10
Songwriting (40%): 9/10
ø: 8,6/10

Die internationale Folk Metal Karawane Vanaheim hat ihre Wurzeln im „Land der weiten Sicht“, nämlich in der niederländischen Stadt Tilburg. Seit ihrer Gründung im Jahr 2015 ist das Quintett auf einer unendlichen Reise durch fremde Länder, um eigene Volksmärchen zu verbreiten.

Und in diesen elf Jahren gab es auch wenige Besetzungswechsel. Lediglich auf der Position des Gitarristen. Aber Michael van Eck ist auch bereits seit 2017 an Bord. Und die Violinistin Rikke Linssen stieß 2022 zur Band. Davor war dieses Instrument nicht bzw. nicht fest besetzt (Quelle: Encyclopaedia Metallum). 2022 War auch das Jahr, in dem das Debüt-Album „Een verloren verhaal“. In den Jahren davor wurden lediglich zwei EP veröffentlicht. Als kleine Appetitshäppchen haben Vanaheim in diesem Jahr zwei Singles aus dem aktuellen Album „Roede Voor De Borst“ ausgekoppelt. Wenn man diese Titel so liest (wie auch die Song-Titel) ist wohl klar, dass die Texte in der Muttersprache der Band abfasst worden sind. Auf dem Album sind Gastmusiker wie Coen Janssen von Epica und Nils Fischer von Eluveitie zu hören, die den Sound der Band mit ihren Beiträgen auf allen neuen Tracks bereichern.

„Geestenmist“ (auf Deutsch „Geisternebel“) beginnt mit einer klassischen Folk-Einleitung. Dann erschallt das kratzige Organ von Sänger Zino van Leerdam, begleitet von der hart und laut spielenden Rhythmus-Abteilung, sowie von epiuschen Chorussen. Die Melodien sind häufig sehr eingängig. Bei „Kroos en Slijk“ („Seegras und Schlamm“) werden die harten Riffs zunächst von Double Bass unterlegt. Wobei auch hier wieder ein gerüttet Maß an Epik zu hören, mit eingängigem Chorgesang und maritimen Klängen. Rikke Linssen bereichert den Sound mit ihrem Violinen-Spiel. Violine und Piano leiten das etwas ruhigere „Het Laatste Licht“ („Das letzte Licht“) ein. Der kratzige Gesang wird von epischen Chorussen und Folk-Instrumentierung sowie Streicher-Teppichen konterkariert. Dazu gibt es einen Refrain, den man sicherlich mitsingen kann. Bei „Eendracht Maakt Macht“ („Einigkeit macht stark“) geht dann die Post ab. Neben dem folkloristischen Einschlag gibt es auch eine leichte Speed- / Thrash-Schlagseite. In Kontrast dazu sind Akkordeon Klänge zu hören. Vokalisen und leiser Sprechgesang stehen am Anfang von „De Overtocht“ („Die Überfahrt“). Aber so bleibt es auch hier nicht, schon bald knallen Riffs und Schlagzeug aus den Boxen. Epische Keyboards und der raue Gesang sind der Garant für die Folk-Atmosphäre. Der Titelsong „Roede voor de Borst“ („Eine Lanze brechen“ – das ist nur eine mögliche Übersetzung) bildet den krönenden Abschluss. Zunächst sind akustische Gitarren und ein Akkordeon zu hören. Dann wird erneut in Thrash-Folk-Gefilde gewechselt. Es bleibt aber zumeist melodisch.

Wenn ich Folk Metal höre, dann bin ich zunächst etwas skeptisch. Häufig dominieren dabei Tröten Flöten und Dudelsäcke. Das ist bei „Roede voor de Borst“ doch etwas anders. Traditionelle Instrumente werden dezent und vor allem songdienlich eingesetzt. Auch das Violinen-Spiel von Rikke Linssen ist kein übliches Folk-Gefiedel. Die Betonung liegt tatsächlich auf Metal, der durch diverse Folk-Elemente angereichter wird.

Vanaheim – De Overtocht: https://youtu.be/8L_9-T8PPJY?si=OmYgz3gUCtyyyXpZ

Lineup:

Zino van Leerdam – Vocals
Michael van Eck – Guitar
Mike Seidel – Bass
Rikke Linssen – Violin
Bram Trommelen – Drums

Label: Fireflash Records / Edel

VÖ: 04. September 2026

Spieldauer: 38:45

Titelliste:

  • Geestenmist
  • Kroos en Slijk
  • Het Laatste Licht
  • Eendracht Maakt Macht
  • De Overtocht
  • Roede voor de Borst
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