Leatherwitch – First Spell

Bewertung: 7/10

Autor: Erich Robbers (Rockcastle Franken)

Wer bei Leatherwitch, der neuen musikalischen Angelegenheit von Sängerin Marta Gabriel, unweigerlich an Crystal Viper denkt, liegt natürlich nicht verkehrt. Die Stimme von Marta ist halt für Crystal Viper prägend gewesen und so selbstredend auch für Marta’s neue Spielwiese. Klar, der Bandname steht im Prinzip für sie selbst und da sie neben Gesang auch Gitarren, Bass und Drums eingespielt hat und nur Guiseppe Taomina für ein Gast-Gitarrensolo dazugeholt hat, sprechen wir eigentlich ja nicht von einer richtigen Band, sondern eher von einem Soloprojekt, das mit „First Spell“ nun eine erste Studioscheibe vorlegt.

Musikalisch liegt Leatherwitch auch nicht so weit weg von Crystal Viper, frönt aber mitunter dem klassischen 80er Heavy Metal der Marke Helloween und, auch nicht unerheblich, mehr dem europäischen Powermetal der heutigen Zeit. Mit ordentlich Speed geht’s dann auch los mit „Heroes And The Dice“. Der Helloween Gedanke kommt einem sofort und lediglich die Stimme Marta’s hebt sich davon an. Allerdings sticht der Solo-Charakter ebenfalls gleich durch. Die Gitarrenriffs – u. Rhythmen sind handwerklich ok, kommen aber etwas dünn rüber. Auch die teils auf sehr wuchtig getrimmten Drums, stehen mehr für Untermalung denn für eigentändiges Instrument. Nicht auszuschliessen, das hier der ein oder andere Rhythmus aus dem Rechner kommt.

Die an Fantasy-Themen angelegten Lyrics lassen wir mal außen vor. Vielmehr interessiert die Musik und da kommt auch in den anderen sieben Songs wenig Aufsehenerregendes bei rum. Tracks wie „Beast Inside“, „Silver Stallion“ oder das fast achtminütige „The New Beginning“ lassen neben speediger Grundausrichtung auch mal einen Schuß Epik zu. Bei einem Song wie „Tons Of Steel“ kann man schon vom Titel her erahnen, wo die Reise hingeht. Wie gesagt, das ist alles annehmbar gespielt, die Refrains schielen mehr in Richtung Powermetal und der Leder-/Kuttenträger wird einigermaßen zufiedenstellend bedient. Die Homogenität und Dynamik einer richtigen Band, wie es eben bei Crystal Viper der Fall war, fehlt mir aber ein gutes Stück weit.

Von Bart Gabriel (wem sonst…) produziert, passt der Sound von „First Spell“ natürlich. Die Power und Ausgewogenheit der einzelnen Instrumente geben keinen Anlass zu meckern. Aber die Songs stehen halt doch eine Klasse unter denen von Crystal Viper. Und die Bonus-Nummer „Ride The Sky“ vom Helloween Album „Walls Of Jericho“ spiegelt zwar wieder worauf das Album abzielt, richtig glänzen kann Marta Gabriel damit aber auch nicht. Und das legendäre Fanfaren-intro auf Synthies zu packen ist fast schon als frevelhaft zu bezeichnen. Unterm Strich kann man Leatherwitch schon dem geneigten Metal-Fan klassischer Art empfehlen, an Crystal Viper Niveau reicht’s aber definitiv nicht ran.

Leatherwitch – Beast Inside: https://youtu.be/PcSYmmww3rk?si=3CMZ8aCRUpOwZixv

Lineup:

Marta Gabriel – Vocals, All Instrumnets

Guests:

Guiseppe Taomina – Guitar Solo on „Beast Inside“

Label: Listenable Records

VÖ: 29. Mai 2026

Spieldauer: 36:34

Titelliste:

  • Heroes And The Dice
  • Beast Inside
  • Bound By The Night
  • Silver Stallions
  • Living In The Fast Lane
  • The New Beginning
  • Two Tons Of Steel
  • In The Middle Of The Night
  • Ride The Sky (Bonus Track)

Hier geht’s zum Original-Artikel

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