ANA – Motivated By Death

Bewertung: 8,5/10

Melbourne ist seit langem ein Schmelztiegel für Innovationen im Bereich der Heavy-Musik, aber ANA definiert derzeit die stilistischen Grenzen des Genres neu.

Das könnte man bereits auf der EP „The Art Of Letting Go“ hören. Kurz darauf hatte ich die Gelegenheit, Sängerin Anna Hhristenko und Gitarrist Josh Mak zu interviewen, Ich hatte die EP seinerzeit als gelungen bezeichnet. Und ich war natürlich gespannt auf das erste Album, das nun unter dem Namen „Motivated By Death“, das ebenfalls unter dem Eclipse Records Banner erscheint.

„Hate Me“ startet mit einem kurzen Intro – Glocken, Gitarren, Streicher. Aber nur für ca. eine halbe Minute, dann ballert das Schlagzeug los und treibt die Gitarre an. Anna Hristenkos Gesang klingt zunächst leicht verfremdet. Aber schon bald kann man ihre stimmlichen Fähigkeiten bewundern. Während dahinter die Synthies für ein wenig Hektik sorgen. Diese springt ein wenig auf das Gitarren-Solo über. Zu Beginn von „Shadow Of Life“ gibt es kurz gesprochene Worte zu hören. Aber schon bald sorgen die Gesangs-Harmonien für einen eingängigen Rock-Song. Das rhythmische Schlagzeug gibt den Takt vor. „Following The Wind“ hat eine kräftige Basslinie als Einleitung. Gesang und instrumentale Begleitung wirken ein wenig gehetzt. Dazu tragen auch die Synthies bei. Der Refrain ist dann eingängiger. „You Loved Me More Than I Love Myself“ ist eine ruhige Power-Ballade mit Annas betörendem Gesang. Ruhiges Schlagzeug, getragene Riffs sowie Streicher und akustische Gitarren sorgen für eine kontemplative Atmosphäre. Bei „Eyes Of A Child“ gehen ANA ein hohes Tempo. Vor allem Schlagzeuger Andres Felipe Martinez Osorio treibt seine Mitstreiter an. „Sick Love“ ist die eine sehr besinnliche Ballade. Anna wird nur von e-Piano und Streichern begleitet. Erst gegen Ende setzt die Rhythmus-Fraktion kraft ein. Der absolute Ruhepunkt des Albums. Ein Metronom ein Gong – so startet „Papa“. Was wir dann hören, ist eine große Metal-Hymne. Aber nicht durchgängig. Gegen Ende singt Anna Hristenko hektisch und dissonant. Dies wird dann durch ein starkes Gitarren-Solo und melodischen Refrain abgelöst.  Den Schlusspunkt setzt das System of A Down Cover „Aerials“ (vom zweiten Studioalbum „Toxicity“, 2001). Auf die Wind-Effekte zu Beginn wurde zwar verzichtet, aber ansonsten wurde das Original doch gut getroffen. Gesang und Gitarren wirken teilweise etwas härter. 

Auf „Motivated By Death“ ist zwar symphonischer Power Metal zu hören. Aber ANA loten dessen Grenzen sehr weit aus. Wie schon auf der EP wird auf ausufernden Bombast verzichtet. Und es gibt diverse Passagen, die durchaus disharmonisch wirken. Selbst bei den beiden Balladen Balladen klingt dies deutlich an. Das Songwriting ist demzufolge abwechslungsreich und bietet immer wieder Überraschungen. Sollte ich das Album in eine Schublade stecken müssen, würde ich das Wort-Ungetüm „Symphonischer Alternativer Power Metal“ verwenden.

ANA – Hate Me: https://youtu.be/I5exBdSLQ2s?si=fnDVRlgvRkw-JZqN

Lineup:

Anna Hristenko – Vocals
Josh Mak – Guitar
Cody Lamb – Bass
Mark Shi – Keys
Andres Felipe Martinez Osorio – Drums

Label: Eclipse Records

VÖ: 29. Mai 2026

Spieldauer: 34:41

Titelliste:

  • Hate Me
  • Shadow Of Life
  • Following The Wind
  • You Loved Me More Than I Love Myself
  • Eyes Of A Child
  • Sick Love
  • Papa
  • Aerials (System of A Down cover):

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