Rebellion – We Are The People

Rebellion - We The People - FrontBewertung
Album (40%): 8/10
Cover-Art (20%): 8/10
Songwriting (40%): 9/10
ø: 8,4/10

Offensichtlich lieben es die Power Metaler von Rebellion Konzept-Alben zu schreiben. Nach den historischen Ausflügen zu den alten Sachsen und in die Gefilde der klassischen (Shakespeare-) Literatur gehen die Musiker nun zurück in eine etwas jüngere Vergangenheit. Dieses Mal wird der Zeitraum von der französischen Revolution bis nach dem zweiten Weltkrieg abgedeckt. Ungewöhnlich für Rebellion ist hier aber ein klares politisches Statement. Die Kernaussage, das Rassismus und Nationalismus die Hauptschuld an Kriegen und den damit verbundenen tausendfachen Leid tragen, ist leider immer noch brandaktuell. Bisher ist es Rebellion aber immer gelungen, trotz allen Konzepts hörenswerte und spannende Musik zu komponieren. Schauen wir doch mal, ob sie dies auch auf “We Are The People” fortsetzen können.

AP2DtxOGSchon wieder Kriegs- und Schlachtgesänge? Ja und nein. Einer der wesentlichen Unterschiede zu Bands wie Sabaton oder Civil War ist die kritische Note in Text und Musik. So hört man beim Intro “Voices Of War” tatsächlich Stimmen (mehrsprachig) und keine bombastische Ouvertüre. Danach powern die Musiker bei “Risorgimento (Tear Down The Walls)” richtig los. Aber ebenfalls ohne Bombast, sondern im Stile klassischer Metal Bands. Die Nähe zu den Ursprüngen (Grave Digger) sind nicht zu überhören. Michael Seifert klingt tatsächlich nach Chris Boltendahl. Die Themen sind so vielfältig, Wie die tatsächlichen Zeiträume, die herausgepickt wurden. Ob Zweiter Weltkrieg oder Französische Revolution (“Liberté, Égalité, Fraternité”). Die Missstände der jeweiligen Zeit werden gnadenlos aufgedeckt. Natürlich kommt auch die Musik auf “We Are The People” nicht zu kurz. Aggressives antreibendes Schlagzeugspiel, harte Riffs, rauer Gesang und immer wieder geniale Gitarrensoli. Immer kommen auch, ja wie soll ich es ausdrücken, “klassische Kriegsgeräusche” zum Einsatz. Man hört Marschtrommeln, marschierende Soldaten, Pferdegetrappel, Geschütz- und Maschinengewehr-Feuer, Propaganda-Reden. Bei “Vaterland” wird die deutsche Nationalhymne – das Deutschlandlied – angespielt. Allerdings wurde die Lyrics stark modifiziert, als massive Kritik an der deutschen Großmannssucht, dem deutschen Nationalismus zur Kaiserzeit. Hervorragende Riffs sind dann bei “Ashes Of Light”. Ganz zum Schluss deutet Michael Seifert an, dass er mehr kann als nur kratzigen Gesang. Die hohen Metal Screams sind spitze. Warum gibt es davon nicht mehr zu hören? Erhabene Riffs hört man dann bei “Gods Of War”. Aber keine Angst, mit dem gleichnamigen Song von Manowar hat dies nichts zu tun. Neben den beiden zuletzt genannten Tracks gehört “World War II” zu den Highlights des Albums. Dieser wurde übrigens von Gründungsmitglied Uwe Lulis (Accept) geschrieben. Er übernahm auch gleich die Rhythmus-Gitarren sowie ein Solo. Selbst die Power-Ballade “All In Ruins” verbreitet eine düstere Grundstimmung.

O Freunde, nicht diese Töne! Sondern lasst uns angenehmere anstimmen und freudenvollere. (Aus “Ode an die Freude” – 9. Sinfonie in d-Moll op. 125 von Ludwig van Beethoven)

Der ganz am Ende platzierte Titelsong “We Are The People” bietet dann zumindest diesen positiven Ausklang. Der Sound klingt irgendwie fröhlicher und zuversichtlicher. Die Hoffnung auf ein geeintes, demokratisches Europa.

“We Are The People” ist wohl das ambitionierteste, wenn auch meiner Meinung nicht unbedingt das beste Album in der Bandgeschichte von Rebellion. An vielen Stellen mussten sich die Arrangements dem Konzept unterordnen. Musikalisch gehören Rebellion aber auch weiterhin zu dem besten, was deutsche und internationale Metal Szene zu bieten hat. Mal sehen, was die Band auf ihrem Jubiläums-Album servieren wird.

REBELLION – World War II (Lyric Video): https://youtu.be/Qc-B9g40SX0

Lineup:

Michael Seifert – Vocals
Fabrizio Costantino – Guitars
Martin Giemza – Guitars
Thomas Göttlich – Bass
Sven Tost – Drums

Guests:

Uwe Lulis (Accept) – Alle Rhythmus-Gitarren und Solo bei „World War II“
Simone Wenzel (I.Am.Diamond) – Gitarrensolo bei „World War II“

Label: Massacre Records

VÖ: 23. Juli 2021

Spieldauer: 54:13

Titelliste:

  • Voices Of War
  • Risorgimento (Tear Down The Walls)
  • Liberté, Égalité, Fraternité
  • Sweet Dreams
  • Vaterland
  • Verdun
  • Ashes To Light
  • Gods Of War
  • Shoa (It Could Have Been Me)
  • World War II
  • All In Ruins
  • We Are The People

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