Revolt! Demon, Praying Mantis, Girlschool

Ort: Kulturpalast Hamburg-Billstedt
Datum: 30. Oktober 2019

New Wave of British Heavy Metal (oder kurz: NWOBHM) ist eine Musikrichtung der späten 70er / frühen 80er Jahre. Wie der Name bereits vermuten lässt, kam diese Stil aus Großbritannien. Die Punk-Bewegung war auf dem Höhepunkt. Aber viele junge Bands traten nun in die Fußstapfen von Bands wie Black Sabbath oder Deep Purple. So haben Protagonisten wie Angel Witch, Praying Mantis oder Tygers Of Pan Tang eine neue Ära eingeleitet, in dem sie dem Metal die Energie des Punk hinzufügten. Diesem neuen Stil wurden aber auch Bands hinzugerechnet, die zu diesem Zeitpunkt bereits seit längerer Zeit aktiv waren (Iron Maiden, Saxon, Judas Priest). Viele Bands sind auch heute noch aktiv. Und der NWOBHM hat auch heute noch, vierzig Jahre später, eine große Fan-Gemeinde. Davon konnte man sich an diesem Abend überzeugen. Der Kronensaal im Kulturpalast Hamburg war komplett ausverkauft. Die Bilder des Abends kann man auf Flickr sehen.

Girlschool existieren seit 1978. Mit ihrem Debüt-Album “Demolition” waren sie Zehn Wochen in den UK-Charts und erreichte Platz 28. Noch weiter vorn platzierte sich ein Jahr später der Nachfolger “Hit And Run” (Platz 5). Insgesamt wurden bisher dreizehn Alben veröffentlicht. Allerdings liegt die Veröffentlichung von “Guilty As Sin” schon vier Jahre zurück. Und von diesen drei Alben stammten auch die meisten Songs, die Girlschool an diesem Abend spielten. Höhepunkt ihrer Show war wohl die tiefe Verbeugung vor einem ganz großen Musiker und Förderer der Band – Lemmy Kilmister. Kurz vor Schluss coverten Girlschool “Bomber”, vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 1979.

Setlist Girlschool:

  • Demolition Boys
  • C’mon Let’s Go
  • Guilty As Sin
  • Action
  • Future Flash
  • Kick It Down
  • Take It Like A Band
  • Nothing to Lose
  • Race With The Devil (The Gun cover)
  • Bomber (Motörhead cover)
  • Emergency

Praying Mantis existieren noch einige Jahre länger. Gegründet wurde die Band 1975 von den Brüdern Tino und Chris Troy (Constantino Neophytou, Christakis Neophytou). Beide sind heute die letzten verbliebenen Gründungsmitglieder. Wenn man sich die Liste der bisherigen Mitglieder durchliest, findet man das Who is Who der Rock und Metal-Musik (Paul Di’Anno, Doogie White, Damian Wilson, …). Zehn Alben, diverse Live-Alben und Singles stehen auf der Habenseite. Die Briten starteten mit dem Song ihrer erste Demosingle “Captured City” (1979). Auch sonst standen die frühen Jahre im Fokus. Aber auch Songs der jüngeren Alben wie “Gravitiy” und “Legacy” standen auf dem Programm. Leider gab es zu Beginn der Show einige technische Probleme. Sänger John Cuijpers war nicht zu hören. Neues Mikro, neues Kabel, dann stimmte der Sound.

Setlist Praying Mantis:

  • Captured City
  • Praying Mantis
  • Believable
  • Panic In The Streets
  • Restless Heart
  • Fight For Your Honour
  • Keep It Alive
  • Mantis Anthem
  • Highway
  • Dream On / Lovers To The Grave
  • Time Slipping Away
  • Turn The Tables
  • Letting Go
  • Children Of The Earth

Was macht man, wenn eines der frühen Alben Jubiläum hat? Richtig, man spielt es komplett in voller Länge. Vor dreißig Jahren veröffentlichten Demon wohl eines ihrer besten Alben “Taking The World By Storm”. Und an diesem Abend präsentierten die Briten das Album komplett, zum ersten Mal und exklusiv. Der krönende Abschluss des Albums ist die grandiose Power-Ballade “Time Has Come”. Und dieser Song war für mich auch der absolute Höhepunkt an diesem Abend. Sänger und einziges verbliebenes Gründungsmitglied Dave Hill ist immer noch sehr gut bei Stimme. Danach konzentrierten sich Demon auf ihre Frühwerke, sprich auf die Alben, die vor “Talking The World By Storm” veröffentlicht wurden. Das war eine Sternstunde des Heavy Metal. Im dicht gepackten Kronensaal herrschte eine Riesenstimmung. Nachteil war, dass man als Photograph in der ersten Reihe Angst um sein Equipment haben musste.

Setlist Demon:

  • Commercial Dynamite
  • Taking The World By Storm
  • The Life Brigade
  • Remembrance Day (A Song for Peace)
  • What Do You Think About
  • Blue Skies In Red Square
  • Time Has Come
  • Sign Of A Madman
  • Total Possession
  • Life On The Wire
  • The Plague
  • Don’t Break The Circle
  • Liar
  • Night Of The Demon

Zugabe:

  • One Helluva Night

Was für ein Abend. Ein Lineup das einmalig war. Dies war die einzige Veranstaltung mit diesen drei Bands auf einer Bühne. Der Sound war, bis auf die kleinen technischen Probleme mit dem Mikrophon, hervorragend. Die musikalische Zeitreise in 70/80er Jahre hat Spaß gemacht.

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