Velvet Viper – The Pale Man Is Holding A Broken Heart

Bewertung: 8,5/10

VelvetViper_ThePaleMan_Frontcover_RGBSie ist eine der dienstältesten, wenn nicht gar DIE dienstälteste Rocksängerin Deutschlands. 1969 hatte sie ihr Bühnendebüt im Musical “Jesus Christ Super Star”. Mit Zed Yago erfand sie quasi das Genre des dramatischen Metal und führte das später mit Velvet Viper fort. Letztere löste sich dann Anfang der neunziger Jahre auf. Jutta Weinhold war aber weiterhin mit diversen Soloprojekten unterwegs. Bis sie vor wenigen Jahren Velvet Viper wiederbelebte, allerdings mit neuer Besetzung. So erschien 2018 nach sechsundzwanzig Jahren Pause das langerwartete dritte Album “Respice Finem”. Anderthalb Jahre nach diesem Meisterwerk erscheint nun Album Nummer Vier, mit dem langen Namen “The Pale Man Is Holding A Broken Heart”. Das musste ich mir selbstverständlich intensiv anhören.

Velvet Viper goes Intro. Bei meinem gespaltenen Verhältnis zu Intros, sicher nicht die beste Entscheidung. Sphärenklänge und spoken words. Aus meiner Sicht verzichtbar. Nahtlos erfolgt der Übergang zum ersten richtigen Song “Götterdämmerung”. Hier zeigen Jutta Weinhold und ihre Mannen wie Dramatic Metal klingen sollte. Ich bin immer wieder beeindruckt von dieser Stimme. Anhand des Titels hätte ich aber einen deutschsprachigen Song erwartet. Eine großartige Midtempo-Hymne mit Überlänge (mehr als sieben Minuten). Velvet Viper (1) by Volker WilkeAll By Yourself” bietet dann eine deutliche Tempoverschärfung, knallende Riffs und ein antreibenden Michael Ehré (Gamma Ray, Primal Fear, Uli Jon Roth) am Schlagzeug. Und immer wieder herausragende Gitarrensoli von Holger Marx. Überraschung, “One Eyed Ruler” ist im klassischen Doom Metal der Marke Black Sabbath oder Candlemass angesiedelt. Eine weitere interessante Facette von Velvet Viper. Selbstverständlich singt Jutta hier mit einem angenehm klingenden, dunkleren Timbre.

Kurzes Intro bei “Samson And Delilah”, dann folgen Riffs als Dio Zitate. Später sind cleane Gitarren zu hören, bei den denen ein wenig Folk Rock Atmosphäre aufkommt. Eine Prise Power Metal gefällig. Bitte schön, hier kommt “Confuse and Satisfy”. Bei “Something Is Rotten” wird es dann gefühlvoll. Mit akustischen Gitarren, später setzen Gitarre, Bass und Schlagzeug kraftvoll ein. Wohl eine der besten Power-Balladen, die ich in den letzten Monaten gehört habe. Mit “Keep Your Head Up” wird es dann wieder sehr hymnisch. Gut gelungen ist der Wechsel zwischen akustischen Melodien und härteren Passagen. Harte Riffs gibt es dann wieder bei “Hide Your Fire”. Klassischer Heavy Metal.  “The Wheel Has Come Full Circle” hat dann wieder eine kräftige Doom Schlagseite. Und noch einmal gibt es klassischen Metal. Bei “One Day” dominieren wieder die harten Riffs.

Jutta Weinhold gehört wohl zu den perfektesten Sängerinnen der Gegenwart. Und sie fühlt sich in jedem Genre wohl. Das zeigt sie auf “The Pale Man Is Holding A Broken Heart” eindrucksvoll. Dazu hat sie hervorragende Musiker um sich geschart. Das sind die besten Voraussetzungen für ein Klasse-Album. Ich kann mich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass sie dieses Mal ein wenig zu viel wollten. OK, jeder Song für sich ist ein kleines Meisterwerk. Aber in ihrer Gesamtheit sind die einzelnen Songs sehr unterschiedlich, irgendwie fehlt eine klare Linie. Doom, Power Metal, Balladen, Metal Hymnen. Da hat mir der Vorgänger “Respice Finem” etwas besser gefallen. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass “The Pale Man Is Holding A Broken Heart” eines der besten Metal Alben 2019 ist. Chapeau!

Velvet Viper – One Eyed Ruler: https://youtu.be/E7UviWlKzl8

Album-Lineup:

Jutta Weinhold – Vocals
Holger Marx – Gitarren
Johannes Möllers – Bass
Michael Ehré – Session Drums
Micha Fromm – Perkussion Instrumente & Gongs

Aktuelles Lineup

Jutta Weinhold – Vocals
Holger Marx – Gitarren
Johannes Möllers – Bass
Micha Fromm – Drums

Label: Massacre Records

VÖ: 25. Oktober 2019

Spieldauer: 52:00

Titelliste:

  • Things Behind
  • Götterdämmerung
  • All By Yourself
  • One Eyed Ruler
  • Samson And Delilah
  • Confuse and Satisfy
  • Something Is Rotten
  • Keep Your Head Up
  • Hide Your Fire
  • The Wheel Has Come Full Circle
  • One Day

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