Reido – Anātman

Bewertung: 7,5/10

Reido - album coverSeit einigen Jahren bin ich großer Doom Metal Fan. Was kann mir da Besseres passieren, als eine Promo Anfrage zu einem Funeral Doom Album? Und dieses stammt nicht aus den einer der Hochburgen des Doom. Nein, die Mitglieder von Reido wohnen in Weißrussland (Republik Belarus). Die Band wurde 2002 in der Hauptstadt Minsk gegründet, von Alexander Kachar und Anton Matveev. Das Debüt-Album “F:\all” datiert von Mai 2006. Der Nachfolger “Minus Eleven” erschien 2011, passenderweise exakt am 11.11.11! Und erneut sind viele Jahre ins Land gegangen. Im Oktober veröffentlicht das Trio Album Nummer Drei unter dem Namen “Anātman”. Ich war natürlich gespannt, wie Doom aus diesem osteuropäischen Staat klingt.

Reido photo 2019Sechs Songs sind auf dem Album. Und der kürzeste “Deathwave” steht gleich am Anfang. Drohend klingende Synthesizer-Klänge sind zu hören. Minutenlang. So langsam steigert sich die Lautstärke, bevor Schlagzeug und tiefer gestimmte Gitarren einsetzen. Gesang? Fehlanzeige! Also wohl eher ein knapp fünfminütiges Intro, das übergangslos in “The Serpent’s Mission” übergeht. Die Synthesizer-Soundeffekte setzen sich fort, bevor tiefe, melodische Growls einsetzen. Also ein Markenzeichen des Funeral Doom. Hier sind auch die Gitarren stärker zu hören. Und diese klingen nicht weniger bedrohlich als die Synthies zu Beginn des Albums. Bei “Dirt Fills My Mouth” werden cleane Gitarren von tiefen Keyboards unterlegt. Der Gesang klingt teilweise ein weniger heller, fast gehaucht. Aber auch hier dominieren die langsamen Riffs und die bitterbösen Growls. Aber auch ein Gitarrensolo wurde hier eingebaut und lockert die dunkle Soundwand etwas auf. Der längste Song “Liminal” hat eine Spielzeit von fast siebzehn Minuten. Der Titelsong “Anātman” ist der zweite kurze Song des Albums. Erneut Synthie-Spielereien. Dazu kommen Samples, die nach Kurzwellen-Funkverkehr. Ein instrumentales Zwischenspiel, welches zum letzten Song des Albums überleiten soll. Und “Vast Emptiness, No Holiness” setzt dann mit schwermütigen Gitarrenriffs ein. Und entlässt den Hörer dann nach vierzehn Minuten in die reale Welt.

Ich weiß nicht so recht, was ich von diesem Album halten soll. Viele dunkle Riffs, bitterböse Growls, getragene Melodien und dezentes, den langsamen Rhythmus vorgebendes Schlagzeugspiel. Mit Nuancierungen in den Growls, sowie dem einen oder anderen cleanen Gitarrensolo sind zwar alle Elemente, des Funeral Dooms enthalten. Und auch gut gespielt. Ich störe mich aber ein wenig an den immer wieder vordringlichen Synthesizer-Soundexperimenten. Dafür gebe ich ein wenig Punktabzug. Ansonsten ist “Anātman” durchaus hörenswert und ein guter Begleiter bei trüber Stimmung.

Reido – Liminal: https://youtu.be/BiGi5Zy8G0A

Lineup:

Alexander Kachar – Guitar, Vocals, Bass, Synth
Anton Matveev – Guitar, Synth, Sound Engineering
Dmitry Kochkin – Drums

Label: Aesthetic Death

VÖ: 18. Oktober 2019

Spieldauer: 01:00:30

Titelliste:

  • Deathwave
  • The Serpent’s Mission
  • Dirt Fills My Mouth
  • Liminal
  • Anātman
  • Vast Emptiness, No Holiness

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