Wir wollen keine Nachahmer sein – Interview mit The Fall of Eve

27940785141_a089ec4555_mVier Jahre ist es her, da habe ich die Band The Fall of Eve live erleben dürfen. Die mir bis dahin unbekannte Band eröffnete den ersten Tag des Dame of Darkness Festival 2015 im englischen Bilston. Was hat die Sängerin Laura für eine Stimme. Während eines Urlaubs in Schottland konnte ich die beiden Masterminds Laura und Micheal Moffat persönlich treffen. Ein Album und zwei EPs wurden bisher veröffentlicht. Die dritte EP „Nevermore“ folgt im Oktober. Grund genug einmal bei der Band nachzufragen.

KoR: Hallo, ich bin Rainer und schreibe für Keep on Rocking Germany. Es freut mich, dass ich dieses Interview mit Euch führen kann. Wie geht es Euch?

TFoE: Hallo Rainer, vielen Dank für das Interview! Uns beiden geht es sehr gut. Wir erwarten ein zweites Baby Anfang Oktober, außerdem wird dann unsere EP veröffentlicht. So bleibt es immer spannend!

KoR: Trotz Eurer bisherigen Veröffentlichungen seid Ihr außerhalb Großbritanniens weitestgehend unbekannt. Stellt Euch bitte kurz vor.

TFoE: Mein Name ist Laura, aber ich benutze Evangeline als Künstlernamen, hauptsächlich, weil ich immer der Meinung war, dass Laura kein Rock’n’Roll-Name ist! Ich bin die Sängerin von The Fall of Eve und zusammen mit meinem Gitarristen und Ehemann Michael sind wir die einzigen derzeitigen / ständigen Mitglieder der Band. Wir arbeiten zusammen, um alle Musik und Texte zu schreiben und versuchen, immer auf dem aufzubauen, was wir zuvor getan haben.

KoR: Die Vorgänger EP wurde vor drei Jahren veröffentlicht. Dazwischen war es recht ruhig um die Band. Welche Gründe gab es dafür?

69704223_757319748062248_7978616258784395264_nTFoE: Wir waren sehr beschäftigt hinter den Kulissen! Die letzte EP wurde erfolgreich finanziert, als unser erstes Baby geboren wurde, und wir verbrachten das folgende Jahr damit, Aufnahmen zu machen und uns an die Elternschaft zu gewöhnen. Unmittelbar nachdem wir die EP veröffentlicht hatten, haben wir begonnen, die nächste zu schreiben. Es stellte sich heraus Babys auf jeden Fall Zeit beanspruchen, die dann bei Songwriting fehlt. Und auch die mentale Belastung junger Eltern ist sehr real. Smiley

KoR: Die Produktion von „Nevermore“ habt Ihr via Crowdfunding finanziert. Was waren Eure Gedanken, als diese erfolgreich abgeschlossen wurde?

TFoE: Unser erster Gedanke war „Wow“. Wir sind immer sehr dankbar, selbst für die kleinste Unterstützung durch die Fans und uns in die Lage versetzt, eine ganze EP zu finanzieren, auch wenn wir noch so unbekannt sind. Das ist wirklich erstaunlich. Dies war unsere dritte erfolgreiche Platten-Finanzierung und wir gehen immer davon aus, dass wir das Ziel nicht erreichen können. Es ist so beeindruckend zu sehen, dass die Leute zur Finanzierung beitragen. Und wir denken: „Diese Leute arbeiten für ihr Geld, sie haben ihr eigenes Leben, ihre eigenen Rechnungen zu bezahlen und könnten ihr Geld für alles Mögliche ausgeben und wollen doch unsere Arbeit unterstützen“. Es ist verrückt, aber absolut erstaunlich.

KoR: Die Songs wurden vom ehemaligen Evanescence Gitarristen John LeCompt gemischt und gemastert. Er hat auch die Basslinien eingespielt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

TFoE: Michael hat tatsächlich eine seiner Gitarren gekauft (eine Esp Ltd Grynch, die John im My Immortal-Video verwendet hat!). Von John bei eBay. Ich war total überzeugt, dass es nicht er war und das nicht wirklich seine Gitarre ist. Also bat ich ihn um ein Foto, um zu beweisen, dass es wirklich er war. Und er schickte mir ein Bild mit einer vorwitzigen Nachricht, die auf ein Blatt Papier geschrieben war. Danach unterhielten wir uns und ließen ihn unsere Musik hören. So haben sich die Dinge dann entwickelt.

KoR: Waren die Aufnahmen kompliziert? Immerhin lebt John ja in den USA. Denn auch am Schlagzeug und der Leadgitarre habt Ihr Unterstützung von Session Musikern gehabt.

TFoE: Die Aufnahme war wegen des Babys schwieriger als wegen der Distanz zu John. Wir mussten abwechselnd ins Studio und es dauerte viel länger, als wir erwartet hatten. Nachdem wir alles in einem Studio hier in Schottland abgespeichert hatten, haben wir alle Dateien an John geschickt und er hat sich an die Arbeit gemacht. Es wurde viel per E-Mail hin und her geschrieben, um die Songs fertig zu stellen und zu sagen: „Ja, das ist großartig“ oder „Können wir X gegen Y tauschen?“. 70167884_893195211039582_1159736599798349824_nWas auch bedeutete, dass es länger dauerte, als wenn wir die Chance gehabt hätten, mit ihm in ein Studio zu gehen. Aber es hat auf jeden Fall hervorragend geklappt.

KoR: Wie sieht es mit Live-Auftritten aus? Versucht Ihr hierfür ein festes Lineup aufzubauen?

TFoE: Aber sicher! Wir würden es LIEBEN, feste Mitglieder zu haben und live aufzutreten (wenn auch nicht im Augenblick). Wir sehen so viele andere Bands, die erstaunliche Shows spielen, und wir werden definitiv ein bisschen eifersüchtig. Selbst mit einer vollen Besetzung wäre die Organisation, live zu spielen, nicht einfach, weil wir beide in der Band sind und bald zwei Kinder haben werden. Aber wir würden definitiv einen Weg finden, wenn sich eine Gelegenheit bieten würde.

KoR: Wie läuft bei Euch das Songwriting ab? Arbeitet Ihr gemeinsam an den Songs?

TFoE: Wir arbeiten immer zusammen, aber nicht immer zur gleichen Zeit. Michael schreibt normalerweise eine Gitarren-Parts. Manchmal sind es nur Akkorde, manchmal ist es ein Riff oder etwas anderes. Dann nehme ich es schnell auf und setze mich ans Klavier und arbeite an Melodien. Ich singe dann zu seinem Spiel und wir entscheiden, was am besten funktioniert und was mehr Arbeit braucht. Wir haben immer noch Songs, die auf die Aufnahme warten. Und auch wenn wir nur selten die Gelegenheit haben, welche zu schreiben, versuchen wir immer noch, so viel wie möglich zu schreiben.

KoR: Welche Bands und Musiker beeinflussen Euch beim Komponieren?

TFoE: Ein großer Einfluss für uns beide ist die klassische Musik. Ich (Laura) bin an einigen Instrumenten klassisch ausgebildet. Wir sind beide Fans klassischer Musik, aber auch moderner Komponisten wie John Williams und Hans Zimmer. Offensichtlich beeinflussen uns die großen Bands diese Genres wie Within Temptation, Evanescence, Epica usw. Aber wir versuchen bewusst zu vermeiden, zu sehr wie jemand anderes zu klingen. Wir wollen wirklich unseren eigenen Nische innerhalb des Genres haben und keine Nachahmer einer anderen Band sein.

KoR: The Fall of Eve existieren seit 8 Jahren. An welche schönen Momente aus dieser erinnert Ihr Euch?

17452314600_0373cb053a_zTFoE: Das Dames of Darkness Festival zu eröffnen, ohne dass jemand wusste, wer wir sind. Und der Veranstaltungsort war voller Leute, die alle mitgerockt haben, und dann gesamten Merch gekauft haben, den wir mitgebracht haben. Wir haben eine Handvoll Leute erwartet, während wir auf der Bühne standen. Aber der Empfang und die Resonanz waren unglaublich.

Außerdem sehen wir jedes Mal, wenn wir es geschafft haben, eine neue Veröffentlichung zu finanzieren, wie viel Zuneigung wir aus der ganzen Welt bekommen, obwohl wir so ein kleiner Teil des Ganzen sind. Wir schätzen das immer sehr.

KoR: Wie sehen Eure Pläne für die Zukunft aus?

TFoE: Wir wollen die anderen Songs, die wir in Arbeit haben, unbedingt aufnehmen. Und natürlich auch live spielen. Wir suchen Mitglieder, um die Besetzung zu vervollständigen.

KoR: Ich bedanke mich noch einmal für dieses Interview. Wollt Ihr den Fans zum Abschluss noch etwas sagen?

TFoE: Unsere neue EP wird am 4. Oktober erscheinen, kann aber ab sofort auf unserer Big Cartel vorbestellt werden. Wenn Ihr unseren YouTube-Kanal besucht, könnt Ihr einige der Songs bereits anhören! Vielen Dank für das Gespräch mit uns, Rainer

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