Delirare – Rising

Bewertung: 8/10

881911Bisher kannte ich noch keine Rock-Band aus dem zentralamerikanischen Staat Costa Rica. Also sind Delirare quasi Neuland für mich. Das Wort “delirare” stammt meines Wissens aus dem Lateinischen und heißt so viel wie “wahnsinnig sein” oder “irre reden” (Quelle: Langenscheidt Online). Als Rock/Metal Musiker, aber auch als Fan muss man schon etwas verrückt sein. Die Idee zur Bandgründung hatten Sängerin Natasha Sheik und Gitarrist Alfonso Chinchilla im Jahr 2015. Schon ein Jahr später erschien die 4-Tack Debüt-EP “Delirare”. Von dieser wurde “My Remorse” als Single ausgekoppelt. Es folgten diverse Live Auftritte. Am ersten Album “Rising” hat die Band zwei Jahre gearbeitet. Das Ergebnis kann seit Juni diesen Jahres begutachtet werden.

115228Sphärenklänge, Industrial Sounds, aber später auch knallende Gitarren und Gesang, das ist das Intro “Verse In Tears”. Nicht schlecht als Auftakt. Aber bei “Away” hört man, dass die Musiker aus Zentralamerika gut rocken, rhythmische Gitarrenriffs, schöne Hooks. Und eine Sängerin, die eine hervorragende Stimme hat. Der Gesang von Natasha Sheik ist sehr angenehm, zumeist singt sie in mittleren Tonlagen. Aber Natasha singt nicht nur, sie spielt auch Flöte, was dem Sound einen folkloristischen Einschlag gibt. Aber keine Angst, Delirare spielen keinen Folk-Rock im klassischen Sinne. Mit “Flesh And Blood” folgt ein etwas ruhigerer Song. Hier experimentieren die Musiker ein wenig mit den Sounds. Beim ruhigen “My Remorse” schwingt sich Natasha in höhere Tonregionen, während die Gitarristen eins ums andere Mal wunderschöne Gitarrensoli spielen. Technische Spielereien lassen auch hier einen Industrial Touch aufkommen. Einer der besten Songs des Albums ist “Last Symphony”. Ein geradliniger Riff-lastiger Rocksong mit außergewöhnlicher Gesangsleistung. Auch hier sorgt das Flötenspiel für Abwechslung. “Oblivion Island” ist eine wunderschöne Ballade mit großartigen Melodien. Im bluesig beginnenden “Fingertips” kann man unter anderem auch lateinamerikanische und folkloristische Klänge hören. Dafür klingt “Labyrinth” leicht doomig. Hier bekommt Natasha gesangliche Unterstützung von Gitarrist Alfonso Chinchilla. Beim Titelsong “Rising” singt die Sängerin zu Beginn mit dunkler, leicht rauchig klingender Stimme . Später lässt sie ihren glockenklaren Sopran erschallen. Ein filigranes Gitarrensolo sowie das erneute Duett beider Sänger veredeln diesem Song. Nachdem die Band mit “Song Of Her World” noch einmal richtig losrockt, setzt “Fuerzas” den Schlusspunkt. Hier wurden die Lyrics in der Landessprache Spanisch geschrieben. Noch einmal das Feeling lateinamerikanischer Folklore, vor allem auch dank der akustischen Gitarre. Natasha überlässt hier den Gesang ihrem Gitarristen und beschränkt sich aufs Flötenspiel.

Delirare sind für mich eine große Neuentdeckung. Die Songs auf “Rising” bewegen sich im Mid- bzw. Downtempo-Bereich. Dabei sind sie sie äußerst abwechslungsreich und dokumentieren die unterschiedlichen musikalischen Einflüsse der einzelnen Musiker, also Rock, Latin-Rock, Blues, Doom oder auch Folklore. Die Band lässt sich nicht in eine bestimmte Schublade stecken. Bei diesem Sound muss man einfach die Augen schließen und genießen. So verrückt, wie der Bandname vermuten ließ, sind Delirare nun doch nicht.

Delirare – Last Symphony: https://youtu.be/tE9g9YO4C6o

Lineup:

Natasha Sheik – Vocals, Flute
Alfonso Chinchilla – Guitar, Vocals
Noé Urtecho – Guitar
César Bustos – Bass
Daniel López – Drums

Label: Eigenrelease

VÖ: 07. Juni 2019

Spieldauer: 54:16

Titelliste:

  • Verse In Tears
  • Away
  • Flesh And Blood
  • My Remorse
  • Last Symphony
  • Oblivion Island
  • Mausoleo (Fresh Roses)
  • Fingertips
  • Labyrinth
  • Rising
  • Song Of Her World
  • Fuerzas

Ein Gedanke zu “Delirare – Rising

  1. Pingback: Wir haben gerade erst angefangen – Interview mit Delirare | Keep on Rockin'

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