Desdæmona – Starcrossed

Bewertung: 8/10

13906936_1203677759684689_1616365182550679892_nVor einigen Wochen startete Sängerin Anna Holtz eine Facebook-Spendenaktion für die neue Single ihrer Band Desdæmona. Selbstverständlich habe ich mich auch daran beteiligt. Diese Aktion weckte in mir Erinnerungen an das Voices of The Succubi Festival auf Malta im Jahre 2017. Dort konnte ich sie mit ihrer Band live erleben. Ich war von Anfang ihrer glockenklaren Sopranstimme begeistert.

Desdæmona wurden im Jahr 2011 in der Lagunenstadt Venedig gegründet. Als Namenspatronin fungierte offensichtlich die weibliche Hauptfigur aus der Shakespeare Tragödie “Othello, der Mohr von Venedig”. 2013 wurde eine Demo CD mit zwei Songs veröffentlicht. Beide Songs kann man auch auf dem Debüt-Album “Starcrossed” hören, dass drei Jahre später erschien. In der Folge kam es jedoch zu Spannungen zwischen den einzelnen Bandmitgliedern. 36138730804_9641100d3a_zSo kann man auf der Facebook-Seite lesen. Es kam zum Split. Von der ehemaligen Besetzung sind lediglich die Sängerin sowie der Bassist Mega übriggeblieben. Drei neue Mitglieder wurden gefunden. Kürzlich erzählte mir Anna, dass die Band jetzt wieder ins Studio geht, um die Aufnahmen für das zweite Album fertigzustellen. Das war der Grund für mich, in das Debüt noch einmal intensiver reinzuhören.

Ja, Desdæmona spielen symphonischen Metal. Das bedeutet selbstverständlich, dass sehr viel Wert auf die Orchestrierung gelegt wird. Und ja, zum Metal gehören auch harte Gitarrenriffs. Auch die sind hier zu hören. Und natürlich haben die Italiener eine Sängerin mit glockenklarem Sopran. Das hört man auf der CD natürlich besser als live. Aber eben mit ihrer Sängerin Anna Holtz hat die Band auch ein Alleinstellungsmerkmal. Wohl kaum eine andere Sängerin legt so viel Vibrato in ihre Stimme. Das ist mir bereits live aufgefallen und das bestätigt sich beim Anhören des Albums. 69032647_370281476971830_1192587808213041152_nUnd sie hat hochkarätige Musiker um sich geschart. Schon beim Opener “Cyprus” kann man ein hervorragendes Gitarren-Solo hören. Das Schlagzeug gibt den Takt vor, ohne sich jedoch zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Und quasi als Fundament wummert der Bass aus den Boxen. Leicht und beschwingt ertönt “Iago”. Ob “Willow”, “My Magdalene” oder “Nothing Lasts Forever”, die Songs beginnen zumeist mit balladesken Einleitungen um dann später in den Midtempo-Bereich zu wechseln. So kommen die stimmlichen Qualitäten von Anna auch am besten zur Geltung. Auf dem Album ist mit “Angels in Hell” auch eine “echte” Ballade zu hören. In der ersten Hälfte des Songs wird die Sängerin von Streichern begleitet. Später gibt es erneut ein Gitarrensolo. Man meint das Instrument singt förmlich. Zum Heulen schön! Und zum krönenden Abschluss folgt das hymnische “Shipwreck”. Noch einmal zeigen Desdæmona ihr Gespür für eingängige aber nie kitschig wirkende Melodieführungen.

So mancher mag das Genre Symphonic Metal für ein Auslauf-Modell halten. Drei vier große Bands als Platzhirsche und dahinter Unmengen von Nachahmern. Dazu gehören Desdæmona jedoch nicht. Sie haben ihre ganz eigene Nische gefunden. Der Sound klingt frisch. Das haben sie in großem Maße natürlich der gesanglichen Leistung von Anna Holtz zu verdanken. Aber Gesang ist nicht alles. Abwechslungsreiche Kompositionen, sehr gute Arrangements und Könner an den Instrumenten machen “Starcrossed” zu einem sehr guten Album. Ich bin schon gespannt auf den Nachfolger. Bleibt zu hoffen, dass die Änderungen im Lineup nicht zu Lasten der Qualität gehen. Immerhin kann man mit jetzt zwei Gitarristen noch mehr aus den Songs herausholen.

Bilder: © Desdæmona, Rainer Kerber Photographie, Gigi Fratus (FG music photo)

Desdæmona – Angels In Hell: https://youtu.be/Y4R27lSMsPs

Aktuelles Lineup:

Anna Holtz – Soprano Vocals, Piano, Orchestra scoring
Teo Lost – Lead and Rhythm Guitar
Mega – Bass
Zack – Rhythm and Lead Guitar
Matz – Drums, Percussions
Mattia „Il Vanza“ Vanzetto – Studio Partnership: Orchestra Sampling, Additional Guitar, Orchestral Arrangements

Label: Selbstrelease

VÖ: Sommer 2016

Spieldauer: 46:24

Titelliste:

  • Cyprus
  • Iago
  • Willow
  • My Magdalene
  • Nothing Lasts Forever
  • Angels in Hell
  • Leonore’s Gardens
  • Invisible Thread
  • Shipwreck

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