Avaland – Chemical Poetry

Bewertung
Album (40%): 9/10
Cover-Art (20%): 9/10
Songwriting (40%): 8/10
ø: 8,6/10

Avaland wurde 2020 mit dem Ziel gegründet, mehr als nur eine Band zu sein – konzipiert als ein vollständig immersives, theatralisches Live-Erlebnis.

Dabei wurden sie inspiriert von Bands und Projekten wie The Alan Parsons Project, Avantasia, Winger oder auch Savatage. Der Sound verbindet orchestrale Arrangements und Metal-Oper-Storytelling mit dynamischem Rock und Power Metal. Angeführt werden Avaland von den beiden Sängern Adrien G. Gzagg und Jeff Kanji. Das Debüt „Theater of Sorcery“ im April 2021. Produziert wurde der nunmehr dritte Teil der Avaland Saga von Joost van den Broek (Epica, Powerwolf, Sabaton, Ayreon, Blind Guardian).

Den bunten Reigen der Gastsänger eröffnet Tom Englund bei „When The Night Comes Alive“. Die Sänger harmonieren perfekt. Der Song selbst wird durch ein Piano eingeleitet, das mit orchestraler Epik unterlegt wurde. Das Piano geht, die epische Orchestrierung bleibt. „Destiny Calls“ und „Alchemy“ ist dann Madie als Gesangspartnerin zu hören. Bei geht es doch ein wenig härter und ruppiger, aber trotzdem melodisch zu. Vor allem bei den späteren langsamen Passagen kann man die Gesangs-Leistung der genießen. Dahingegen ist „Alchemy“ eine große Hymne mit sehr eingängigen Melodien. Madie und Tom sind dann bei „Beauties & Beasts“ zu hören. Mit einem an Ragtime erinnernden Piano startet der Song. Dazu gibt es Blechbläser. Und Chorusse. Musikalisch also etwas anderes als zuvor wesentlich weniger Mainstream. Vor allem Madie zeigt hier, dass sie auch kräftige Rock-Stimme hat. Ruhig und mit Synthies, die den Gesang unterlegen startet „To Fool A Witch“. Epische Chorusse leiten dann den rockigeren Teil ein. Die Screams von Ignea-Frontröhre Helle Bohdanova sorgen für eine gewisse Härte. Bei „Fate“ rockt dann wieder Madie als Gesangspartnerin. Angetrieben von Gitarren-Riffs und Schlagzeug nimmt der Song nach einer ruhigen Einleitung Fahrt auf. Auch die Chorusse gehen das Tempo mit. Das kurze Balladen-Zwischenspiel „Ascension“ und der teilweise balladesken Rock-Hymne „Sail On“ kommen ohne Gesangspartner aus. Bei „Face The Eternal“ unterstützen Helle Bohdanova und Joost van den Broek den/die etatmäßigen Sänger von Avaland. Der ruhige Start mit gehauchten Worten bzw. Gesangs-Passagen sollten den Hörer nicht täuschen. Es wird härter, vor allem das Schlagzeug wummert. Später setzen harsche Growls ein. Und immer wieder sind Blechbläser zu hören. „Trinity“ hat eine epische Länge von mehr als zwölfeinhalb Minuten. Hier kann sich der Hörer auf Marcela Bovio und erneut Helle Bohdanova. Marcela übernimmt selbstverständlich die Sopran-Stimme währen Helles Growsl für eine harschen Einschlag sorgen. Zunächst ruhig mit viel Epik und Chor-Einlagen wird es jedoch bald härter, ohne an Melodie und Epik zu sparen. Mal ganz ruhige besinnliche Passagen, mal rockig, mal hymnisch. Tempomäßig und musikalisch ein Wechselbad der Gefühle. Helles bitterböse Growls werden durch Double Bass Attacken angetrieben. Auch starke Gitarren-Soli sind zu hören. Das ist der absolute Höhepunkt des Albums. Bei der Power-Ballade „Fallen Leaves“ ist Tom Englund wieder mit von der Partie. Den hymnischen Schlusssong „Faded Away“ bestreiten wieder die Sänger der Band allein.

Also theatralisch klingt das Album auf jeden Fall. Aber damit sind Avaland im Rock- und Metal-Bereich jedoch nicht allein. Da gibt es viele weitere Mitbewerber. Wie es mit dem immersiven Live-Erlebnis aussieht, kann ich nicht einschätzen. Eines ist jedoch klar, Bei der Produktion von „Chemical Poetry“ wurde sehr viel Aufwand getrieben. Dementsprechend klar und kraftvoll erschallen die Songs aus den Boxen. Ein Album, dass sich lohnt, angehört zu werden.

Avaland – Face The Eternal: https://youtu.be/DIoJfKpcX7Q?si=XMb9HL33ukz8vXUQ

Lineup:

Adrien G. Gzagg – Vocals
Jeff Kanji – Vocals
Lucas Martinez – Guitar
Camille Souffrons – Bass
Léo Mouchonays – Drums

Guests:

Tom Englund (Evergrey)
Helle Bohdanova (Ignea)
Marcela Bovio (Stream Of Passion)
Madie aka Marianne Dien (Faith In Agony / ex-Nightmare)
Joost van den Broek (Ayreon)

Label: Storytium SAS

VÖ: 30. Oktober 2026

Spieldauer: 01:03:41

Titelliste:

  • When The Night Comes Alive – feat. Tom Englund
  • Destiny Calls – feat. Madie
  • Alchemy – feat. Madie
  • Beauties & Beasts – feat. Madie, Tom Englund
  • To Fool A Witch – feat. Helle Bohdanova
  • Fate – feat. Madie
  • Ascension
  • Sail On
  • Face The Eternal – feat. Helle Bohdanova, Joost van den Broek
  • Trinity – feat. Marcela Bovio, Helle Bohdanova
  • Fallen Leaves – feat. Tom Englund
  • Faded Away
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