Female Metal Fest 2018

Ort: Villa Tacchini
Datum: 01. Dezember 2018

Das vierte Female Metal Fest stand im Vorfeld unter keinem guten Stern. Die Crowdfunding Kampagne zur Finanzierung des Festivals blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Somit sahen sich die Veranstalter gezwungen, den ersten Tag des Festivals (Woman Vocal 187) ersatzlos zu streichen. Zusätzlich sagte auch noch der Headliner für den Samstagabend ab. Auch der Karten-Vorverkauf verlief schleppend. Doch Katia und ihre Freunde ließen sich nicht entmutigen. Somit traten an diesem Abend eine französische und drei einheimische Bands auf. Die Bilder des Abends kann man auf Flickr sehen.

Als Ersatz für die ausgefallene Freitagabend-Veranstaltung hatte Katia mir einen Besuch im Artists Pub Versoix vorgeschlagen. Also nutzte ich den Nahverkehr der Stadt Genf und fuhr mit Tram und Bahn nach Versoix. Ein gemütlicher Pub mit einer kleinen Bühne. Und gutem Bier. An diesem Abend spielte die Las Vegas Parano Rock Band aus Genf. Und die Musiker coverten große Rocksongs, u.a. von den Roling Stones, CCR, Jimi Hendrix oder Ike and Tina Turner. Die Songs wurden technisch perfekt vorgetragen. Vor allem die beiden Gitarristen überzeugten immer wieder mit ihren Soli. Und Sängerin Alyssa hatte unwahrscheinlich viel Soul in ihrer Stimme. Mit Gitarristin Nadia habe ich mich vor der Show noch angenehm unterhalten.

Am Samstagvormittag stand dann ein kurzer Spaziergang entlang des Genfer See auf dem Programm. Beeindruckend war die große Fontaine mitten im See. Direkt am Ufer steht auch das Mausolée Brunswick, das Grabmal für Herzog Karl II, Braunschweig, mit Monument und Reiterstandbild.

Ab 16:00 waren VIP-Gäste eingeladen zu einem Meet and Greet mit den Bands des Abends. Für mich gab es ein freudiges Wiedersehen mit den Musikern von Alkemy sowie Mitgliedern von Elferya, die an diesem Abend mit ihrer neuen Band Chaoseum auf der Bühne stehen sollten.

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Mit etwas Verspätung, eine Viertelstunde nach 19:00 Uhr starteten Dead Dog Café in ihren knapp einstündigen Set. Der Sound der Band aus dem Kanton Wallis lässt sich schwer beschreiben. Sie selbst bezeichnen ihre Musik als Alternative Rock/Metal. Ein Großteil der Songs bewegt sich im Midtempo-Bereich, es gab auch schnellere Passagen. Viele eingängige Melodieführungen machten die Songs äußerst hörenswert.

Setlist Dead Dog Café:

  • Intro
  • London Is Burning
  • The Game
  • She Took Him Back
  • Jugular
  • Dissociation
  • Black Beast
  • Little Soldier
  • Hold On
  • Spiders

Aus Lyon in Frankreich waren GoneZilla angereist. Das war richtig schöner und schwermütiger Doom Metal. Während Sängerin Céline mit klarer kraftvoller Stimme sang, sorgten die bitterbösen Growls ihrer Mitstreiter Florent (g) und Clément (b) für eine amtliche Prise Death. Wie viele französische Bands sangen auch GoneZilla in ihrer Muttersprache. Und selbst diverse Probleme mit den Mikrophonen konnten die Doom-Walze nicht stoppen.

Setlist GoneZilla:

  • Inferno
  • Amor Tenebris
  • Ruines
  • Dorps Et Âme
  • Dexter-Ity
  • Le Monde À L’Enverrs
  • Antitaktai

Auch die Band, der wir das Festival zu verdanken haben, Alkemy aus Genf, hatten mit technischen Problemen zu kämpfen. Somit verzögerte sich der Start der Show um ca. 20 Minuten. Aber dann legten die Schweizer richtig los. Drei Cover-Versionen von Within Temptation sorgten gleich für richtig gute Stimmung. Und der Auftritt von Sängerin Katia erinnerte ungemein an Sharon den Adel. Allerdings singt sie die höheren Gesangs-Passagen wesentlich sauberer als die Niederländerin selbst in ihren besten Tagen. Die eigenen Songs, die Alkemy an diesem Abend vorstellten, sind viel weniger bombastisch angelegt. Zwei weitere Cover von Within Temptation bildeten den Abschluss der Show. Bei “Faster” sang Katia im Duett mit der in der Schweiz lebenden portugiesischen Sängerin Carina. Das war der beste Auftritt von Alkemy, den ich bisher gesehen habe.

Setlist Alkemy:

  • The Promise
  • Mother Earth
  • Stand My Ground
  • My Friend
  • Coupable D’Être Victime
  • Escape To Be Free
  • Resilience
  • The Eyes Of The Others
  • The Howling
  • Faster

Im vergangenen Jahr habe ich die Schweizer Band Elferya live beim Autumn Moon Festival erlebt. Zwischenzeitlich wurde die Melodic Metal Band auf Eis gelegt. Vier Bandmitglieder wollten neue musikalische Wege beschreiten und gründeten Chaoseum. Drei der vier Musiker wohnen in Lausanne, lediglich Sängerin Lola hatte eine längere Anreise. Und sie sang, schrie und growlte sich die Seele aus Leib. Das waren die passende Vocals zu dem Crossover-Sound der Band, wesentlich weniger gefällig als bei Elferya. Im Oktober erschien das Debüt-Album “First Step To Hell”, von denen an diesem Abend fast alle Songs gespielt wurden. Leider war es vor der Bühne schon etwas leerer, als bei den Bands zuvor. Dadurch war genügend Platz für einen wilden Moshpit einiger Fans. Mir wurde das jedoch zu gefährlich, so dass ich vorsichtshalber den Saal verlassen habe.

Setlist Chaoseum:

  • New Dawn
  • Rock Rock
  • Don’t Waste Your Time
  • Lilith
  • Crawling In The Dirt
  • F.T.S.
  • Kill Or Be Killed
  • Devil’s Wedding
  • Blue Scorpion
  • First Step To Hell

Obwohl es nur noch ein eintägiges Festival war, hat sich der Flug in die Schweiz gelohnt. Das waren zwei Tage abwechslungsreiches Musik-Programm. Ich habe viele Freunde wiedergetroffen und neue Freundschaften geschlossen. Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten, die Bands, die Crew, die Mitarbeiter der Villa Tacchini und vor allem an die Veranstalter Wings Music & Events. Bleibt zu hoffen, dass die Veranstalter genügen Durchsteh-Vermögen haben, damit im nächsten Jahr ein kleines Jubiläum gefeiert werden kann. Ich komme gern wieder.

Photos: Rainer Kerber Photographie, Stéphane Harnisch Music Photography – Concerts-live Switzerland (1)

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