Autumn Moon 2017 – Hameln

Austragungsort: Gelände um die Rattenfänger-Halle Hameln am Weserufer
Datum: 13./14. Oktober 2017

Freitag

Zum dritten Mal in Folge war die Rattenfänger-Stadt Hameln Gastgeber des Autumn Moon Festivals. Und nach 2015 und 2016 war ich auch zum dritten Mal mit meiner Kamera dabei und habe mich unter das bunte Festival- und Markt-Treiben gemischt.

Den Auftakt machten in der Sumpfblume, einem Club für etwa 700 Besucher, die Briten von Inkubus Sukkubus. Obwohl die Band nach männlichen und weiblichen Dämonen benannt ist, war die Musik weniger teuflisch. Die melodischen Songs wurden von Sängerin Candia McCormack und ihren Mitstreitern energiegeladen vorgetragen. In den Texten der Songs werden jedoch vorrangig okkulte übernatürliche Themen angesprochen. Dazu passten auch die Videos, die während der Show eingespielt wurden.

Nicht ganz so mitreißend war dann im Anschluss die Show von Klimt 1918 aus Italien. Die Band hat sich benannt nach dem Wiener Maler Gustav Klimt und dessen Todesjahr, und versuchte musikalische Bilder zu erschaffen. Für meinen Geschmack ist ihr das nicht so recht gelungen. Und offensichtlich hatten die Musiker auch mit technischen Problemen zu kämpfen.

So war es nur logisch in die Rattenfängerhalle zu wechseln. Auf dem Weg dahin machten wir kurz halt auf dem Markt, wo gerade Michelle Ailjets mit Ihrer Band auftrat. 

Leider war zu dieser frühen Stunde der Platz vor der großen Bühne in der Rattenfängerhalle noch etwas spärlich gefüllt. Trotzdem brachte die international besetzte Band CELTICA Pipes Rock ein wenig schottische Highland-Atmosphäre auf die Bühne, mit Geige und Dudelsack. Der melodische Rock ist kommerziell angelegt und es hat Spaß gemacht zuzuhören.

Nach einem kurzen Zwischenstopp bei einer Feuershow auf dem mystischen Helloween Markt ging’s dann zur Outdoor-Bühne zu Barbar’O’Rhum aus Frankreich. Man stelle sich vor Alestorm würden Folk spielen. Das beschreibt dann in etwa den Sound des Celtic Pirate Rock.

Den musikalischen Abschluss für mich machte Joachim Witt, vor allem bekannt mit dem Neue Deutsche Welle Hit “Der Goldene Reiter” oder auch “Die Flut” (mit Peter Heppner). Diese beiden Songs waren auch die Höhepunkte des Programms. Obwohl schon fast 70 Jahre alt konnte der Sänger stimmlich noch voll überzeugen. Allerdings waren seine Ansagen geprägt von Weltschmerz und gespickt mit Schimpf-Tiraden. Die hätte Joachim Witt durchaus sparen können.


Samstag

Der zweite Tag startete mit exzellentem melodischen Power-Metal. Elferya aus der Schweiz zerlegten die Bühne der Sumpfblume fachgerecht. Optische Aushängeschilder waren zweifellos Sängerin Lola Milovanovic und Violinistin Mathilde Sonney. Für Lola war das auch gleich die Feuertaufe, war es doch ihr erster Auftritt mit der Band. Mit ihrer klaren kraftvollen Stimme konnte sie mich voll überzeugen. Um es vorweg zu nehmen, diese Show war für mich der Höhepunkt des Festivals.

Anschließend standen in der Rattenfängerhalle Gasmac Gilmore auf der Bühne. Das war Balkan-Rock im Dreiviertel-Takt. Damit reiht sich die Truppe aus Wien in eine lange Reihe abgefahrener Bands unseres Nachbarlandes ein (TuXedoo, Russkaja, …). Das war Party pur.

Auf dem Markt präsentieren dann Bolle & Bollmann die “Grauslige Moritat vom Pastor Heinz Postorius”. Das war kurzweilige Unterhaltung bevor wir ein zweites Mal dem Piraten-Rock von Barbar’O’Rhum auf der Outdoor-Bühne lauschten.

Im kleinsten Veranstaltungsort des Festivals, dem Papa Hemingway, spielten dann Fuchsteufelswild aus dem bayrischen Regensburg. Und die Bajuwaren spielten Mittelalter-Rock vom Feinsten. Die junge Band um den gestandenen Sänger Basti Brenner (unter anderem auch Dudelsack, Whistle) glänzten mit großem musikalischen Können und enormer Spielfreude.

Noch ein Abstecher zur Outdoor-Bühne. Der Sound der Weite Russlands verbunden mit Folk-Rock. Ein Vielzahl volkstümlicher Instrumente wie Dudelsack, Geige oder auch Digeridoo prägten die Musik von Irdorath aus Weißrussland.

Tanzbare aber auch mythische Songs standen danach in der Rattenfängerhalle auf dem Programm. Faun aus München präsentierten ihre keltischen Folk-Songs äußerst routiniert. Man sah der Band an, dass sie auch nach fünfzehn Bühnenjahren noch Spaß auf der Bühne haben.


In diesem Jahr war es sehr schwierig Konzerte auszusuchen, die meinem musikalischem Geschmack entsprachen. Im Gegensatz zu den beiden ersten Festivals fehlten dieses Mal die größeren Bands aus dem Metal-Bereich. Dafür gab es mehr Dark-, Industrial-, Elektro- oder Ambient-Rock. So waren es dieses Mal überwiegend die kleineren Bands, die mich begeistern konnten. Der Helloween-Markt war auch in diesem Jahr wieder liebevoll gestaltet und lud ein zum Bummeln und Kaufen. Die Bilder vom Wochenende gibt es auf Flickr.

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