Tungsten – Ashes

Bewertung
Album (40%): 7/10
Cover-Art (20%): 7/10
Songwriting (40%): 8/10
ø: 7,4/10

Der Vorgänger „The Grand Inferno“ ließ mich mit gemischten Gefühlen zurück. Aus meiner Sicht nutzten die Schweden von Tungsten zu viele metal-fremde Gimmicks. Wenn sie jedoch konsequent ihren Power Metal durchzogen, konnten die Songs doch recht gut gefallen. Ob die Band, die 2016 von ex-Hammerfall Drummer Anders Johansson gegründet wurde, es für meinen Geschmack dieses Mal besser macht, kann man hier nachlesen.

Was bitte schön ist das? Zu Beginn von „Joker“ ist kurz ein Jodler zu hören. Später folgen weitere. Dann wird es rockig. Vor allem das Schlagzeug sorgt für Druck, gelegentlich knallen Riffs. Der Gesang ist eingängig. Bei „Bite My Tongue“ bestimmen von Anfang harte Gitarrenriffs. Einige Growls sind im Wechsel mit gefälligen Gesangs-Melodien zu hören. Gitarrist Niklas Johansson zeigt sein Können bei einem Solo. Zum Abschluss gibt es noch einige sakrale Orgelklänge. „Fuego Del Sol“ startet mit einigen Industrial Klängen. Später gibt es seichten Latin-Rock. Dazu einen Mitgröhl-Refrain. Und von einer Sängerin beigesteuerte Vokalisen. Das „Arriba“ darf bei diesem Sound natürlich nicht fehlen. Und es wird schon wieder albern. „Supernova“ startet mit dem Ruf eines Kuckucks, der sich später auch wiederholt. Ansonsten liefern Tungsten Schunkel-Rock ab. Dafür startet „Happy“ mit hartem Schlagzeugspiel. Im Hintergrund sind einige Orgel-Stakkatos zu hören. Der Refrain bietet erneut einen eher beschwingten Sound, mit einigen durchaus gelungenen Gitarren-Melodien. „Ted The Exorcist!“ ist etwas härter, auch denk einiger Growls. Wird aber durch Humppa-Anleihen erneut auf Spaß getrimmt. Mit „Sunshine Of Fall“ folgt eine gelungene Rock Hymne. Aus meiner Sicht einer der besten Songs des Albums. Vor allem, weil auf Spaß-Gimmicks verzichtet wird. „The North Will Rise“ wird durch Tony Kakkos Gesang veredelt. Hier geht es in Richtung Speed Metal. Das ist mit Abstand das Highlight, mit einem starken-Gitarren-Solo. Auch die Folk-angehauchte Hymne „For Thee“ gehört zu den besseren Songs. Dann wird es wieder albern bei „Ruin“, das durch „Tschukituckituka“-Sprechgesänge eingeleitet wird. Danach folgt Gute-Laune Rock. Den Schlusssong „The Forge“ dominieren harte Riffs. Der Gesang ist etwas harscher. Auch Keys und Schlagzeug wummern hart aus den Boxen. Im Kontrast steht dazu ein melodischer Mitsing-Refrain.

Mit dem Sound von Tungsten kann ich mich nicht wirklich anfreunden. Im Pressetext wird die Band dem Power Metal zugeordnet. Das stimmt allerdings nicht durchgängig. OK, die Schweden zeigen sich des Öfteren von ihrer harten Seite. Aber immer wieder wird dieser harte Sound verwässert. Ein Wort zum Album-Cover. Ein flüchtiger Blick lässt eher Death Metal vermuten. Bei genauerem Hinschauen erkennt man jedoch eine Anspielung auf den Album-Titel „Ashes“.

Tungsten – Bite My Tongue: https://youtu.be/Al2qFJnQvkQ?si=gcSYd1kmopwWNdY0

Lineup:

Mike Andersson – Vocals
Niklas „Nick“ Johansson – Guitars, Backing Vocals
Anders Johansson – Drums
Karl „Kalle“ Johansson – Bass, Screams, Keyboards

Label: Perception / Reigning Phoenix Music

VÖ: 09. Oktober 2026

Spieldauer: 39:47

Titelliste:

  • Joker
  • Bite My Tongue
  • Fuego Del Sol
  • Supernova
  • Happy
  • Ted The Exorcist
  • Sunshine Of Fall
  • The North Will Rise (feat. Tony Kakko of Sonata Arctica)
  • For Thee
  • Ruin
  • The Forge
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