Bewertung: 8,5/10
Mit diesem kraftvollen neuen Werk taucht die Band tiefer als je zuvor in die Dunkelheit ein und entfaltet aus den Tiefen der Finsternis ein facettenreiches, filmisches Epos.
Die Rede ist von der finnischen Heavy Rock Band Rough Grind und ihrem neuesten Werk „Neverending Night“. Das ist das dritte Album der im Jahr 2011 gegründeten Band. Nach drei EPs erschien erst 2020 das Debüt „Pieces of Resistance“, dem zwei später „Hardened“ folgte. Der Sound wird geprägt von „roher Kraft und unerbittlicher Intensität„. Viel mehr war nicht in Erfahrung zu bringen, also muss die Musik für sich selbst sprechen.
Nach einer epischen Einleitung geht es „Waiting For The Night To Be Over“ sehr melodisch zu. Der Gesang klingt ein wenig kratzig und wird von Streichern sowie Gitarren-Melodien und Riffs unterlegt. Im in der zweiten Hälfte zeigen die Gitarristen ihr Können mit einem Gitarren-Solo. „The Great Divide“ startet zunächst balladesk, bevor auch hier die vom Schlagzeug getriebenen Gitarren dominieren. Der Gesang klingt nun überhaupt nicht mehr kratzig. Kurzeitig klingen die Gitarren bei „Shotgun Bride“ hektisch. Aber die Keys leiten über zu einem eingängigen Rock-Song. Der Refrain ist ideal geeignet zum Mitsingen. Dahingegen ist das rhythmische „All The Time“ deutlich härter, vor Dank der verzerrten Gitarren. Aber auch etwas ruhiger. Es blubbert zunächst bei „Ocean Of Dying Dreams“ bevor die riffenden Gitarren und vor allem das Schlagzeug die Pace vorgeben und Sänger Sami förmlich mitreißen. Immer wieder unterlegt von Keyboards, die dann zu Gitarren-Soli überleiten. Trotz Pferdegewieher klingt „Crazy Rodeo“ gar nicht so verrückt, wie es der Song-Titel glauben lassen will. Ein Midtempo-Rocker mit kratzigem Gesang und einem weiteren Mitsing-Refrain. „Shining Scar“ startet basslastig und lässt zunächst eine Power-Ballade vermuten. Später ist es ein munterer Midtempo-Rocker mit einem starken Gitarren-Solo. Mit „Quietus“ folgt sie dann, die bereits seit längerem angekündigte Ballade. Mit akustischen Gitarren und zweistimmigem Gesang. Alles muss einmal enden. „Everything Must End“ – passender kann man einen Schlusssong nicht benennen. Zunächst durch Keyboards eingeleitet, wird es dann hymnisch.
Von „roher Kraft und unerbittlicher Intensität“ (O-Ton „While Rough Grind’s signature sound still pulses with raw power and relentless intensity„) ist nicht durchgängig etwas zu hören. Das hätte ich mir etwas anders vorgestellt. Im selben Atemzug erwähnt der Pressetext jedoch auch die „gefühlvolle Atmosphäre und sorgfältig gewebten Klanglandschaften„. Das kann ich auf jeden Fall vollinhaltlich bestätigen. Und genau das macht das Album auch so hörenswert. Auch wenn meine Erwartungshaltung eine etwas andere war, gefällt mir „Neverending Night“. Auch dank der guten Kompositionen und Arrangements.
Rough Grind – The Great Divide: https://youtu.be/XyAYC_x4UU0?si=4fch754FP6HToFSq
Lineup:
Sami – Vocals, Bass, Guitar, Keyboards
Lassi – Guitar
Killi – Drums
Label: Inverse Music Group
VÖ: 11. Juni 2026
Spieldauer: 36:53
Titelliste:
- Waiting For The Night To Be Over
- The Great Divide
- Shotgun Bride
- All The Time
- Ocean Of Dying Dreams
- Crazy Rodeo
- Shining Scar
- Quietus
- Everything Must End


