Ich habe die Band meiner Träume gegründet – Interview mit Loch Vostok

Loch Vostok ist der russische Name für den Wostoksee (engl. Lake Vostok). Dies ist der größte der (bisher) 370 bekannten subglazialen Seen unter der dem Eisschild der Antarktis (Quelle: Wikipedia). Namensgebend war die darüber liegende russische Forschungsstation. Und nach diesem See hat sich eine schwedische Progressive Metal Band benannt. Loch Vostok wurden im Jahr 2000 in der Universitätsstadt Uppsala gegründet. Einzig verbliebene Gründungsmitglieder sind Gitarrist und Sänger Teddy Möller sowie Gitarrist Niklas Kupper. Ich könnte die Band beim Metal over Malta Festival 2017 live erleben. Acht Studioalben hat die Band bisher veröffentlicht. Zuletzt „Opus Ferox – The Great Escape“. Auf diesem Album gab es ein Novum zu verzeichnen. Gründer, Gitarrist und Sänger Teddy Möller konzentriert sich künftig auf das Gitarrenspiel, während als neuer Sänger Jonas Radehorn gewonnen werden konnte. Bandgründer Teddy Möller beantwortete meine neugierigen Fragen.

KoR: Hallo, ich bin Rainer und schreibe für Keep on Rockin‘. Danke, dass ich dieses Interview mit Euch führen kann. Wie geht es Euch?

Loch Vostok: Hallo Rainer! Nein, ich danke dir! Mir geht’s gut, danke. Es gibt viel zu tun!

KoR: Ihr existiert nun schon seit mehr als zwanzig Jahren. Wie kam es zur Gründung im Jahr 2000?

Loch Vostok: Ich war in einer Band, die ihren Zenit überschritten hatte, und wollte eine Band gründen, in der sich alle Genres entfalten konnten. Eine Art „Scheiß auf die Regeln“ Band. Ich habe mich immer von allem inspirieren lassen, von King Crimson über King Diamond bis hin zu Dream Theater und Napalm Death, und war die Regeln der Komposition so leid.

Loch Vostok 2021

KoR: Die Band wurde nach dem See Loch Vostok tief unter dem antarktischen Eis benannt. Warum habt gerade diesen Namen gewählt?

Loch Vostok: Ich sah einen Dokumentarfilm über ein russisches Wissenschaftsteam, das im Wostoksee bohrte, und natürlich diskutierten die Blechhüte darüber, ob es dort unten UFOs gab. Ich fand das amüsant und dumm, also habe ich es genommen und Lake in Loch geändert.

KoR: In dieser Zeit musstet Ihr diverse Besetzungswechsel verkraften. Wie habt Ihr es geschafft trotzdem so lange Zeit aktiv zu sein?

Loch Vostok: Nun, ich habe die Band meiner Träume gegründet und sie ist mein Baby. Die Besetzungswechsel haben nie stattgefunden, weil es Streit gab oder so, die Leute werden des Kampfes müde, aber ich bin ein sturer Hurensohn und gebe nicht auf. Ich bin immer noch mit allen gut befreundet.

KoR: Beschreibt bitte kurz Eure musikalische Ausrichtung.

Loch Vostok: Ich nenne zuerst einige Referenzen.

Kings X. King Crimson. King Diamond. Queensryche. Queen. Prince.

Dann werde ich noch ein paar mehr aufzählen, wobei ich mich an den Buchstaben V halte, sonst kann ich stundenlang weitermachen, hahaha!

Vola. Voivod. Vomitory. Voyager. Vektor.

KoR: Ihr habt in regelmäßigen Abständen neue Alben veröffentlicht. Wie unterscheidet sich der Sound aus den Anfangsjahren vom Sound in 2021?

Loch Vostok: Ich weiß es nicht. Nicht so sehr. Es ist immer noch sehr unübersichtlich, aber ausgefeilter. Vielleicht ist „Opus Ferox“ etwas geradliniger.

KoR: Wie geht Ihr beim Schreiben neuer Songs vor. Habt Ihr einen Hauptsongwriter oder bringen alle Bandmitglieder ihre Ideen und musikalischen Vorlieben mit ein?

Loch Vostok: Ich schreibe alles, aber ich ermutige die anderen, auch selbst zu komponieren. Jonas hat einige Texte auf „Opus Ferox“ geschrieben und eine Menge seiner Melodien.

Ich erstelle immer komplette Produktionsdemos und schicke sie an die anderen Jungs und sage ihnen: „Seht das als Vorlage, aber nehmt Änderungen vor, um den Song zu verbessern“.

Loch Vostok 2021

KoR: Im Juni habt Ihr Euer achtes Studio-Album „Opus Ferox – The Great Escape“ veröffentlicht. Seid Ihr mit dem Ergebnis zufrieden?

Loch Vostok: Oh ja. Ich bin so glücklich wie seit Jahren nicht mehr. Es kommt gut an, und ich glaube, Jonas und Patrik fühlen sich sehr willkommen, denn sie sind nicht nur großartige Neuzugänge, sondern auch für die Zukunft von Loch Vostok sehr wichtig.

KoR: Wie waren die Reaktionen von Presse und Fans?

Loch Vostok: Ich würde sagen, im Durchschnitt 8/10. Von beiden. Danke sehr!

KoR: Wie ich eingangs bereits schrieb, habt Ihr auf diesem Album einen neuen Sänger. Warum hat sich Teddy Möller von seinem Platz am Mikro zurückgezogen?

Loch Vostok: Ich war vom Singen gelangweilt. Ich hatte keine Lust mehr, überhaupt nicht. Es war immer schwierig, diese Art von Musik auf der Gitarre zu spielen und gleichzeitig zu singen. Ich kannte Jonas schon seit 15-20 Jahren und wir sprachen immer darüber, etwas zusammen zu machen. Ich fragte ihn, ob er bei Loch Vostok mitmachen wolle, und er sagte OK. So einfach war das.

KoR: Das Album erschien während der Corona Pandemie. Wie hat diese den Aufnahme-Prozess beeinflusst?

Loch Vostok: Ganz und gar nicht. Wir haben es in unseren eigenen Studios aufgenommen und wir sind alle fähige Studio-Musiker.

KoR: Ich habe Euch vor einigen Jahren live erlebt und war begeistert. Wie wichtig sind Euch Konzerte und der Kontakt mit Euren Fans?

Loch Vostok: Oh, sehr wichtig. Um die Welt zu reisen und Musik zu machen ist die beste Droge überhaupt, sich mit Metal-Fans zu treffen, live zu spielen, ein paar Bier zu trinken und zu lachen, als wäre es der letzte Tag auf Erden? Wollt ihr mich verarschen? Das ist wie Crack ohne Betäubung! Hahaha!

KoR: Was plant Ihr für die Zukunft? Ist bereits ein Nachfolge-Album in Arbeit? Werdet Ihr auf Tour gehen, wenn die Pandemie überstanden ist?

Loch Vostok: Es wird auf jeden Fall eine Fortsetzung geben. Der Schreibprozess hört nie auf. Und ja, wir werden im März 2022 mit Orphaned Land durch Europa touren.

Loch Vostok 2021

KoR: Ich bedanke mich noch einmal für dieses Interview. Möchtet Ihr Euren Fans zum Schluss noch etwas sagen?

Loch Vostok: Erwarte das Unerwartete und scheiß auf die Regeln! Brecht sie! Danke, Umarmungen und seid weiterhin so fantastisch!

Loch Vostok sind:

Jonas Radehorn – Lead Vocals
Teddy Möller – Guitars, Vocals
Niklas Kupper – Guitars
Patrik Janson – Bass
Lawrence Dinamarca – Drums

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