Immortal Guardian – Psychosomatic

Bewertung: 7,5/10

Autor: Erich Robbers (Rockcastle Franken)

351706_thumb1Immortal Guardian ist eine internationale Muli-Kulti-Truppe, die corona-bedingt ihr zweites Album „Psychosomatic“ über weite Entfernungen hinweg mit Hilfe neuester Techniken zusammengetragen hat. Jeder hat seine Parts quasi alleine eingespielt/eingesungen, trotzdem klingt das Album homogen und besitzt Bandcharakter.

Musikalisch ist man im Power Metal zuhause, der oft an Gamma Ray zu „Heading For Tomorrow“ Zeiten erinnert. Gekennzeichnet sind die Songs meist von starken Gitarren-Leads und Soli des Gitarristen Gabriel Guardian (auch für die Keyboards zuständig), der auch quasi als Leader für den Bandnamen gesorgt hat. Vieles ist klassisch angehaucht, erinnert an Shredder wie Malmsteen oder Marty Friedman, setzt gleichzeitig barocke und symphonische Elemente via sechs Saiten toll in Szene. Auch der brasilianische Sänger Carlos Zema, der eine hohe stilistische Bandbreite besitzt, ist kein Unbekannter und hat zuvor in Bands wie Outworld, Heaven’s Guardian oder auch der David Shankle Group mitgewirkt.

792986_thumb1Los geht’s mit dem flotten Titelsong „Psychosomatic“ der ganz im Zeichen europäischen Power Metals mit viel Melodie und hypereingängigem Refrain glänzt. Die Band entfaltet sofort ihr musikalisches Potenzial und lässt nichts anbrennen. Eventuell könnte man auch sagen, man geht auf Nummer sicher. Jedenfalls ein guter Auftakt. Auch bei „Read Between The Lines“ sind Gitarren und Refrain die markanten Dinge. Erstmals setzen Immortal Guardian auch Elemente des (modernen) Progmetal ein und lassen ein paar Evergrey-Spuren zurück.

Raffiniert wird ein klassisches Gitarrenmotiv in „Clocks“ eingewoben, das immer wieder ertönt und den roten Faden durch den Song spinnt. Carlos Zema, dessen klare Powerstimme immer mal wieder in rauere, aggressivere Lagen wechselt, veredelt das Gehörte in jeder Phase, auch wenn der ganz große Wiedererkennungswert fehlt. Mit „Lockdown“, durch eine kurze Spoken Words Einleitung begrüßt, wähnt man sich anscheinend am Puls der Zeit. Effekthaschend soll das wohl sein, dennoch überzeugt diese straighte Nummer auf dem Album am wenigsten.

Bei „Phobia“ holt sich Gabriel Guardian Verstärkung an der Gitarre durch Marcelo Barbosa (Angra), der ähnlich seiner Hauptband in die Saiten langt. Beim Epik Power Metaller „Goodbye To Farewells“ singt im Background ganz zart Mary Zimmer von Helion Prime mit. Kleiner Kritikpunkt sind generell die Drums, die programmiert klingen, auch wenn Drummer Justin Piedimonte wohl seine Parts in Kanada direkt eingespielt hat. Hier täte mehr Punch gut. Ansonsten ist der Sound generell ein guter.

Beim abschließenden „New Day Rising“ holt man nach computerverzerrtem Beginn einen reinrassigen Progmetal Smasher raus, der zeigt, das Immortal Guardian auch in diesem Bereich absolut überzeugen können.

„Psychosomatic“ ist also ein supereingängiges (Prog)Powermetal Album, welches sich im Gitarrenbereich mit viel klassischen Zügen empfiehlt, recht starken Gesang anbietet und im Bereich Songwriting gekonnt interpretiert. Kleine Mängel inklusive, dennoch eine runde Sache.

Immortal Guardian – Lockdown (Official Music Video): https://youtu.be/5lqkhMNijBk

Lineup:

Gabriel Guardian – Guitars, Keyboards
Carlos Zema – Vocals
Joshua Lopez – Bass
Justin Piedimonte – Drums

Label: M-Theory Audio

VÖ: 12. Februar 2021

Spieldauer: 52:06

Titelliste:

  • Psychosomatic
  • Read Between The Lines
  • Lockdown
  • Phobia
  • Clocks
  • Self-Isolation
  • Goodbye To Farewells
  • Candlelight
  • Find A Reason
  • New Day Rising

Hier geht’s zum Original-Artikel
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