Amederia – Sometimes We Have Wings… (re-issue)

coverBewertung
Album (40%): 7/10
Cover-Art (20%): 8/10
Songwriting (40%): 8/10
ø: 7,8/10

Im Rock und Metal gibt es viele alte Alben-Perlen, die inzwischen nicht mehr als Vinyl bzw. CD erhältlich sind. Aber die Nachfrage nach diesen Alben ist immer noch ungebrochen. Und dabei ist es vollkommen egal, ob diese von großen bekannten Bands veröffentlicht wurden. Oder von eher weniger bekannten Bands. Ein Beispiel erhielt ich kürzlich als Promo. Die russische Gothic Doom Band Amederia veröffentlichte 2008 das Album “Sometimes We Have Wings…”. Zwölf Jahre später folgt nun eine Wiederauflage. Die 2006 gegründete Band ist offensichtlich immer noch aktiv. Allerdings wurde in dieser Zeit nur noch ein zweites Album veröffentlicht (“Unheard Prayer”, 2014). Und das ist insofern erstaunlich, da das Lineup über all die Jahre recht stabil war.

465589_379470682071491_1198246028_oEingerahmt in schwermütig klingende Piano Intro und -Outro (“In…”, “Lovely Angel”) präsentieren die Russen fünf Doom-Metal-Kracher. Die beiden Pianosongs passen zwar musikalisch durchaus zu den anderen Songs. Trotzdem stellt sich mir die Frage, müssen diese wirklich so lang sein? Immerhin haben diese zusammen eine Spielzeit von elf Minuten. Und der, aus meiner Sicht, erste reguläre Song “Doomed Ground” startet ebenfalls mit Piano-Klängen, die von Streichern unterlegt werden. Aber dann drücken die tiefer gestimmten Gitarren so richtig aufs Gemüt. Der Wechsel-Gesang zwischen bitterbösen Growls und elfenhaftem Frauen-Sopran tut sein übriges. Dieser mit mehr als zwölf Minuten längste Track ist dank seiner streckenweisen Entschleunigung verdammt nah am Funeral Doom. Piano zur Einleitung? Kennen wir schon. Auch “Dreams” beginnt so. Und der ätherische Gesang von Gulnaz Bagirova wird solchen solchen Klängen unterlegt, zusätzlich zu den bratenden Gitarren. Und mit diesen betörend doomigen Klängen geht es weiter. Bei “Cold Emptiness” sorgen Chorusse, Spoken Words und Synthie-Streicher für viel schwermütige Atmosphäre. Mit Gewitterregen startet ein weiterer majestätisch anmutender Song mit Überlänge (“And So I…”). Der letzte reguläre Song “My Soul” ist dann nur unwesentlich schneller. Und klingt im Mittelteil leicht progressiv.

Es ist schön, dass ein Zeitzeugnis wie “Sometimes We Have Wings…” neu aufgelegt wird. Vor allem für Fans die lieber eine CD mit Booklet in der Hand halten wollen. Für mich sind Amederia eine spannende Neuentdeckung, obwohl die Band bereits seit vielen Jahren aktiv ist. Ein Blick auf den Veröffentlichungs-Rhythmus (2008, 2014) zeigt, dass in diesem Jahr eigentlich ein neuer Output fällig gewesen wäre. Aber vielleicht soll ja nur die Vorfreude auf ein drittes Album vergrößert werden. Zu wünschen wäre es.

Amederia – Dreams (Live): https://youtu.be/RW8UnCuxGu8

Lineup (Encyclopaedia Metallum):

Andrey Dolgih – Bass
Ilnur Gafarov – Drums
Konstantin Dolgin – Keyboards
Gulnaz Bagirova – Vocals (female)
Damir Galeev – Guitars, Vocals

Label: BadMoodMan Musics

VÖ: 16. Oktober 2008 / 27. November 2020 (re-issue)

Spieldauer: 55:21

Titelliste:

  • In…
  • Doomed Ground
  • Dreams
  • Cold Emptiness
  • And So I…
  • My Soul
  • Lovely Angel

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