Kamelot–Haven (Review)

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Die 1991 gegründete US Melodic-Power-Metal Band Kamelot veröffentlicht mit “Haven” das nunmehr 11 Studio-Album, das zweite nach dem Ende der Ära Roy Khan. Tommy Karevik ist nun endgültig bei Kamelot angekommen. Während beim Vorgänger “Silverthorn” die Songs alle schon fertig waren, als er bei der Band einstieg, stammen bei “Haven” Gesangsmelodien und Texte aus seiner Feder. Und er hat auch einige Melodien in das neue Album eingebracht.

Mit “Fallen Star” startet das Album besinnlich und balladesk. Streicher unterlegen Tommy Kareviks Stimme, bevor das Tempo ein wenig anzieht. Gegen Ende setzt dann filigranes Gitarrenspiel ein und das Schlagzeug erhöht die Schlagzahl, eine typische Kamelot-Hymne. “Insomnia” hätte so auch “Ghost Opera” stehen können, eine epische Nummer mit großartigem Chor und eingängigen Gitarrenriffs. Dann darf sich Keyboarder Oliver Palotai auf den schwarzen und weißen Tasten “austoben”.

IMG_0324Auf “Citizen Zero” braten die Gitarren und die Riffes knallen aus den Kopfhörern. Der Rhythmus animiert zum Headbangen. Im Mittelteil erklingen dann erneut bombastische Chöre und filigrane Keyboard-Passagen. Mehr Speed gibt es dann mit “Veil Of Elysium”. Das Schlagzeug treibt vorwärts, dazu schnelle Gitarren-Hooks. Anschließend wird es folkig, dafür sorgt in “Under Grey Skies” Troy Donockley (Nightwish) mit seinen Flötentönen. Dazu gibt es ein wunderschönes Duett von Tommy Karevik mit Charlotte Wessels (Delain). Eine richtig geile Ballade!

Dann knallt die Gitarre wieder so richtig bei “My Therapy”, dazu gibt es wunderschöne Melodiebögen. Es folgt mit “Ecclesia” ein kurzes Zwischenspiel, bevor die nächste Kamelot-Hymne einsetzt, “End Of Innocence”. Orchestraler Teppiche wechseln sich mit Gitarrenriffs und eingängigen Refrains ab, die mit Chorussen unterlegt sind. “Beautiful Apocalypse” startet orientalisch angehaucht, bevor auch hier die Gitarrenriffs die Führung übernehmen. Dieser Song hat eine ganz leichte Pop-Schlagseite. In “Liar Liar (Wasteland Monarchy)” darf sich Schlagzeuger Casey Grillo so richtig austoben. Ein Song mit recht hohem Tempo und diversen Double Bass Attacken. Dazu passend jagt Thomas Youngblood seine Flitzefinger über das Gitarrenbrett. Alissa White-Gluz (Arch Enemy, ex-The Agonist) growlt und  präsentiert aber auch ihre wunderschöne Klarstimme, wie übrigens auch in einigen anderen Titeln. Für mich ist dieser Song das absolute Highlight des Albums.

Danach benötigen wir erst Mal eine Verschnaufpause, mit der Ballade “Here’s To The Fall”. Minimale Instrumentierung mit Streichern und e-Piano. Himmlisch. In “Revolution” geht es wieder mehr zur Sache. Harte Riffs, das Schlagzeug stampft und Alyssa steuert hier wieder ein paar Growls bei, zeigt aber auch dass sie mit ihrer Kopfstimme die hohen Töne sauber singen kann. Dazu ein wahres Double Bass Gewitter. Mit dem Instrumentalstück klingt dieses Meisterwerk aus. “Haven” beginnt mit Streichern, bevor dann Bläser und bombastische Chöre einsetzen.

Dem Kamelot Kreativ-Duo Thomas Youngblood und Oliver Palotai ist hier wieder ein wahres Meisterwerk gelungen. Sänger Tommy Karevik ist deutlich aus den übergroßen Schuhstapfen seines Vorgängers Roy Khan gestiegen und prägt mit seiner Stimme und auch den beigesteuerten Gesangs- und Songlinien den Sound von Kamelot anno 2015 mit. Für mich steht das Album mindestens auf Augenhöhe mit früheren Werken, wie z.B. “Ghost Opera”.  Ich freue mich jetzt schon auf die Headliner Shows im Herbst 2015 / Frühjahr 2016. Gespannt bin ich dann auf die Gastsängerin. Schafft es Alyssa zeitlich mit auf Tour zu gehen oder wird sie durch Linnéa Vikström (Therion) ersetzt.

Lineup:

Tommy Karevik – Gesang
Thomas Youngblood – Gitarre
Sean Tibbets – Bass
Oliver Palotai – Keyboards
Casey Grillo – Schlagzeug

Gastmusiker:

Alyssa White Gluz (Arch Enemy) – Gesang
Charlotte Wessels (Delain) – Gesang
Troy Donockley (Nightwish) – Flöte

Label: Napalm Records

VÖ: 08.05.2015 (Europa)

Spieldauer: 53:59 min

Setlist

  • Fallen Star
  • Insomnia
  • Citizen Zero
  • Veil Of Elysium
  • Under Grey Skies
  • My Therapy
  • Ecclesia
  • End Of Innocence
  • Beautiful Apocalypse
  • Liar Liar (Wasteland Monarchy)
  • Here’s To The Fall
  • Revolution 

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