Enemy Inside – Hamburg – Phoenix Tour

Ort: Logo Hamburg
Datum: 12. Dezember 2019

Es ist schon eine Weile her, dass ich das Logo in Hamburg besucht habe. Es wurde auch wieder Zeit. Wenige Wochen zuvor musste ich einen Abstecher in den Hamburger Kult-Club aus Zeitgründen absagen. Aber dreimal Frauenpower an einem Abend waren Grund genug, mir dieses Mal die Zeit zu nehmen. Auch wenn die Nacht danach recht kurz war. Die Bilder des Abends kann man auf Flickr sehen.

Der Opener Silent Saga kommt aus Hamburg. Aber die beiden Masterminds Sabrina (Voc) und Renato Angelo (Key, Git.) stammen aus Brasilien. Und wie jeder weiß kommen aus diesem südamerikanischen Land sehr viele hochkarätige Rock- und Metal Bands. Das machte natürlich neugierig. Vor allem wo bei Sabrina zu lesen war, dass sie auch Flöte spielt. Aber das beschränkte sich wohl eher auf das vorherige Projekt der beiden – “Amazon” (2001-2016). Da dieser Name aber bereits von einem Handelsriesen vereinnahmt ist, folgte logischerweise die Umbenennung (2016). Ob das auch mit einem Wechsel im Sound verbunden war, vermag ich nicht zu sagen. Nach eigenen Angaben spielt das Quartett modernen Metal mit melodischen Einflüssen. Ein Hang zu symphonischem Metal war während der Show jedoch nicht zu überhören. Vor allem auch wegen der (vom Computer) eingespielten Keyboards. Sabrinas Stimme bewegte sich zumeist in den mittleren Tonlagen, hohe Töne liegen ihr offensichtlich nicht so sehr. Die Rhythmusfraktion lieferte dazu den druckvollen Sound. Neben drei Songs vom aktuellen Album “Rise!” (2018) konnte man auch zwei neue Songs hören (von der kommenden EP “Fire”). Apropos EP. Die Sängerin wandelt auch noch auf Solopfaden. Kürzlich hat sie ihre erste Single “The Overton Window” veröffentlicht.

Setlist Silent Saga:

  • Ball Of Vanities
  • Fire Alarm
  • Fire Star
  • Three Lives
  • Immortal
  • Faster

Aeternitas sind für mich keine Unbekannten. Zweimal könnte ich die Symphonic Metal Band aus Lübeck bereits live erleben, zuletzt während der Release-Show zum Album “Tales Of The Grotesque” im Bambi galore. Leider hat Sänger Oliver Bandmann die Band inzwischen verlassen, so dass Bandgründer und Gitarrist Alex Hunzinger diesen Part übernehmen musste. Ich war natürlich gespannt ob das gelingt. Gleich vorweg, leider kann Alex die Lücke nicht schließen. Stimmlich war Oliver doch eine ganz andere Hausnummer. Der männliche Gesang klang nun wesentlich harscher. Das wardoch etwas ungewohnt. Ich hoffe, Aeternitas können künftig wieder einen neuen Sänger anheuern. Ansonsten war alles wie gehabt. Der glockenklare Sopran von Julia wurde mit einem Symphonic Metal Soundteppich unterlegt. Harte Gitarrenriff und –soli, druckvolles Bass- und Schlagzeugspiel. Und natürlich die Keyboard-Klänge. Aeternitas sind auch wieder im Studio. Für nächstes Jahr ist ein neues Album geplant. Eigentlich wollte die Band auch einen neuen Song von diesem vorstellen. Leider wurde dies durch eine gerissen Bass-Seite verhindert. Beim Rausschmeißer “Child Of The Darkness” mussten die Musiker dann ohne die tiefen Töne auskommen.

Setlist Aeternitas:

  • The Tell-Tale Heart
  • The Experiment
  • The Portrait
  • Falling Star
  • Fear
  • The Raven
  • A Case Of Revenge
  • (The Birthmark)
  • Child Of The Darkness

Headliner des Abends war dann die jüngste der drei Bands. Enemy Inside aus Aschaffenburg wurden 2017 von Sängerin Nastassja Giulia und Gitarrist Evan K. (Mystic Prophecy) gegründet. Auch die anderen Bandmitglieder sind keine Unbekannten. So spielt Bassist Dominik Stotzem u.a. bei Purple Rising und Schlagzeuger Feli Keith bei Shoot The Day Down. Entsprechend professionell gestalteten die Musiker die Bandentwicklung. Die Feuertaufe gab’s im Februar 2018 im Frankfurter Club “Nachtleben”. Das Debüt-Album “Phoenix” wurde im September desselben Jahres veröffentlicht. Und mit diesem waren sie nun auf Tour. Auch auf der Tour ließen Enemy Inside nichts anbrennen. Die auf der Bühne aufgebauten zusätzlichen Lichtleisten und Nebelmaschinen zeigten, dass sie einiges vorhatten. Was mir bereits auf dem Album sehr gut gefallen hat, zeigten die Musiker auch im Logo. Das war schnörkelloser Melodic Metal, ohne großen Bombast. Gitarre, Bass und Schlagzeug sorgten für einen druckvollen Sound. Und die zierliche Sängerin beeindruckte mit ihrer kraftvollen Stimme. Auch von den dichten Nebelschwaden, die sie häufig umwaberten, ließ sie sich nicht beeindrucken. Das war eine echte Sternstunde des Female Fronted Power Metal. Und das unterscheidet Enemy Inside wohltuend von so mancher anderen Band. Zum Auftritt beim FemME in diesem Jahr habe ich es leider nicht geschafft, aber dieser Abend war mehr als eine Entschädigung. Kleiner Wermutstropfen, der extensive Einsatz der Nebelmaschinen verursachte bei mir Kopfschmerzen, so dass ich mich leider vorzeitig in den hinteren Bereich des Logo zurückziehen musste. Weniger wäre wohl auch hier mehr gewesen.

Setlist Enemy Inside:

  • Intro
  • Falling Away
  • Bleeding Out
  • Lullaby
  • Angel’s Suicide
  • Doorway to Salvation
  • In My Blood
  • Death Of Me
  • Oblivion
  • Halo
  • Crystallize
  • Dark Skies
  • Summer Son (Texas cover)

Zugabe:

  • Phoenix
  • Outro

Gegen 23:00 Uhr war dann Schluss. Es ging zurück in die regnerische Nacht von Hamburg. Während draußen typisches Hamburger Schmuddelwetter herrschte, haben im Logo drei sehr gute Bands eingeheizt. Die Gäste aus Schwaben haben den Abend offensichtlich sehr genossen. Das war für Enemy Inside ein großartiger Abschluss ihrer 2019er Phoenix-Tour. Und wenn jetzt die Mundpropaganda gut funktioniert, sollten beim nächsten Besuch im Norden Deutschlands auch noch mehr Besucher kommen. Und die Band hat versprochen, wieder zu kommen.

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