Lemuria – A Hysterical Hunt

Bewertung: 8/10

Autor: David Kerber

frontcover_3000Black Metal kann ich im Normalfall nicht viel abgewinnen. Hauptsächlich wegen des Gesangs, aber auch musikalisch gefallen mir die meisten Black Metal Bands nicht. Doch es gibt ein paar wenige Ausnahmen, eine davon ist Lemuria aus Belgien. Diese haben jüngst ihr drittes Album A Hysterical Hunt rausgebracht.

Mit diesem entführen uns die Belgier ins Frankreich des 18. Jahrhundert. Und werfen uns der Bestie von Gévaudan zum Fraß vor. Diese soll laut der Legende damals knapp 100 Menschen getötet haben, wobei sich im Laufe der Jahre Fakten mit wilden Spekulationen und Aberglaube vermischt haben.

Das Album beginnt mit einem düsteren, atmosphärischen Intro, das schon Filmmusikcharakter hat und mit ängstlichem Wispern eines Kindes endet. Dann wird die Plage auf die Erde losgelassen. Melodische Riffs und Daans Grunzgesang, der mich ein wenig an Shagrath erinnert, erzeugen die passende Stimmung. Harte Passagen mit Blastbeats wechseln sich mit gemäßigten Zwischenspielen ab, in denen der Erzähler Herbert Flack (ein belgischer Schauspieler) die Geschichte vorantreibt.

Am Anfang des Titelsongs hört man, wie das Biest eine Frau jagt und schließlich zur Strecke bringt. Danach wird symphonischer Blackmetal geboten, Daan wird dabei von einer Sängerin unterstützt. Ob es sich dabei um Alexandra Kastrinakis (Daedric Tales) oder Sophia Poppy Verrept handelt, weiß ich nicht, da ich beide Sängerinnen nicht kenne.

Lemuria_3_bw_by_Jonas_De_KooningSo wird die Story immer weiter vorangetrieben, wobei die einzelnen Songs immer wieder durch gemäßigte, teilweise auch folkige Zwischenspiele aufgebrochen werden. Dabei bleiben die Belgier (fast) immer melodisch und reihen ein grandioses Riff ans nächste.

Härtetechnisch bleibt man dabei meist im Symphonic Metal Bereich, extreme Black Metal Abfahrten werden eher selten aufgefahren. Für Black Metal Puristen wird das Album also wohl nicht mehr als Symphonic Metal mit Black Metal Gesang und gelegentlichem Frauengeträller sein. Für den anspruchsvollen, offenen Musikliebhaber gibt es hier aber viel zu entdecken, da das Album sehr vielschichtig und komplex ist.

Der Bonustrack „A dream that never came“ ist im Übrigen eine astreine Metal-Ballade, die ausschließlich von einer Frau gesungen wird. Er könnte also auch genauso gut von Nightwish oder Within Temptation stammen, wobei der Gesang nicht so hoch wie bei besagten Bands ausfällt.

Abschließend kann man sagen, dass Lemuria mit A hysterical hunt ein sehr gutes Symphonic (Black) Metal Album gelungen ist, das die Geschichte um das Biest von Gévaudan atmosphärisch perfekt in Szene setzt. Allerdings ist es nicht zum Nebenbeihören bestimmt, sondern man muss in die Musik eintauchen und auf die vielen kleinen Details achten um den maximalen Hörgenuss zu haben.

Lemuria – A plague upon the land: https://www.youtube.com/watch?v=Qzx_zj8xFlY

Lineup:

Daan Swinnen – Vocals
Gaël Sortino – Lead- & Akustikgitarren
Jeroen De Kooning – Rhythmusgitarren
Bart De Prins – Bass
Vincent Pichal – Drums, Keyboards & Orchestrierung /span>

Label: Massacre Records

VÖ: 18. Januar 2019

Spieldauer: 62:32

Titelliste:

  • Prologue (The Land Of The Beast)
  • A Plague Upon The Land
  • The Hysterical Hunt
  • Between Man And Wolf
  • As Darkness Falls
  • Of Winter And Hell
  • A Secret Life
  • Deceptive Hibernation

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