Southern Empire – Civilisation

Bewertung: 9/10

Autor: David Kerber

965305Und schon wieder eine australische Band. Nachdem ich zuletzt Dead City Ruins reviewen durfte, sind jetzt Southern Empire dran. Eine Progressive Rock Band, die unter anderem aus ehemaligen Unitopia-Mitgliedern besteht, und so ziemlich die einzige australische Prog Rock Band ist, die ich kenne. Denn neben Southern Empire kenn ich nur noch Unitopia (die es inzwischen wohl nicht mehr gibt) und Brainstorm, und natürlich The Australian Pink Floyd Show, aber die schreiben ja keine eigenen Songs.

Nun liegt mir mit Civilisation das zweite Album der Aussies vor. Und mit 70 Minuten Spielzeit hat es für Prog-Verhältnisse eine normale Länge, verteilt auf nur 4 Songs (auch nichts ungewöhnliches). Stilistisch orientiert man sich dabei an IQ, The Flower Kings und Transatlantic, sprich wunderschöne Melodien, mehrstimmiger Gesang und keine Scheu vor halbstündigen Mammutstücken.

Der Opener „Goliath’s moon“ fängt erst mal im Stile eines 30er-Jahre Songs an, gleitet aber schnell in einen amtlichen Prog-Rock um. Knackpunkt beim Progressive Rock ist häufig der Gesang, der in den meisten Fällen der instrumentalen Klasse nicht gerecht wird. Doch Danny Lopresto besitzt für einen Prog-Sänger ein außergewöhnlich gutes Organ und steht den Instrumentalisten (zu denen er auch mit gehört) in nichts nach.

584897„Cries for the lonely“ besticht durch gute Melodien, abwechslungsreichem Songwriting und klasse Soli. Man hat nicht das Gefühl, dass der Song knapp 20 Minuten lang ist, da er über die gesamte Spielzeit spannend bleibt.

Für „The crossroads“ gilt im Prinzip das gleiche. Härtere Passagen wechseln sich mit langsameren Passagen und Solis ab. Auch die Streicher- und Flötenparts sind großartig, obwohl sie vermutlich aus der Konserve stammen, da keine Streicher oder Flötisten bei den Credits angegeben sind. Das Saxophon-Solo zum Ende hin ist dann aber Geschmackssache. Die Einen mögen das, die Anderen nicht, ich selber gehöre zu letzterer Gruppe. Es gibt leider nur sehr wenige Gruppen, die es hinbekommen, dass das Saxophon nicht nervig klingt. Und Southern Empire gehören da (zumindest auf diesem Album) nicht dazu.

Der Rausschmeißer „Innocence & fade“ ist ein komplett ruhiger Song. Sehr melancholisch und perfekt zum Träumen.

Letztlich ist Southern Empire ein starkes zweites Album gelungen, das sich vor den Alben der Konkurrenz (u.A. Spock’s Beard, The Sea Within) nicht zu verstecken braucht. Weit mehr als nur ein Geheimtipp.

Lineup:

Sean Timms – Keyboards/Vocals/Saxophone
Danny Lopresto – Lead Vocals/Guitar
Cam Blokland – Guitar/Vocals
Brody Green – Drums/Vocals
Jez Martin – Bass/Vocals

Label: GEP

VÖ: 20. Juli 2018

Spieldauer: 70:15

Titelliste:

  • Goliath’s Moon
  • Cries For The Lonely
  • The Crossroads
  • Innocence & Fortune

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