Emil Bulls – Kill Your Demons

Autor: Kerbinator (Rockcastle Franken)

Bewertung: 7,5/10

EM_KYD-C_1500x1500Die Münchner Modern Metal Formation Emil Bulls ist just mit ihrem neunten Studioalbum „Kill Your Demons“ am Start. Immer noch spricht man davon, daß die Band in keine Genre-Schublade passt. Nun ja, man kann die Jungs schon irgendwie in die Modern Metal/Metalcore Schublade pressen. Denn die Grundelemente dieses Sounds sind wie eh und jeh bei den Emil Bulls vorhanden.

Dennoch schreiben die Bayern auch viele Hits, die richtig radiotauglich ausfallen, auch wenn die großen Radiostationen natürlich solch eine Band nicht unbedingt spielen.

Sei’s drum, „Kill Your Demons“ ist ein ziemlich ausgereiftes Album geworden, daß immer wieder mit überraschenden Sounds aufwartet und die Band gewinnt mit jeder Veröffentlichung an Abwechslung und Relevanz. Kein Wunder, daß man mit dem Titeltrack eine Nummer zu Anfang präsentiert, die mit eingängigem Refrain und livetauglicher Stadionatmosphäre punktet. Das wirkt irgendwie groß und trotz aller Modern Metal Spuren auch breitwandig.

Sänger Christoph v. Freydorf hat neben brülligem Geshoute auch sehr viele cleane und melodische Gesangslinien drauf, so dass alleine schon mit dem Gesang mit dem Härtegrad variiert werden kann.

EM_KYD_P01_Tobias Sutter„The Ninth Wave“ wartet mit fetten Riffs und mehrstimmigem Gesang auf, was in Stadion-Screams und einem gutklassigen, melodischen Gitarrensolo gipfelt. Ein kurze geflüsterte Vocal-Passage unterbricht kurzzeitig den Reigen. Auch „Black Flags (Over Planet Earth)“ enthält trotz melo-deathiger Atmosphäre einen typisch massenkompatiblen Refrain. Die Emil Bulls sind immer schon darauf bedacht gewesen, neben härterer Neigung auch die Massen mit ihrem Sound anzusprechen. Auf dem neuen Album verfeinern sie dies nahezu in Perfektion.

Dies wird umso deutlicher im Fortlauf des Albums. „Miss Magnetic“ und „Once And For All“ ertönen reichlich poppig und radiotauglich, was nicht zuletzt am Melodieverständnis der Band liegt. Ist der Grundanschlag auch hart, glätten Gesang und Melodien die Wogen, um mit „schönen“ Passagen die Massen zu erreichen. Um nicht ganz in poppige Gefielde anzdriften, wechselt man zwischendurch immer wieder in Metalcore-Gegenden wie beispielweise mit „Gone Dark“ oder spielt ein bisschen mit „verrückten“ Gitarren und Rhythmen („In Any Case Maybe“).

Mit „Levels And Scales“ haben die Bulls noch ein ganz heißes Eisen im Feuer. Glänzt man hier doch mit atmosphärisch dichten Tönen, emotionalen Screams bzw. cleanen Vocals und einem tollen Gitarrensolo. Man kann durchaus sagen, daß die beiden Gitarristen Stephan Karl und Andy Bock durchaus auch Metal-Soli spielen können und nicht nur heruntergestimmte Saiten bedienen. Für mich ein absoluter Pluspunkt, den sich die Emil Bulls verdienen.

Zum Abschluß wird’s dann mit Piano etwas balladesk. „Winterblood (the sequel)“ ist eine leicht emotionale Halb-Ballade mit gutem Solo, welche dich mit Wärme aus dem Album entlässt.

„Kill Your Demons“ ist ein gutes Statement, für was die Emil Bulls heute stehen. Den reinen Metalcore/Modern Metal Wurzeln ist man entwachsen und spielt heutzutage mengentauglicher denn je. Das mag dem ein oder anderen vielleicht ab und an zu kommerziell erscheinen, dennoch besitzt das Album genug Potenzial, um auch modernere Metalfans und melodische Verehrer zu bedienen.

Emil Bulls – Kill Your Demons[Censored Version](2017): https://youtu.be/7akpifcoD_o

Lineup:

Christoph v. Freydorf – Gesang
James Richardson- Bass
Andy Bock – Gitarre
Stephan Karl – Gitarre
Fabian Füß – Drums

Label: AFM Records

VÖ: 29. September 2017

Spielzeit: 45:34

Titelliste:

  • Kill Your Demons
  • The Ninth Wave
  • Black Flags (Over Planet Earth)
  • Miss Magnetic
  • Once And For All
  • The Anatomy Of Fear
  • Mt. Madness
  • Euphoria
  • In Any Case Maybe
  • Gone Dark
  • Levels And Scales
  • Winterblood (The Sequel)

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