Pantheïst – Uncanny Times

Bewertung: 9/10

Gegründet wurden Pantheïst im Jahr 2000. Seite dieser Zeit haben sie sich im Bereich des atmosphärischen und Funeral-Doom einen Namen gemacht. Ursprünglich im belgischen Antwerpen gegründet, ist die Band inzwischen international aufgestellt. Von der Original-Besetzung ist offensichtlich nur noch Keyboarder und Sänger Kostas Panagiotou übriggeblieben. Sechs Studio-Alben wurden bislang veröffentlicht. Live traten Pantheïst in fünfzehn Ländern auf, u.a. gemeinsam mit Bands wie Tiamat, Arcturus, Saturnus, Esoteric, Skepticism, While Heaven Wept, Mourning Beloveth, Evoken und The Ruins of Beverast. Im Oktober erscheint nun das siebte Studio-Album „Uncanny Times“.

Unter den Keyboard- und Gitarren-Klängen zu Beginn von „The Final Journey“ ist ein Rauschen zu hören. Dann setzen Schlagzeug und Gitarre druckvoll und ruhig ein. Sakral klingende Keyboards vervollständigen Sound, bevor der ätherische Gesang von Linda Dumitru einsetzt. Die verzerrten Bassakkorde verstärken die düstere Wirkung noch. Dann schwingt sich Lindas gesang in den hohen Sopran-Bereich auf. Diesen singt sie jedoch sehr sauber. Später folgen ein Gitarren- und ein e-Piano-Solo. Gegen Ende gibt es bitterböse Growls (Kostas Panagiotou). „Laughing Falcon“ startet gleich mit Growls, unterlegt von Double-Bass-Rhythmen. Später folgt ein weiteres Bass-Solo. Lindas Sopran-Gesang wird unterlegt von sakralen Orgel-Klängen. Der Song ist insgesamt ein wenig schneller. Sakrale Klänge leiten „Kuebiko“ ein. Der Gesang von Linda Dumitru ist zunächst ein wenig tiefer angelegt und klingt auch rockiger. Die Sängerin hat einen beeindruckenden Stimmumfang. Sie schwingt sich in Tonhöhen auf, die bis an die Schmerzgrenze meiner Ohren reichen. Und trotzdem ist der Gesang sehr sauber intoniert. Im Kontrast dazu stehen immer wieder die bösen Growls von Kostas Panagiotou. Es folgt der mit Abstand kürzeste Son des Albums – das instrumentale und melodische Zwischenspiel „Entropy“ dauert noch nicht einmal vier Minuten. „Ithaca Out Of Sight“ wird von (Synthie-) Streichern und klaren Orgel-Klängen ruhig und ja fast besinnlich eingeleitet. Erst nach zwei Minuten setzen harte Schlagzeug und Gitarren-Rhythmen ein, ohne jedoch das Tempo zu erhöhen. Dann erschallt wieder hoher Sopran-Gesang. Auch der Gesang von Kostas Panagiotou ist ruhig und zunächst frei von Growls. Eine schöne und kraftvolle Gitarren-Melodie wird vom Schlagzeug rhythmisch unterlegt. Linda tiriliert erneut. Und Kostas growlt sich förmlich die Seele aus dem Leib. Der mit etwas mehr als sechszehn Minuten längste Song „Requiem For Your World“ startet mit einer Piano-Einleitung. Später folgen kraftvolle Riffs und sakrale Orgel-Klänge. Der Gesang von Linda Dumitru bewegt sich erneut in den höchsten Tonbereichen, teilweise steuert sie Koloraturen bei. Bei diesen Tonhöhen und etwas größerer Lautstärke könnte sogar die Gläser Schrank zerspringen.

Die Langsamkeit des Funeral-Dooms wird auf „Uncanny Times“ nicht vollständig ausgereizt, dafür jedoch die gesanglichen Klangwelten, vor allem von Sängerin Linda Dumitru. Musikalisch ist für viel Abwechslung gesorgt. Pantheïst haben hier ein sehr gutes Doom-Album veröffentlicht, das kompositorisch überzeugen kann. Wem Funeral Doom bisher äußerst langweilig und eintönig vorkam, der sollte sich dieses Werk einmal zu Gemüte führen.

Pantheïst- The Final Journey: https://youtu.be/vPtUlZBxOnQ?si=UJHvqAXB7RFYO2fM

Lineup:

Atanas Kyurkchiev – Guitar
Fanel Lefterache – Drums
Kostas Panagiotou – Keyboards, Vocals
Linda Dumitru – Vocals
Matt Strangis – Bass

Label: Argonauta Records

VÖ: 30. Oktober 2026

Spieldauer: 01:04:31

Titelliste:

  • The Final Journey
  • Laughing Falcon
  • Kuebiko
  • Entropy
  • Ithaca Out Of Sight
  • Requiem For Your World
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