Bewertung
Album (40%): 9/10
Cover-Art (20%): 8/10
Songwriting (40%): 9/10
ø: 8,8/10
Wenn die Verstärker anfangen zu schreien und der erste Refrain wie ein gleißend heller Scheinwerferkegel durch den dunklen Raum schneidet, dann ist eines sofort klar, Sergeant Steel melden sich nicht einfach mit einem neuen Album zurück, sondern sie setzen ein Statement.
Das ist fast schon große literarisch-dramatische Kunst, die man im Pressetext lesen kann. Aber werden wir mal sachlich. Gegründet wurde die Band 2007 in Linz, der Landeshauptstadt von Oberösterreich. Sie sind eine feste Größe in der österreichischen Hard Rock Szene. Sie lassen die goldene Ära des Hard Rock der 70er und 80er Jahre wieder aufleben. Nach dem Debüt-Album „Lovers & Maniacs“ (2010) wurden in den Folgejahren vier weitere Alben und eine „Best Of“ Vinyl (2018) veröffentlicht. Somit ist das Mitte Oktober erscheinende „Golden Absolution“ das sechste Studio-Album der Österreicher.
Bereits „1000 Lives“ zeigt ganz klar, auf „Golden Absolution“ dominiert gitarrendominierter rifflastiger Metal. Außer beeindruckt der Song durch einen starken epischen Chorus. Nach einer Einleitung mit Synthie-Spielereien entwickelt sich „Back On The Track“ zu einem hymnischen ins Ohr gehenden Midtempo-Stampfer. Das war die erste Single und Ausgangspunkt für das weitere Songwriting. „Teeny Meany“ hat einen Country-Einschlag. Es muss ja nicht immer beinharter Heavy Metal sein. Stampfende Riffs sorgen dann doch für gewisse Härtegrade. Auch später experimentieren Sergeant Steel mit ihrem Sound. Bei der Metal-Hymne „Hold Your Fire“ ist zunächst ein Kinderchor zu hören. Dann wird von einem Mitsing-Refrain für gute Stimmung unter Fans bei Live-Auftritten gesorgt. Es wird im Verlaufe des Songs härter, jedoch ist der Kinderchor erneut zu hören. Auch auf dem aktuellen Album muss nicht auf eine Ballade verzichten. Dabei verzaubert „Lonely Street Of Broken Hearts“ mit einer starken Jazz-/Blues-Schlagseite. Im Hintergrund wabert zeitweise eine Hammond. Bei „Fool For Your Lovin“ Wird abrupt zu harten, schnellen Klängen gewechselt. Das Schlagzeug gibt den Takt vor. Und der Refrain fordert erneut zum Mitsingen auf. Passend zum Song-Titel „Catch The Train“ pfeift zu Beginn eine Dampflok. Ein sehr rhythmischer und geradliniger Song. Mit „Stay With Me“ wird dann zu klassischem Hard Rock gewechselt. Hartes Schlagzeug, Wabernde Hammond und knallende Riffs dominieren. Ein Intro mit akustischer Gitarre leitet den melodischen Midtempo-Stampfer „Wireless“ ein. Dann setzt das Schlagzeug rhythmisch und ruhig ein, gefolgt von harten Gitarrenriffs. Dem Schlusssong „Dying Love“ wurde ein Keyboard-Intro verpasst. Aber dann wird es hart, schnell und rockig im Stile eines musikalischen Steigerungslaufes.
Mit „Golden Absolution“ liefern Sergeant Steel ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Album ab. Zumeist hören wir sauber gespielten klassischen Hard Rock. Aber die Österreicher scheuen sich auch nicht davor, auf fremdem Terrain zu wildern. Das macht dieses Album äußerst hörenswert.
Sergeant Steel – Back On The Track: https://youtu.be/z9pyzeCP39k?si=KHlv8Zhcooz5VTGL
Lineup:
Phil Vanderkill – Vocals
Jack Power – Guitar
Chuck Boom – Guitar
Ben Bateman – Keyboard
MJ Star – Bass
Cøsy Cøxx – Drums
Label: Metalapolis Records
VÖ: 16. Oktober 2026
Spieldauer: 43:04
Titelliste:
- 1000 Lives
- Back On The Track
- Teeny Meany
- Hold Your Fire
- Lonely Street Of Broken Hearts
- Fool For Your Lovin‘
- Catch The Train
- Stay With Me
- Wireless
- Dying Love


