Shores Of Null – Homesick

Bewertung
Album (40%): 9/10
Cover-Art (20%): 8/10
Songwriting (40%): 8/10
ø: 8,4/10

Shores Of Null wurden 2013 in der italienischen Hauptstadt Rom gegründet, zunächst als ein Seiten-Projekt von Mitgliedern verschiedenen italienischen Bands unterschiedlichster Stilrichtungen (Zippo, The Orange Man Theory, Noumeno, Il Grande Scisma d’Oriente, Mens Phrenetica). Als Shores of Null verschrieben sich die Musiker dem melodischen Death / Doom Metal. Beeindruckend ist, dass es seit 2013 offensichtlichen keinen einzigen Besetzungswechsel gab. Das Debüt „Quiescence“ erschien 2014. Danach folgten im Dreijahresrhythmus weitere Studio-Album und zwei Live-Alben, eines davon mit Unplugged-Aufnahmen. Beim Metal Over Malta Festival 2016 konnte ich mich von den Live-Qualitäten der Band überzeugen. Auch bei „Homesick“ wird der Dreijahres-Rhythmus eingehalten.

Von Beginn an dominieren bei „Allies Before Defeat“ getragene Sound-Wände, wobei jedoch nicht an der Härte gespart wird. Dafür sorgt schon das druckvolle Schlagzeugspiel. Davide Straccione singt mit einem dunklen Timbre, wie er u.a. auch im Dark Rock Bereich zu hören ist. Dezent sind einige Growls zu hören. Etwas zügiger gehen die Italiener bei „Two Mountains“ zu Werke. Erneut wird der zum Teil harsche Gesang von hartem Schlagzeug und Gitarren-Riffs unterlegt. Und die Riffs werden noch etwas dunkler und härter bei „Bleed To Life“. Aber immer wieder werden auch schöne und clean gespielte Gitarren-Melodie eingefügt. Der Wechsel zwischen sehr klarem, aber düster wirkendem Gesang und Growls sowie Screams setzt sich fort. Beim Titelsong „Homesick“ wird das Tempo noch ein wenig zurückgenommen. Ruhige und harte Riffs dominieren. Der tiefe Gesang ist ebenfalls ruhig. Die Düsternis hält jedoch nicht über die Spielzeit des Songs. Später vollführen die Italiener kurzzeitig einen kleinen tempomäßigen Steigerungslauf. Ein Gitarren-Solo rundet den Song ab. Dagegen wirkt „Son Of The Tide“ fast schon schnell, vor allem dank der Double Bass. Die Growls von Davide Straccione klingen noch bösartiger und werden kontrastiert von der klaren Gesangsstimme. Bei dem als besinnliche Power-Ballade startendem „Dreaming Of A Scar“ kann man das Violinen-Spiel von Shaun MacGowan (My Dying Bride) hören. Aber auch später bleibt es trotz der Growls kontemplativ. „Society Is The Murderer“ startet mit harten verzerrten Gitarren-Melodien, die von druckvollem Schlagzeug unterlegt werden. „The Numbing Void“ ist ein düsterer Doom Metal Song. Hier hören wir den zweiten Gastauftritt von Shaun MacGowan. Im Song „Another Breath“ sorgt zum wiederholten Mal die Double Bass für Härte und leicht erhöhtes Tempo. Mit „Disappear“ gibt es dann einen besinnlichen Ausklang. Aber auch hier sorgen Schlagzeug, Gitarren und Growls für amtliche Härtegrade.

Ja, genau so habe Shores Of Null in Erinnerung, melodischer Doom Metal, bei dem die harschen Growls von Davide Straccione für einen leichten Death Metal Einschlag sorgen. Dank der abwechslungsreichen Kompositionen und der variantenreichen Instrumentierung wirkt das Album nicht langweilig. Natürlich muss man sich beim Anhören in die düstere Grundstimmung hineinversetzen. Dann schlägt der Sound mit voller Wucht zu.

Shores Of Null – Two Mountains: https://youtu.be/YGa75zQf3T4?si=uURDr0_UatyMLRgu

Lineup:

Davide Straccione – Vocals
Gabriele Giaccari – Guitars
Raffaele Colace – Guitars
Matteo Capozucca – Bass
Emiliano Cantiano – Drums

Label: Dusktone

VÖ: 16. Oktober 2099

Spieldauer: 47:33

Titelliste:

  • Allies Before Defeat
  • Two Mountains
  • Bleed To Life
  • Homesick
  • Son Of The Tide
  • Dreaming Of A Scar
  • Society Is The Murderer
  • The Numbing Void
  • Another Breath
  • Disappear
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