Godthrymm – Projections

Bewertung
Album (40%): 10/10
Cover-Art (20%): 9/10
Songwriting (40%): 9/10
ø: 9,4/10

Der Pressetext bezeichnet Godthrymm als „britischen Doom-Metal-Giganten“. Gegründet im Jahr 2017 wurden zunächst zwei EP veröffentlicht. Das Debüt-Album „Reflections“ erschien 2020 und bildete den Auftakt der „Visions Trilogy“, die drei Jahre später mit dem „gefeierten“ Album „Distortions“ fortgesetzt wurde. Nach weiteren drei Jahren wird diese Trilogie nun mit „Projections“ abgeschlossen. Dabei lessen sie „die glorreiche Aura des britischen Doom Metal der frühen bis mittleren 90er Jahre“ wieder aufleben. Gegründet wurde die Band von Hamish Glencross (ex-My Dying Bride/Vallenfyre/Solstice). Mit Schlagzeuger Shaun Taylor-Steels steht ihm ein früherer Band-Kollege zur Seite.

„Trenches Deep“ startet genau so, wie man es von einem traditionellen Doom Metal Album erwartet. Ruhige, aber kraftvolle Gitarrenmelodien dominieren. Gitarrist Hamish Glencross singt mit klarer Stimme und wird dabei von den ätherischen Gesängen von Keyboarderin Catherine Glencross unterstützt. Diese sorgt auch für die epischen Klangteppiche. In der zweiten Hälfte erhöhen die Briten das Tempo signifikant, dank schneller, dröhnender Riffs und Double Bass Einsatz. Gesanglich gibt es ein echtes Duett von Hamish und Catherine. Teilweise vermeint man, dass der Song in den Speed Metal Bereich abdriftet. Hart und wuchtig kommt „Truth In My Own“ daher. Die Riffs knallen nur so aus den Boxen. Dafür wirkt der Song wieder wesentlich ruhiger. Zunächst bestimmt der klare Gesang von Hamish Glencross, später ist auch die betörende Stimme von Catherine Glencross zu hören. „The Sun Never Fell“ ist ein monumentales episches Doom Meisterwerk. Der Gesangsbeitrag startet zunächst mit Catherine, die sich aber mit Hamish abwechselt. Vor allem die harten Riffs sorgen für den fast schon hymnischen Einschlag. Auf dem nicht minder epischen „Endure My Skin“ ist als Gast der ehemalige My Dying Bride Sänger Aaron Stainthorpe zu hören. Wie auch schon auf dem Vorgänger bei „Follow Me“. Die letzten beiden Songs „Jewels“ und „Hope Is Eternal“ zeigen durch Progressiv Metal Einsprengseln, die stilistische Vielfalt von Godthrymm. Für diese beiden Stücke war Catherine Glencross federführend im Songwriting. Bei dem zumeist ruhigen „Jewels“ übernimmt sie auch ausschließlich den Gesangs-Part und stellt unter Beweis, dass sie nicht nur betörend singen kann. Auch ihre kraftvolle Stimme kann überzeugen. Zum Schluss wird es mit „Hope Is Eternal“ deutlich härter. Auch die Double Bass ist wieder zu hören, welche für eine zeitweise Tempo-Verschärfung sorgt. Catherine, die auch hier den Gesang im Duett mit sich selbst komplett übernimmt, steuert auch so manch tiefere Töne bei.

Mit „Projections“ präsentieren Godthrymm die hohe Schule des epischen Doom Metal. Und sie zeigen, wie abwechslungsreich Doom Metal sein kann. Der Gesang von Catherine Glencross wurde teilweise zweistimmig abgemischt. Das hört man nicht allzu oft. Ich denke, der Pressetext hat nicht übertrieben, als er von Doom Metal Giganten sprach, denn was man auf diesem Album hört, klingt wirklich gigantisch.

Godthrymm – Truth In My Own: https://youtu.be/dJpchPCNOqM?si=sox-HOWNwP0GsO-Z

Lineup:

Hamish Glencross – Guitar, Vocals
Shaun Taylor-Steels – Drums
Bob Crolla – Bass
Catherine Glencross – Keys, Vocals
Kris McLaughin – Guitar

Label: Profound Lore Records

VÖ: 29. Mai 2026

Spieldauer: 45:54

Titelliste:

  • Trenches Deep
  • Truth In My Own
  • The Sun Never Fell
  • Endure My Skin (feat. Aaron Stainthorpe)
  • Jewels
  • Hope Is Eternal
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