Pattern-Seeking Animals – Pattern-Seeking Animals

Bewertung: 8/10

Autor: Erich Robbers (Rockcastle Franken)

Press_Cover_01Wenn sich zwei Musiker einer Band wie Spock’s Beard auftun eine neue Band zu formen, klingt diese fast zwangsläufig auch in gewisser Weise nach der Hauptband. Vor allem, wenn man es mit dem Sänger zu tun hat, nämlich Ted Leonard und dem Bassisten Dave Meros. Und auch deren ehemaliger Drummer Jimmy Keegan ist mit von der Partie. Dem nicht genug, ist auch noch Keyboarder und Songwriter John Boeghold dabei. Überraschenderweise übernimmt allerdings Ted Leonard auch die Gitarrenparts, was man so bisher noch nicht unbedingt kannte.

Diese Zusammenkunft läuft unter dem Namen Pattern-Seeking Animals und das gleichnamige Debut steht just in den Startlöchern. Wie nach dem eigenen Muster suchende Lebewesen klingen die „Patterns“ nicht, denn das Album bietet viel Progrock-Versiertheit, die auf melodischem und eingängigem Grund steht. „No Burden Left To Carry“ bietet als Opener eine gelungene Mischung aus Spock’s Beard Zitaten und Kansas-Chören. Keyboarder John Boeghold liefert dabei auf dem Album mehr Synthie-Sounds ab als Mellotron-oder Orgelgeschwurbel, was noch mehr in Richtung Neo-Prog der britischen Art tendiert. Auch Yes und gar anspruchsvolle Supertramp würde ich in Folge immer mal wieder anführen. Zudem erinnert mich manche Passage an die US Progger Cairo, deren Debut ich neulich mal wieder aufgelegt habe.

Press_Photos_01„The Same Mistakes Again“ ist ein sehr eingängig, aber auch leicht melancholischer Song, „Orphans Of The Universe“ ein wahres über 10 minütiges Epos, welches auch mal nach Eloy klingende Keyboards auffährt. Eine tolle Nummer, die durch clever ausrangiertes Songwriting glänzt und hervorragend zum Refrain überleitet. Nach dem etwas gediegeneren, nicht großartig auffallenden „No One Ever Died And Made Me King“ gibt’s mit „Fall Away“ eine balladeske Nummer, die durch intensiven Refrain mit Weltklasse-Gesang hervorsticht. Nach den beiden gutklassigen Prog-Harmonien „TheseAre My Things“ und „We Write The Ghost Stories“ folgt ein weiterer Höhepunkt mit dem witzigen „No Land’s Man“, welches „lustige“ Keyboardklänge vorweist und einen Refrain hören lässt, der sicher nicht einfach zu singen ist. Möchte nicht wissen, wie oft Ted Leonard hier bei den Proben „No Man’s Land“ anstelle von „No Land’s Man“ gesungen hat.

Wie so oft kommt das Allerbeste zum Schluss. In diesem Fall mit dem erneut über 10 Minuten langen „Stars Along The Way“. Eine Nummer, die mich irgendwie an die Gänsehautatmosphäre des letzten Mostly Autumn Albums erinnert. Fantastische Melodien, einfühlsam bis intensiver Gesang und auch das Gitarrenspiel von Leonard überzeugt hier voll. Bei den vorherigen Songs blieben die Gitarren meiner Meinung nach ein klein wenig zu blaß. Zuerst harmonisch ausgewogen mit hervorragendem Refrain nimmt der Song mit der Zeit immer mehr an Dramatik zu. Ein tolles Prog-Epos.

„Pattern-Seeking Animals“ ist ein gutes und meist auch interessantes Prog-Album geworden, dass besonders den Leuten gut reinlaufen dürfte, die Spock’s Beard zwar mögen, auf die ein oder andere Sperrigkeit aber gut verzichten können. Wie langlebig diese Band sein wird und ob man sie auch auf der Bühne bewundern kann, wird man sehen. Das Album auf jeden Fall kann schon mal viel.

Pattern-Seeking Animals – No One Ever Died and Made Me King: https://youtu.be/wl7hYwca0uw

Lineup:

John Boegehold Synths, Keyboards
Ted Leonard Vocals, Guitar
Dave Meros Bass
Jimmy Keegan Drums, Vocals

Label: InsideOut Music

VÖ: 08. Juli 2019

Spieldauer: 58:08

Titelliste:

  • No Burden Left to Carry
  • The Same Mistakes Again
  • Orphans of the Universe
  • No One Ever Died and Made Me King
  • Fall Away
  • These Are My Things
  • We Write the Ghost Stories
  • No Land’s Man
  • Stars Along the Way

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