Wynchester – Wynchester

Bewertung: 9/10

011968Beim Wort Wynchester denke ich sofort an den berühmten Henrystutzen (eine Winchester 66), eines der Gewehre von Old Shatterhand, einer Roman-Figur des deutschen Schriftstellers Karl May. Gemeinsam mit seinem Blutsbruder Winnetou durchstreifte er die Prärien des Wilden Westens. Das Gewehr kann man übrigens heutzutage im Karl-May-Museum in Radebeul (bei Dresden) bewundern. Was liegt also näher, als eine Band, die die sich der Musik dieser Zeit verschrieben hat, nach dieser legendären Waffe zu benennen. Nach einer EP (2014) veröffentlichte das Duo Mike Bray / John Konesky im Juni sein selbstbetiteltes Debütalbum. Im Spätsommer kann man Wynchester bei einigen Konzerten in Deutschland live erleben, unter anderem als Support für das Devon Allman Projekt.

945050Mit ihrem Soloalbum bewegen sich Wynchester auf einem äußerst schmalen Grat. Die Wurzeln ihrer Musik liegen ganz klar in der Country- und Western-Musik des 19. Jahrhunderts. Das merkt man am Gesang und auch über große Teile in der Instrumentierung (akustische Gitarre, Geige, Banjo). Zusätzlich verwenden sie aber auch modernere Elemente des Rocks. Aber diesen Gratwanderung gelingt dem Duo aus der Stadt der Engel ausnehmend gut. Gekonnt fügen sie Zitate des Southern Rock ein (Steel Guitar, Orgel, Schlagzeug). Man fühlt sich versetzt in die Whiskey-geschwängerte Atmosphäre eines amerikanischen Saloons. Highlights für mich sind die klassisch gestylten Songs wie “Glass Is Half Full”, ”Ridge Runner”. Überragend finde ich “Swymmyn In Wymmen Laughter”. Hier zeigen Mike Bray und John Konesky, dass sie ihre Musik nicht immer ganz bier- (oder besser Whiskey-?) ernst nehmen. Aber auch moderner angelegte Songs wie “Gospel Of Good Times”, “Second Family” oder “Two Man Job” können voll und ganz überzeugen.

Das Debüt von Wynchester ist rundum gelungen. Das Album macht von Anfang bis Ende Spaß. Auch wenn es fernab meiner sonstigen Hör-Gewohnheiten liegt. Aber warum sollte selbst ein eingefleischter Metalhead nicht hin und wieder sentimental werden. Auf die Show Ende August in Hamburg freue ich mich schon jetzt.

Wynchester – Ridge Runner: https://youtu.be/0254Aq7Shpc

Lineup

Mike Bray – Vocals, Guitar
John Konesky – Vocals, Guitar

Label: Eat Music / InGrooves

VÖ: 29. Juni 2018

Spieldauer: 40:10

Titelliste:

  • Buzz To Catch
  • Coulda Been
  • Fall Down
  • Glass Is Half Full
  • Gospel Of Good Times
  • High Desert Rambler
  • Ridge Runner
  • Second Family
  • Swymmyn In Wymmen Laughter
  • Two Man Job
  • Walks Of Life

Ein Gedanke zu “Wynchester – Wynchester

  1. Pingback: Devon Allman Project, Hamburg 2018 | Keep on Rockin'

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