Nocturnal Rites – Phoenix

Autor: Kerbinator (Rockcastle Franken)

Bewertung: 7/10

NR_P-C_1500x1500Wie Phoenix aus der Asche tauchen sie wieder auf, die Schweden Nocturnal Rites. Die Band, die im Jahr 2000 mit „Afterlife“ ein vielbeachtetes und generell top bewertetes Album am Start hatte. Bereits 1990 gegründet, war dieses Album nach drei mehr oder minder auffälligen Releases das Durchbruch-Album für die Band. Dachte man zumindest. Denn der Durchbruch erfolgte irgendwie doch nicht. Denn schon das folgende Album „Shadowland“ und auch „New World Messiah“ konnte das Niveau von „Afterlife“ nicht unbedingt halten. Und nach den folgenden „Grand Illusion“ und „The 8th Sin“ war 2007 erst mal Schluss. Gitarrist Chris Rörland wanderte zu Sabaton ab und die Band verschwand in der Versenkung.

Doch jetzt, 10 Jahre später, sind die Jungs aus Umea wieder da. Und zwar mit einem neuen Album namens „Phoenix“, steigen sie aus der liegengelassenen Asche. Und die Band hat dem typischen Schweden-Sound a’la Bands wie Tad Morose, Morgana Lefay oder auch Bloodbound und Inmoria nun eine ordentliche Portion Melodic Power Metal spendiert. Gesanglich liefert immer noch Johnny Lindkvist ab, der auch schon die Vorgängeralben mit seinem durchweg guten Stimmorgan veredelte. Musikalisch scheint man voll neu motiviert, denn mit dem Opener „A Heart As Black As Coal“ gelingt gleich ein echter Power-Smasher, der eingängig und trotzdem mit viel Schmackes ertönt und einen Klasse-Refrain auffährt. NOC_P_P05Genauso geht es mit „Before We Waste Away“ und „The Poisonous Seed“ weiter. Man fühlt sich tatsächlich an frühere „Afertlife“-Zeiten oder auch an neuere Werke von Tad Morose erinnert. Will heißen, Power Metal schwedischer Art mit dem Hang zu leich progressiven Stilmitteln.

Jedoch verpufft das hohe Level in Folge zunehmend. Nocturnal Rites driften mehr in typisches Melodic Power Metal Sicherheits-Songwriting inklusive wenig Innovationen ab. Zwar sind Songs wie „The Ghost Inside Me“, „What’s Killing Me“ oder „Flames“ keine schlechten Songs, aber der Aha-Effekt der ersten paar Tracks bleibt aus. Lead Gitarrist Per Nilsson steuert zielsicher durch die Saiten-Landschaft, ohne dabei übermäßig zu glänzen, dafür halt songdienlich. Der ein oder andere Gitarren-Ausbruch hätte vielleicht gut getan. Auch die Drums verschießen ihr Pulver nicht in vollem Umfang, so dass ein bisschen mehr Druff-und-Dewitt nicht schlecht gekommen wäre.

Was bleibt ist also ein gutklassiges Powermetal-Album mit gutem Sänger und ein paar wirklich tollen Songs, aber auch der Erkenntnis, daß der Weg zurück zur Erstklassigkeit für Nocturnal Rites noch ein steiniger sein wird. Sie waren halt doch etwas zu lange weg, um die Band noch auf der Uhr zu haben und die Formschwäche zum Ende des Albums hin hilft da auch nicht wirklich weiter.

Diese Schweden konnten es schon mal besser, aber bemühen sich redlich und zwei, drei Aufhorcher sind ja dabei. Ein „Willkommen zurück“ sollte erlaubt sein.

NOCTURNAL RITES – Repent My Sins (2017) // official clip: https://youtu.be/MN5bWwkeWAo

Lineup:

Jonny Lindqvist – Vvocals
Nils Eriksson – Bass
Per Nilsson – Lead Guitar
Fredrik Mannberg – Guitar
Owe Lingvall – Drums
 

Label: AFM Records

VÖ: 29. September 2017

Spielzeit: 47:04

Titelliste:

  • A Heart As Black As Coal
  • Before We Waste Away
  • The Poisonous Seed
  • Repent My Sins
  • What’s Killing Me
  • A Song For You
  • The Ghost Inside Me
  • Nothing Can Break Me
  • Flames
  • Used To Be God (Digipack Bonus)
  • Welcome To The End

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