Weeping Silence – Opus IV Oblivion (Review)

weepingsilence_opus4oblivion_coverWer glaubt, die Nordeuropäer haben die Düsternis in der Musik für sich allein gepachtet, der täuscht sich gewaltig. Beispiel gefällig? Die 1998 gegründete Band Weeping Silence von der sonnigen Mittelmeerinsel Malta klingt so düster wie eine skandinavische Doom Metal Band. Einen Vorgeschmack auf den Sound bekam ich auf dem diesjährigen Dames Of Darkness Festival. Nach einer EP und drei Alben liegt jetzt der vierte Longplayer vor – “Opus IV Oblivion”.

WeepingSilence_Band“Oblivion – Darkness in My Heart Anno XV” startet mit Meeresrauschen. man hört die Möwen schreien, Diane Camenzuli singt zunächst ohne instrumentale Begleitung. Dann setzen mit voller Wucht die Instrumente. Eine Doom-Walze schiebt sich aus den Lautsprechern. Das Schlagzeug gibt den Rhythmus vor, dazu das Wechselspiel zwischen Klargesang und Growls. Mit cleanen Gitarren startet “Ivy Thorns Upon the Barrow” bevor auch hier die Riffs zuschlagen. Die klare Stimme von Diane setzt ein, bevor die Growls von Dario Pace Taliana für Düsternis sorgen. Der Klargesang schwingt sich in höhere Tonlagen, während die Growls das Blut in Adern gefrieren lassen. Weeping Silence“Eyes of the Monolith” klingt getragen, fast majestätisch. Mit dem geringen Tempo werde ich an die schwedischen Doomer von Isole erinnert. “Hidden from the Sun” beginnt sehr melodisch mit cleanen Gitarren und einer Erzählstimme. Tempomäßig wird ein wenig Fahrt aufgenommen, der Double-Bass treibt voran. Diane singt etwas tiefer als zuvor. Im Mittelteil gibt es dann einen sehr melodischen Gitarrenpart, der fast schon beschwingt klingt und sich der Düsternis ein wenig in den Weg stellt.

Auch “In Exile” startet zunächst mit cleanen Gitarren, Schlagzeug und Keyboard setzen ein. WeepingSilence_credit_StevenMuliettAber auch dann ertönen schwere Gitarrenriffs und die Trommelfelle des Double Bass werden malträtiert. Zu Beginn von “Stormbringer” hört man wieder Meeresrauschen, dazu Schritte im Sand. Streicher unterlegt von akustischen Gitarren begleiten zunächst den ruhigen Gesang von Diane. Später setzen dann schwere Riffs und der Double Bass ein, bevor Dario mit seinen Growls erneut für Eiseskälte sorgt. Auch “Transcending Destiny” beginnt mit Streichern cleanen Gitarren bevor der elfenhafte Gesang von Diane Camenzuli einsetzt. Doomige Gitarren bestimmend dann den Sound, das Schlagzeug sorgt für den Rhythmus. Weeping SilenceGegen Ende gibt es dann noch filigranes Gitarrenspiel. Mit e-Piano-Klängen startet dann “Bury My Fairytale”. Unter all den langsam und getragen gespielten Songs ist dies DIE Ballade des Albums. Wunderschön. Gegen Ende kommen dann Growls und Double Bass dazu, bevor der Song mit einer e-Piano-Melodie ausklingt. Bei “Gothic Epitaph” wird es dann noch einmal episch. Tiefe langsame Riffs, dazu erneut der Wechsel zwischen Growls und Klargesang. Gegen Ende gibt es dann noch einmal geniale Gitarrenparts

Nach dem ersten Hören musste ich mich erst noch einmal auf der Landkarte vergewissern, dass Malta tatsächlich im Mittelmeer liegt und nicht etwa im hohen Norden vor der norwegischen Küste, so düster und Weeping Silencevoller Melancholie klingt das Album. Die doomigen Gitarren, der Wechsel zwischen bitterbösen Growls und Elfengesang sorgen für ein Wechselbad der Gefühle. Fans von Tristania, Draconian oder auch Avatarium sollten hier unbedingt eine Hörprobe nehmen. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten die Malteser im nächsten Jahr beim Metal-Festival vor ihrer eigenen Haustür erneut live zu erleben.

Offizieller Video-Clip zu Eyes of the Monolith: https://youtu.be/uF3bBih25Dc

Lineup:

Diane Camenzuli – Gesang
Dario Pace Taliana – Gesang
Manuel Spiteri – Gitarren
Mario Ellul – Gitarren
Sean Pollacco – Bass
Alison Ellul – Keyboards
Angelo Zammit – Schlagzeug

Label:  Massacre Records

VÖ: 23.10.2015

Spieldauer: 52:47

Titelliste:

  • Oblivion – Darkness in My Heart Anno XV
  • Ivy Thorns Upon the Barrow
  • Eyes of the Monolith
  • Hidden from the Sun
  • In Exile
  • Stormbringer
  • Transcending Destiny
  • Bury My Fairytale
  • Gothic Epitaph 

3 Gedanken zu “Weeping Silence – Opus IV Oblivion (Review)

  1. Pingback: Metal Over Malta 2016 | News about Melodic Rock and Metal Music

  2. Pingback: Voices Of The Succubi 2017 | Keep on Rockin'

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