TEN–Isla De Muerta (Review)

FolderDie Briten von TEN sind ein Urgestein des melodischen Rocks. Gegründet 1995 von Sänger Gary Hughes. Der Sänger schrieb und produzierte die ersten drei Solo-Alben von Bob Catley (Magnum, Avantasia) und wirkte auf dem 2000er Album “Ayreonauts Only” mit. In der nun 20jährigen Geschichte gab es viele Besetzungswechsel. Bekanntestes ehemalige Mitglied dürfte wohl Don Airey gewesen sein, der jetzt bei Deep Purple in die Tasten haut.

Der Wind pfeift, die Wellen rauschen, dann setzen Trommeln ein. So beginnt das Album mit dem Instrumental-Intro “Buccaneers”. Das Keyboard verleiht dem Intro eine gute Portion Bombast. Dann leiten Streicher ohne Unterbrechung zu “Dead Men Tell No Tales” über. Der Song ist äußerst melodisch. Aber das prägende ist hier, wie auch auf dem gesamten Album, die klare Stimme von Sänger Gary Hughes.

Etwas rockiger präsentiert sich dann “Tell Me What To Do”. Gefällige, fast etwas poppig daherkommende Melodien. Die Gitarren im Mittelteil geben dem Ganzen dann aber doch eine rockige Schlagseite. Mit “Acquiesce” geht es dann rockig weiter. Nach einer bombastischen Keyboard-Passage braten dann die Gitarren. Der Rhythmus sorgt dann auch für leichtes Bangen des Autors. “This Love” startet ruhig mit Streichern. Später setzen dann die Gitarren ein. Eine Ballade, die dank dezent bratender Gitarren haarscharf am Kitsch vorbeischrammt.

Ten2015Härter wird es dann wieder in “The Dragon And Saint George”. Die Melodie-Führung hat eine poppige Schlagseite. In der Mitte und gegen Ende gibt es schöne Gitarrenmelodien. Etwas rockiger kommt “Intensify” daher. Es folgt ein weiterer Doppelsong mit “Karnak – The Valley Of The Kings”. Zunächst ein instrumentales Intro, das orientalisch aus den Lautsprechern klingt, bevor es dann wieder rockiger wird und die Melodien den Bezug zum Orient verlieren, obwohl hier das ägyptische Tal der Könige besungen wird. Der Refrain ist aber durchaus gefällig und einprägsam.

“Revolution” wirkt dann schon fast etwas groovig. Einer der wenigen Songs, der die Einstufung als Hardrock verdient. Sind da im Hintergrund leichte Growls zu hören? Auch hier gibt es im Mittelteil die melodischen Lead-Gitarren zu hören, leider etwas zu kurz. “Angel Of Darkness” ist dann wieder ein richtiger Rocker, der Gesang wirkt jedoch teilweise etwas hektisch. Auch “The Last Pretender” rockt, zumindest teilweise. Diverse Rhythmus- und Melodie-Wechsel erzwingen die Aufmerksamkeit des Hörers. Filigranes Gitarrenspiel und dezentes Riffing prägen den Song.

Mit einer Ballade endet die europäische Version des Albums. ”We Can Be As One” startet mit Gary Hughes plus e-Piano. Später setzen dann Gitarren ein, bei denen die Lead-Gitarristen noch einmal ihr Können zeigen dürfen.

TEN haben das Genre des melodischen Rock sicherlich nicht neu erfunden. Trotzdem macht es über weite Strecke durchaus Spaß, das Album anzuhören. Leicht beschwingte Rockmusik, die aber nicht selten in Richtung Kitsch, Pop oder Schlager abdriftet. Ich frage mich, was die Piratenbraut und ihr Schiff auf dem Album-Cover wohl mit der Musik zu tun haben sollen. Seemanns- oder gar Piraten-Feeling sucht man hier vergebens. Das wird wohl ein Geheimnis der Band bleiben.

Lineup:

Gary Hughes – Gesang
Dann Rosingana – Lead-Gitarren
Steve Grocott – Lead-Gitarren
John Halliwell – Rhytmus-Gitarren
Darrel Treece-Birch – Keyboards
Steve McKenna – Bass
Max Yates – Schlagzeug

Label: Rocktopia Records

VÖ: 20. Mai 2015

Spieldauer: 1:04:10

Titelliste:

  • Buccaneers (Instrumental Intro) – Dead Men Tell No Tales 
  • Tell Me What To Do 
  • Acquiesce
  • This Love 
  • The Dragon And Saint George 
  • Intensify 
  • Karnak (Instrumental Intro) – The Valley Of The Kings 
  • Revolution 
  • Angel Of Darkness 
  • The Last Pretender 
  • We Can Be As One (European Bonus) 


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