Es fühlt sich einfach wie Schicksal an – Interview mit Famous Strangers

Famous Strangers wurden im Jahr 2023 von Gitarrist Jeff Kittlitz und Schlagzeuger Brian “Beej” Beejerson in Edmonton (kanadische Provinz Alberta) gegründet. Die beiden kannten sich aus dem bereits 2013 aufgelösten Band-Projekt This Is War. In dieser Zeit bleiben sie nicht untätig, sondern arbeiteten gemeinsam an neuem Song-Material. Im Laufe der Jahre stieß Bassist Braden Sustrik dazu. Das Trio arbeitet zunächst an Instrumental-Stücken, bis Sängerin Amanda Kiernan bei einer Probe erschein und gemeinsam mit ihnen jammte. Amanda kenne ich bereits seit 2015, als sie mit ihrer damaligen Band The Order of Chaos für Battle Beast eröffneten. Ich war von Anfang von ihrer kraftvollen und variablen Stimme beeindruckt. Nach einem kurzen Zwischenstopp bei Into Eternity will sie nun auch den Sound von Famous Strangers bereichern. Der Pressetext beschreibt den Sound als „emotional, unverfälscht und unberechenbar“. Also habe ich bei der Band einmal nachgefragt. Sängerin Amanda Kiernan hat sich die Zeit genommen, meine Fragen zu beantworten.

KoR: Hallo. Ich bin Rainer und schreibe für Keep on Rocking. Danke, dass ich dieses Interview mit Euch führen kann. Ihr seid eine neue Band. Stellt Euch den Fans bitte kurz vor.

Amanda: Wir sind Famous Strangers aus Sherwood Park bzw. Edmonton in Alberta. Wir bestehen seit 2023 und sind alle alte Hasen in der Musikszene. Wir spielen Heavy Rock mit einem Einfluss von Metal, Blues und Punk, und es geht uns vor allem darum, Liebe zu verbreiten, Spaß zu haben und die Musik zu machen, die unserem jeweiligen Tagesgefühl entspricht – wenn ihr versteht, was ich meine.

KoR: Famous Strangers haben eine lange Vorgeschichte. Warum hat es bis zur Band-Gründung so lange gedauert?

Amanda: Ich habe den Eindruck, dass keiner von uns bis zu diesem Moment wirklich bereit für den anderen war. Wir befanden uns alle in unterschiedlichen Lebensphasen und gingen unsere eigenen Wege. Ich glaube, es war der perfekte Zeitpunkt im Universum, denn ich glaube nicht, dass irgendeiner von uns damals die Zeit, die Mühe oder das Geld hätte aufbringen können, die jetzt nötig sind. Früher war ich selbst sogar in zwei Bands, und es war schon schwer genug, zwei unter einen Hut zu bringen, geschweige denn eine. Wir sind sehr dankbar, dass wir uns genau in diesem Moment gefunden haben. Es fühlt sich einfach wie Schicksal an.

KoR: Wie haben Jeff Kittlitz und Brian Beejerson ihre musikalischen Mitstreiter Braden Sustrik und später Amanda Kiernan gefunden?

Amanda: Die drei Jungs kennen sich schon fast ihr ganzes Leben lang und sind durch Bands miteinander verbunden. Jeffs Bruder Junior spielte zusammen mit Braden in einer Band namens „Compromise“, und ich weiß, dass Beej und Braden ebenfalls zusammen in einer Band gespielt haben – sie kennen sich also schon seit Jahrzehnten und sind zusammen aufgewachsen.

Ich kannte Jeff bereits aus der Metal-Szene, weil ich immer zu Konzerten verschiedener Metal-Genres ging – genau wie Jeff. Ich sah ihn ab und zu, manchmal bei einem Punk-Konzert oder ähnlichen Veranstaltungen. Es ist irgendwie cool, dass wir uns wahrscheinlich zwanzig Jahre lang immer wieder auf Partys oder Metal-Konzerten über den Weg gelaufen sind, dass wir nach und nach zueinandergefunden haben und nun zu viert hier sind. Wir ahnten nicht, dass wir uns schon so oft begegnet waren, ohne es zu wissen. Es ist irgendwie cool, wenn man bedenkt, dass man neben diesen Fremden stand und sie dann eines Tages zur eigenen Familie wurden. Ich bin ziemlich froh, dass wir uns alle gefunden haben.

KoR: Ursprünglich haben Jeff und Brian die Songs zu zweit geschrieben. Werden jetzt alle Band-Mitglieder in das Songwriting einbezogen?

Amanda: Ja, wir sind alle daran beteiligt. Wir beschäftigen uns auch immer noch mit den alten Songs, weil sie sich weiterentwickeln und verändern. Es ist wirklich cool, die Reaktionen der Jungs auf diese Veränderungen zu beobachten, da sie diese Songs schon so lange spielen und musikalisch so viele verschiedene Phasen durchlaufen haben, verschiedene Sänger ausprobiert haben und so weiter. Es ist wirklich cool zu sehen, wie sich alle Songs wandeln und weiterentwickeln, bis sie schließlich ihre endgültige Form erreichen – das hat schon etwas Magisches.

Also ja, wir sind alle am Songwriting beteiligt. Wir haben alle völlige kreative Freiheit, daher ist es wirklich cool zu sehen, in welche Richtungen sich jeder entwickelt. Es gibt keine Regeln, und wir lassen uns nicht gerne in eine Schublade stecken. Wir lieben es, all die verschiedenen Klänge und Genres zu erkunden, zu entdecken und uns darauf einzulassen – und genau dadurch entsteht die Magie.

KoR: Beschreibt bitte Euren Sound. Wie unterscheidet sich dieser von Euren vorherigen Bands und Projekten?

Amanda: Ich habe viele unterschiedliche Meinungen zu unserem Sound gehört, und es gefällt mir wirklich gut, dass manche Leute ihn als atmosphärisch und stimmungsvoll beschreiben, aber auch als 80er-Jahre-Rock. Manche sagen, wir würden sie an Halestorm erinnern, oder ich habe auch schon Vergleiche mit Skid Row und Dio gehört, was eine Ehre ist.

Er unterscheidet sich schon sehr von unseren alten Projekten. Man hört zu hundert Prozent, dass vieles aus den alten Projekten in diese Band einfließt, denn dort liegen unsere Wurzeln, das ist unser Fundament, aber das hier ist ein ganz neues Kaliber. Es ist wirklich cool, unseren eigenen Sound zu finden. Es gibt immer noch viele Anklänge an das Alte, sogar bei „As Your Leader“ ist mir nach einer Weile aufgefallen, dass es mich irgendwie an „Order of Chaos“ erinnert, und ich bin mir sicher, dass die Jungs bei ein paar der Songs dasselbe sagen könnten. Aber es ist insofern anders, als dass wir Genregrenzen überschreiten – wir sind sehr genreübergreifend. Es gibt Musik, die ich in meinem ganzen Leben noch nie geschrieben habe, wie diesen Blues-Song, und das liebe ich. Ich wollte schon immer etwas Langsames und Melodisches schreiben. Es war wirklich cool, unseren Sound zu finden, und es hat so viel Spaß gemacht, auf Entdeckungsreise zu gehen und all das, was wir aus unseren alten Bands gelernt haben, in die neue einzubringen.

KoR: Welche Bands und Musiker sind Eure musikalischen Vorbilder?

Amanda: Das ändert sich ständig, aber die Jungs reden meistens über Judas Priest, Deftones, Faith No More, The Smalls, Pink Floyd, Tool, Acid Bath und Slipknot. Die Liste geht ehrlich gesagt jeden Tag endlos weiter und weiter und weiter.

KoR: Die Band und das Album Debüt heißen „Famous Strangers“ (deutsch „Bekannte Fremde“). Wer sind die bekannten Fremden, von denen Ihr singt?

Amanda: Ich finde, Jeff kann das am besten erklären, da er derjenige ist, der sich den Namen ausgedacht hat. Es geht darum, dass wir vier in der Metal-Szene auf unsere eigene Art und Weise bekannt sind, dass wir in allen Bands, in denen wir bisher gespielt haben, einen guten Ruf genießen, dass wir Veteranen der Musikszene sind, aber zusammen sind wir doch Fremde, die sich neu zusammenfinden. Das war ein tolles Konzept, das er entwickelt hat, und es ist definitiv kein typischer Metal- oder Rockbandname.

Als er ihn zum ersten Mal vorschlug, gefiel er mir eigentlich zunächst nicht, aber mittlerweile hat er mich überzeugt und beginnt, sich durchzusetzen. Ich finde, es ist jetzt der perfekte Name, denn er ist einzigartig, irgendwie fehl am Platz – und genau das sind wir. Wir denken über den Tellerrand hinaus, gehen mit unserem Sound Risiken ein, streben nach den Sternen, sind ehrgeizig, lassen uns musikalisch auf alles ein und probieren alles aus. Wir haben vielleicht einige Songs, die nach dem Rock ’n’ Roll der Achtziger klingen, den die Leute immer wieder erwähnen, aber dann gibt es da diesen Sound, den wir haben, der ebenfalls sehr seltsam ist – aber hoffentlich auch faszinierend.

KoR: Wie zufrieden seid Ihr mit dem Album? Wie waren die Reaktionen der Fans und der Presse?

Amanda: Bei uns ist das Album zwar noch nicht erschienen, aber die Reaktionen, die wir bisher von der Presse erhalten haben, sind unglaublich. Wir sind total begeistert und freuen uns riesig, dass alle, die es gehört haben, so positiv darauf reagieren. Wenn einem die Leute das sagen, bestärkt es einen darin, dass man auf dem richtigen Weg ist. Besonders wenn es Menschen sind, die man liebt, unsere Liebsten – das ist das Wichtigste, denn sie haben uns von Anfang an begleitet, von den Anfängen an. Wenn Menschen, die man liebt und kennt, positiv reagieren, erinnert einen das daran und beflügelt einen, lässt einen denken: Okay, das ist echt, vielleicht werden unsere Träume wahr. Wir sind also sehr zufrieden mit dem Album, wir freuen uns riesig darauf.

Und versteht mich nicht falsch: Als Künstler wird es immer kleine oder auch große Teile dessen geben, was wir schaffen, mit denen wir nicht hundertprozentig zufrieden sind. Ich glaube, das wird immer so bleiben. Es ist gut, Zeit in seine künstlerische Arbeit zu investieren, aber wenn man zu viel Zeit damit verbringt, dreht man sich nur im Kreis und macht sich selbst verrückt. Deshalb ist es gut, Deadlines zu haben und Sachen zu veröffentlichen, denn ich weiß nicht, ob irgendein Künstler jemals hundertprozentig zufrieden ist. Wenn ja, ist das großartig. Ich schätze, ich bin mit einigen der Songs hundertprozentig zufrieden, aber es gibt sicher ein paar Dinge, die ich gerne besser gemacht hätte. Man entwickelt sich immer weiter und lernt dazu.

KoR: Das Album habt Ihr in Eigen-Regie veröffentlicht. Viele andere Rock- und Metal Bands machen das bereits seit vielen Jahren. Denkt Ihr über einen Platten-Deal nach oder wollt Ihr weiterhin unabhängig bleiben?

Amanda: Das haben wir auf jeden Fall im Hinterkopf. Wir wollen zwar unabhängig bleiben, aber wir bauen auch ein solides, großartiges Team aus tollen Menschen auf, denen unser Wohl am Herzen liegt, die uns respektieren und uns helfen, den richtigen Weg einzuschlagen. Wir sind uns also noch nicht sicher – es hängt davon ab, was sich ergibt und welche Möglichkeiten sich bieten. Wir sind auch vorsichtig, denn wir wollen sicherstellen, dass wir das richtig und gut machen. Manchmal kann die Musikbranche ein beängstigender Ort sein, wenn man nicht sorgfältig vorgeht und sich nicht gründlich informiert.

Wir wollen einfach sichergehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, die richtigen Schritte unternehmen und mit ehrlichen, freundlichen und respektvollen Menschen zusammenarbeiten, die uns tatsächlich helfen – anstatt in einer dieser Horrorgeschichten zu landen, von denen man bei Bands und Labels immer wieder hört. Wer weiß also, wohin uns der Weg führen wird. Es ist definitiv eine Herausforderung, alles eigenständig zu machen, aber wir schaffen das mit dem großartigen Team, das wir haben. Wenn sich eine Vertragsvereinbarung für uns anbietet, werden wir diesen Weg einschlagen, aber vorerst machen wir weiter so wie bisher.

KoR: Wie wichtig ist Euch der Kontakt zu Euren Fans, insbesondere bei Live-Auftritten?

Amanda: Ich bin der Meinung, dass die Verbindung zu unseren Freunden im Publikum – und ich nenne sie nicht gerne „Fans“, denn sie sind Freunde, sie sind Familie – der einzige Grund ist, warum wir existieren und warum unsere Träume wahr werden. Das größte Hochgefühl, das ich je erlebt habe, ist, auf der Bühne zu stehen und mit jedem Einzelnen im Publikum in Verbindung zu treten – das ist es, was uns antreibt, das ist der Antrieb, daraus entsteht die Dynamik. All die Stunden, die man im Auto verbringt, die Zeit und das Geld, die man investiert – all das dient nur diesen etwa dreißig Minuten auf der Bühne, um dieses Gefühl zu erleben.

Diese Verbindung entsteht nicht nur auf der Bühne, sondern auch durch Nachrichten im Internet – Menschen, die sich bei uns melden und uns erzählen, wie sie sich fühlen und welche Erfahrungen sie mit unserer Musik machen – das macht uns wirklich glücklich. Man hat vielleicht gerade einen schlechten Tag, und dann meldet sich jemand und sagt, dass unser Song ihm wirklich geholfen hat – und in diesem Moment ist unsere Arbeit getan. Wir wollen nichts anderes, als Liebe auf der ganzen Welt zu verbreiten und den Menschen mit unserer Musik ein besseres Gefühl zu geben – und wenn das auch nur bei einer einzigen Person der Fall ist, ist das der einzige Grund, warum wir das tun.

Das Wichtigste sind also die Menschen, die uns unterstützen. Ohne Euch sind wir absolut nichts, und wir lieben Euch so sehr, wir schätzen und respektieren Euch. Ich hoffe, unsere Musik dringt tief in eure Seele ein und entfacht in euch etwas, das ihr noch nie zuvor gefühlt habt, beflügelt euch und lässt euch erkennen, wie besonders und wertvoll ihr seid, denn ihr seid großartig – ihr alle, jeder einzelne von euch. Wenn ihr alle bei einem Konzert zusammenkommt, ist diese Energie echt – man kann die Liebe spüren. Für mich ist das das, was das Leben ausmacht. Es gibt Liebe. Liebe ist die Antwort.

KoR: Was können die Fans künftig von Famous Strangers erwarten? Arbeitet die Band bereits an neuem Material? Und sind Live-Auftritte außerhalb Eurer Heimat geplant?

Amanda: Wir arbeiten bereits an neuem Material. Wir lernen gerade, dass man der Zeit weit voraus sein muss, also werden wir hoffentlich einfach weiter schreiben – wir haben noch etwa fünf Alben für euch in petto.

Und ob wir jemals ins Ausland wollen? Darauf haben wir die ganze Zeit hingearbeitet. Wir haben uns hier in Kanada eine Basis aufgebaut, und wir lieben es hier – das ist unser Zuhause –, aber wir freuen uns auch riesig darauf, auf Tour zu gehen und unsere Musik einem breiten Publikum näherzubringen. Hoffentlich ergeben sich bald einige Gelegenheiten dafür. Wir warten auf ein paar Dinge, aber es ist noch nichts bestätigt, daher kann ich noch nichts Konkretes sagen. Aber wenn es klappt, wird es wirklich aufregend – also behaltet unsere Website im Auge, famousstrangersband.com, denn dort werden alle Informationen veröffentlicht. Bislang stehen jedoch noch keine Auftritte im Ausland an.

KoR: Ich bedanke mich noch einmal für dieses Interview. Wollt Ihr den Fans zum Schluss noch etwas sagen?

Amanda: Noch einmal: Wir lieben Euch so sehr und danken Euch für alles, was Ihr für uns tut – Ihr lasst unsere Träume wahr werden. Ich wünsche Euch den schönsten Tag aller Zeiten. Rock ’n’ Roll.

Famous Strangers sind:

Jeff Kittlitz – Guitar, Backing Vocals
Brian “Beej” Beejerson – Drums, Backing Vocals
Braden Sustrik – Bass Guitar, Backing Vocals
Amanda Kiernan – Lead Vocals

Diskographie:

Deepstar – Single 2024
George – Single 2024
I’ll See You In The Stars – Single 2025
L.S.C. – Single 2025
Ghosts Of Men – Single 2026
As Your Leader – Single 2026
Famous Strangers – Album 2026

Social Media:

Facebook – https://www.facebook.com/FamousStrangersBand/
Homepage – https://famousstrangersband.com/
Instagram – https://www.instagram.com/famousstrangersband
YouTube – https://www.youtube.com/@Famousstrangersband
Amazon Music – https://music.amazon.com/artists/B0DG4RBC8F/famous-strangers
Apple Music – https://music.apple.com/us/artist/famous-strangers/1766585539
Spotify – https://open.spotify.com/intl-de/artist/449YCx1WixtaO3hfRwnAzZ

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