Bewertung
Album (40%): 9/10
Cover-Art (20%): 8/10
Songwriting (40%): 9/10
ø: 8,8/10
Die Symphonic Metal Band Aryem stammt aus Mexiko-Stadt und ist bereits seit 2012 aktiv. Das 2021er Album „The Bird’s Assembly“ hat mir recht gut gefallen. Der Pressetext zum dritten Album „Agnes“ spricht von einem kreativen Sprung. Seit dem letzten Album gab es eine personelle Änderung, Gitarrist Javier Díaz wurde durch Carlos Avilés ersetzt. Allerdings hat Javier Díaz noch einen Gastauftritt. Als Sänger und Gitarrist.
Es passiert nicht oft, dass ein Intro einem Album den Namen gibt, aber bei „Agnes“ ist dies der Fall. Ruhig und balladesk kommt der Song daher. Die wunderschöne Stimme von Karen Mendozza erklingt im Duett mit dem bereits erwähnten Javier Díaz. Das ist ein Intro der besseren Art – eine kurze Ballade. Bei „Event Horizon“ setzt dann die epische Gewalt ein. Wesentlich schneller gespielt passt sich auch Karen diesem Tempo an. Erfreulich ist, dass ihre Sopran-Einlagen gefällig klingen und sehr sauber gesungen werden. Galoppierende Gitarren und Double Bass treiben die Orchestrierungen an. Ist „Do You Feel Worthless Yet?“ symphonischer Metal? Im Prinzip ja, aber hier sind durchaus einige Disharmonien zu hören. Auch der Gesang klingt hektisch und stellenweise ein wenig schräg. Hier fließen Jazz-Elemente ein. Bei „In Love With You“ braten von Beginn an die Gitarren. Aber beim Gesang wird Tempo und Härte ein wenig zurückgenommen. Karen kann mit ihrem klaren Sopran brillieren. „Sellout“ klingt dann etwas chaotisch. Dazu sind einige teils sehr böse klingende Growls (Diego Heero Maaginen?) zu hören, aber auch Karen vermag immer wieder zu verzaubern. Die Mexikaner sorgen für viel Abwechslung auf dem Album. Die Ballade „Holding On“ ist dagegen melodischer angelegt. Der Gesang wirkt unaufgeregt und bewegt sich zumeist im mittleren Tonhöhenbereich. Bei „Into Gravity“ geht es dann wieder hart zu Werke. Rhythmische Gitarren und orchestrale Epik unterlegen die herausragende gesanglich Darbietung. Vor allem der Refrain ist eingängig. „Son del Alma“ wird auf Spanisch gesungen. Es heißt auf deutsch soviel wie „Es kommt von Herzen“. Die Verwendung von Elementen aus der lateinamerikanische Folklore gibt diesem Song ein besonderes exotisches Flair. „Battleground“ führt mit seinen eingängigen Melodien, den Chorussen und der Orchestrierung zurück in die Gefilde das klassischen Symphonischen, ja Cineastischen Metal. Karen Mendozza singt mit einem angenehm dunklen Timbre aber auch im hohen Sopran. Und stellt somit ihre stimmliche Vielfalt beeindruckend unter Beweis. In den straighten Rocker „All That’s Left of Me (Nightflowers)“ haben Aryem sehr viel Leidenschaft gepackt. Bass und harte Gitarren unterlegen den Gesang. Die Krönung ist das starke Gitarren-Solo. Im Gegensatz dazu klingt die Piano-Ballade „You Won’t Miss Me“ schwermütig. Neben dem Piano dominieren die Streicher. Zwischenzeitlich werden harte Gitarren-Melodien eingestreut. Und das Kontrastprogramm geht weiter. Bei „Nefilim“ sind als Einleitung Kampftrommeln und Kampfgesänge zu hören. Später wird der Sopran-Gesang von kraftvoller Orchestrierung unterstützt. Bei „Not Enough For You“ ballert das Schlagzeug und treibt somit die Musiker an. Gesang und harsche Growls gehen das hohe Tempo spielend mit. Als Abschluss erklingt das Outro „Lapsi Kuoleman Maailman“. Der Songtext ist in Finnisch und wir ruhig vorgetragen. Die letzten Textzeilen werden von Karen Mendozza nur noch geflüstert.
Auf „Agnes“ werden die Grenzen des symphonischen Metals geradezu gesprengt. Man kann sicherlich schon von Cineastischem Metal sprechen. Das Songwriting ist äußerst vielseitig. Immer wieder werden Elemente völlig andersgearteter Musikstile eingebaut. Das Album ist den vielfältigen gesanglichen Fähigkeiten von Karen Mendozza wie auf den Leib geschnitten. Aryem haben sich in den vergangenen Fünf Jahren deutlich weiterentwickelt.
Aryem – Sellout: https://youtu.be/pWa1JLxA_bI?si=xf5I7buswZPAiAy_
Lineup:
Luis Arturo Echegollen – Drums
Diego Heero Maaginen – Bass
Carlos Avilés – Guitars
Karen Mendozza – Vocals
Javier Díaz – Lead Vocals on Track 1, Additional Guitars
Label: Selbstrelease
VÖ: 10. April 2026
Spieldauer: 01:00:12
Titelliste:
- Agnes (Intro)
- Event Horizon
- Do You Feel Worthless Yet?
- In Love With You
- Sellout
- Holding On
- Into Gravity
- Son del Alma
- Battleground
- All That’s Left of Me (Nightflowers)
- You Won’t Miss Me
- Nefilim
- Not Enough for You
- Lapsi Kuoleman Maailman (Outro)
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