Elenion – The Symphony Of The Night

Bewertung
Album (40%): 8/10
Cover-Art (20%): 8/10
Songwriting (40%): 9/10
ø: 8,4/10

Elenion wurden 2017 von Sängerin und Multi-Instrumentalistin Laura Berenice Piceda gegründet. Die aus Argentinien stammende Sängerin konnte ein internationales Lineup für ihr Projekt gewinnen, den brasilianischen Schlagzeuger Icaro Ravelo, den türkischen Gitarristen Kublai Kapsalis sowie den mexikanischen Keyboarder Eric Aguilar. „Die Musik von Elenion zeichnet sich durch das Zusammenspiel von ätherischen, opernhaften Gesängen und erdrückender Instrumentierung aus.“ So kann man es im Pressetext lesen. Fans von Nightwish, Epica, Therion, Haggard oder auch Kamelot sollen angesprochen werden. Acht Jahre sind seit der Gründung vergangen, nun steht das Debüt-Album „The Symphony Of The Night“ ins Haus.

Der Opener „Starborn“ leitet das Album mit Piano-Klängen und einem epischen Chor ein. Aber dann legen Schlagzeug, Gitarre, Bass und vor allem die Orchestrierung los. Epischer Metal schallt aus den Boxen. Sängerin Berenice Piceda betört mit einem sauber gesungenen Opern-Sopran. Bei „Carpe Noctem“ (auf Deutsch „Nutze die Nacht“) hören wir die argentinische Sängerin und Bassistin Juli Hope von der Symphonic Metal Band Abstracted Mind als kongeniale Duett-Partnerin. Auch sie bevorzugt die höhen Töne, ohne jedoch ebenfalls in den Opern-Modus zu wechseln. Ob sie Berenice Piceda auch am Bass unterstützt, vermag ich nicht zu sagen. Auch hier sorgen Schlagzeug und Gitarren für eine metallische Grundausrichtung. Die Orchestrierung wird etwas zurückgefahren. Dafür singt Berenice einige Koloraturen. „Conqueror Of The Sky“ startet mit einigen auf der Harfe gespielten Akkorden, die jedoch von der Orchestrierung und gelegentlichem männlichen Gesang verdrängt wird. Erneut sorgen Chorusse für viel Bombast. Es folgt die zweiteilige Metal Suite „The Ancient Devotion“. Zunächst wird in „Invocation“ eine knisternde Atmosphäre erzeugt. Die Sängerin flüstert zeitweise, nur durch minimale Instrumentierung begleitet. Diese wird jedoch wie bei einem Steigerungslauf immer druckvoller. Also eher eine Einleitung zum nun folgenden Hauptsatz „The Wild Goddess“, welcher vollgepfropft ist mit orchestralem Bombast. Berenice Piceda singt in den höchsten Tönen. Zum Glück schafft sie es ganz sauber ohne jegliche Schrillheit. Mit „Queen Of The Night “ wird die „Rache-Arie“ aus der Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ (Köchelverzeichnis 620) adaptiert. Diese wird mit deutschem Original-Text gesungen. Selbst die schwierigen Koloraturen meistert die Sängerin spielend. Immerhin hat sie im Laufe ihrer gesanglichen Karriere bei so einigen Opern-Aufführungen mitgewirkt. Bei „A Sailor’s Tale“ hören wir einen weiteren Gast, den brasilianischen Tenor Drake Chrisdensen (Ruins of Elysium). Aber zunächst hören eine ruhige gezupfte Gitarre. Dazu singt auch Berenice ruhig, begleitet von einem epischen Chorus. Das Duett Piceda / Chrisdensen ist hervorragend und könnte so auch Teil einer großen italienischen Oper sein. „Himno A Los Caídos“ wird in spanisch gesungen, gemeinsam von Gastsänger Pablo Arrieta und Berenice Piceda. Beginnend mit e-Piano, Orchestrierung und Chorussen ist ein ruhiger Metal Song zu hören. Das kurze Poem „An den Mond“ (Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe) wird erneut in deutschem Original-Text dargeboten – a cappella gesungen von einem Chor und einem Sopran. Zu Beginn von „The Hunting“ hören wir eine kraftvolle Metal-Orchestrierung gepaart mit treibendem Schlagzeug, Gitarren und Bass. Später schwingt sich Berenice erneut in hohe Tonbereiche auf. „The Last Dark“ wummert metallisch los, mit Gitarren, hartem Schlagzeugspiel und kraftvoller Instrumentierung. Die Sängerin singt hier über weite Strecken kraftvoll und zumeist auch nicht mehr so hoch, ja fast schon rockig. Sogar einige männliche Growls sind zu hören. Für die Epik sorgen große Chorusse. Neben der Rache-Arie der Königin der Nacht wohl eines der besten Stücke auf dem Album. Der Titel-Song „The Symphony Of The Night“ ist ein zwölfminütiges Monumental-Werk in fünf Sätzen. Als Duett-Partnerin kann man Nedy Gomez (Abyss Nox) hören. Die Vielfältigkeit, die man hier hören kann, lässt die Einstufung als Progressive Symphonic Power Metal zu. Wobei der Metal-Anteil hier tatsächlich sehr groß ist. Der krönende Abschluss, dieses mehr als einstündigen Albums.

Zum Anhören von „The Symphony Of The Night“ benötigt man viel Zeit, viel Ruhe und natürlich eine ausgeprägte Affinität zur klassischen Oper und zu Opern Metal. Denn genau das ist es, was auf dem Album zu hören ist. Große epische Orchestrierungen dominieren, aber auch der Metal-Anteil kommt nicht zu kurz. Die Gesangsleistungen sind herausragend. Allen voran natürlich die Koloratur-Sopranistin Berenice Piceda, die ihre Liebe zur großen europäischen Oper voll auslebt. Man kann den Sound lieben oder auch hassen. Ich tendiere zu ersterem. Ich verstehe aber auch die Heavy-Metal-Puristen, die sich mit diesem übergroßen Bombast wohl eher nicht anfreunden können.

Elenion – Carpe Noctem (Ft. Juli Hope): https://youtu.be/7gycWOIkcBc?si=ev4JUnwkVxOGPt4u

Lineup:

Eric Aguilar – Keys
Icaro Ravelo – Drums, Orchestra
Kublai Kapsalis – Guitars
Berenice Piceda – Vocals, Bass, Lyre, Whistles, Orchestra

Label: Selbstrelease

VÖ: 31. Oktober 2025

Spieldauer: 01:04:20

Titelliste:

  • Starborn
  • Carpe Noctem
  • Conqueror Of The Sky
  • Invocation- The Ancient Devotion
  • The Wild Goddess- The Ancient Devotion II
  • Queen Of The Night (Der Hölle Rache)
  • A Sailor’s Tale
  • Himno a los Caídos
  • An den Mond
  •  The Hunting
  • The Last Dark
  • The Symphony Of The Night

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