Das dritte Album der schwedischen Meister des Power Metal, „Mournbraid“, liefert den typischen Evermore-Sound aus aggressiven Gitarrenriffs, epischen Gesangspassagen und unvergesslichen, starken Hooks – alles verstärkt durch eine massive, saubere Produktion.
Evermore wurden 2016 gegründet. Die EP „Northern Cross“ wurde jedoch erst 2020 veröffentlicht. Das Debüt-Album „Court of the Tyrant King“ erschien ein Jahr später, gefolgt von „In Memoriam“ zwei Jahre später. Bis zum dritten Album „Mournbraid“ dauerte es weitere drei Jahre. Alle drei Alben wurden vom aktuellen Lineup eingespielt.
Mit dem epischen Intro „The Void“ startet das Album. Dieses geht direkt über in den Kracher „Underdark“. Hohe Metal Screams, knallende Riffs und antreibendes wummerndes Schlagzeug dominieren. Auch der Gesang von Johan Haraldsson bewegt sich im hohen Tonbereich. Ein echter Einheizer. „Nightstar Odyssey“ ist ruhiger. Die Streicher Orchestrierung sorgt für viel Epik. Der eingängige Refrain ist zwar ebenfalls ruhig, wird aber von schnellem Schlagzeugspiel unterlegt. Später gehen auch die Gitarren ein hohes Tempo. Bei „Titans“ werden die Musiker von Beginn an durch Schlagzeuger Andreas Viklands voran angepeitscht. Aber es gibt auch Verschnaufpausen, z.B. bei dem sehr melodischen Gitarren-Solo. Nach der Orchestrierung zu Beginn hören wir mit „Oath Of Apathy“ eine starke Power Metal Hymne. Der Gesang bewegt sich stellenweise im tieferen Bereich, aber auf die hohen Töne will Johan Haraldsson auch hier nicht verzichten. Der Chorgesang im Refrain ist dann die Krönung. Mit „The Illusionist (Raise The Curtain)“ wird wieder in den Hochgeschwindigkeits-Modus gewechselt. Mit einem starken Gitarren-Solo bei kaum vermindertem Tempo. Hohe Screams gibt es auch beim Kracher „Armored Will“. Die Orchestrierung liefert dazu eingängige Melodien. Passend zum Song-Titel „Ravens At The Gates“ ist zunächst der Schrei eines Raben zu hören. Dann wird es wieder schweißtreibend. Daran ändert sich auch mit „Mournbraid“ nichts. Als könnten Evermore nicht langsam. Oh doch, sie können. Wie sie bei der Piano-Ballade „Old Man’s Tale“ unter Beweis stellen. Später setzen dezent auch Streicher ein. Eigentlich sehr schade, dass diese „nur“ ein Bonus-Track ist. So ein äußerst besinnliches Stück sollte eigentlich fester Bestandteil dieses Albums sein.
Auf „Mournbraid“ leisten alle drei Musiker Schwerstarbeit, da Evermore zumeist hohes Tempo gehen. Da tut die Bonus-Ballade zum Abschluss richtig gut. Aber auch die Hymne „Oath Of Apathy“ sorgt ein wenig für Abwechslung. Und natürlich die vielen ruhigeren Passagen, die in die einzelnen Songs eingebaut wurden. Trotzdem wäre es schön, wenn die Musiker noch etwas häufiger den Fuß vom Gaspedal nehmen würden. Dann wäre eine noch bessere Bewertung möglich.
Evermore – The Illusionist (Raise The Curtain): https://youtu.be/Qg9-b-gIWt4?si=7dVjALHa65wgnI45
Lineup:
Johan Haraldsson – Vocals
Johan Karlsson – Guitar, Bass, Piano, Orchestrations
Andreas Viklands – Drums
Label: Scarlet Records
VÖ: 20. März 2026
Spieldauer: 51:46
Titelliste:
- The Void
- Underdark
- Nightstar Odyssey
- Titans
- Oath Of Apathy
- The Illusionist (Raise The Curtain)
- Armored Will
- Ravens At The Gates
- Mournbraid
- Old Man’s Tale (bonus track):
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