Bewertung
Album (40%): 8/10
Cover-Art (20%): 9/10
Songwriting (40%): 9/10
ø: 8,6/10
Maliant sind eine neue Metal Band aus Italien. Drei der vier Musiker (Larry Ozen, Kyrah Aylin und Francesco Caputo) spielten bzw. spielen bei der italienischen Symphonic Metal Band Elegy of Madness, welche zuletzt im Oktober 2023 das beeindruckende Album „XI“ veröffentlichte. Gitarrist Valerio Edward De Rosa ist u.a. bei Embrace of Souls (Italien) aktiv. Gegründet wurde die Band Anfang 2025 und arbeitet seitdem an ihrem ersten Studio-Album. Dieses erscheint unter dem Titel „Oracle“ im Januar 2026.
Bei „Annihilation“ knallen dem Hörer die Riffs nur so um die Ohren. Das erste, was man von Sängerin Kyrah Aylin hört, sind bitterböse Growls, bevor sie später mit ihrer klaren Gesangs-Stimme betört. Mit knallharten Gitarren und gelegentlichen Double Bass Attacken geht es bei „Elementary“ weiter. Im Kontrast dazu steht der ätherische Gesang. Aber auch dieser wird manchmal harscher. Glocken und ein Fade In Gesang eröffnen „Rise And Fall“. Trotz der harten Riffs und Schlagzeug-Passagen wirkt der Song hymnisch. Vor allem beim Refrain. Jedoch haut Kyrah wiederholt ihre abgrundtief bösen Growls raus. Aber sie zeigt, dass sie sich auch im hohen Sopran zu Hause fühlt. Während der hektischen Gitarren-Soli ist es allerdings mit dem hymnischen Einschlag vorbei. „Stigmata“ startet mit einigen Sound-Spielereien denen klare Gitarren-Akkorde folgen. Auch später bleibt es melodisch. Die Sängerin überrascht mit dunklem Timbre, im Wechsel mit hohem Sopran-Gesang. Ein zumeist sehr melodischer Song mit ein wenig symphonischer Ausrichtung. Auch „Entropy“ ist einer der ruhigeren Songs. Mit viel melodischen Gesangs-Einlagen. Aber auch mit harschem Sprechgesang und einigen Screams. „Desert Prayer“ ist ein kurzes ruhiges, ja fast balladeskes Zwischenspiel, bei dem Kyrah Aylin mit ihrer Stimme ein wenig experimentiert. Passend zum Titel „The Ritual Fire“ hört man ein Holzfeuer knistern. Aber dann sind die brachialen Urgewalten zurück, denen Kyrah ihren bezaubernden Sopran entgegenstellt. Aber wer ist die tiefe männliche Sprechstimme? Ich weiß es nicht, ist aber ein interessantes Gestaltungs-Element. „Mirror Of Deception“ ist hart und hymnisch mit einem symphonischen Einschlag. Erneut wechselt die Sängerin scheinbar spielerisch zwischen bösen Growls, harschen Screams und verführerischem Sopran-Gesang. Wieder sind Synthie-Soundspielereien zu hören, dazu eine stark verfremdete Stimme. So wird „Cyber 9“ eingeleitet, bevor sich die harten Gitarren in den Vordergrund drängen. Und erneut bildet der melodische Gesang einen starken Kontrast dazu. Auch der Rausschmeißer „The Witches‘ Brew“ wird von harten, teils hektischen Riffs dominiert. Kyrah Aylin schreit, screamt und growlt sich ein letztes Mal die Seele aus dem Leib. Aber sie beherrscht das Wechselspiel „Die Schöne und das Biest“ perfekt in Personalunion.
Wer auf „Oracle“ ein sympho-metallisches Meisterwerk à la Elegy of Madness erwartet hat, der wird unter Umständen enttäuscht werden. Zuviel musikalische Brachialgewalt ist zu hören. Vor allem die vielen Growls der Sängerin tragen dazu bei. Maliant haben sich dem modernen bzw. alternativen Metal verschrieben. Und in diesem Genre haben die Italiener tatsächlich ein Meisterwerk veröffentlicht. Viele sperrige Passagen wechseln sich ab mit melodischen Abschnitten. Und Kyrah Aylin interpretiert diesen musikalischen Widerspruch mit ihrem Gesang. Es ist beeindruckend welche stimmliche Vielfalt sie an den Tag legt.
Maliant – Rise And Fall: https://youtu.be/LijYl0Xs3yc?si=z1YeD5v16qvREOxi
Lineup:
Kyrah Aylin aka Chiara Di Mare – Vocals
Edward De Rosa – Guitars
Larry Ozen – Bass
Francesco Caputo – Drum
Label: Selbstrelease
VÖ: 22. Januar 2026
Spieldauer: 39:51
Titelliste:
- Annihilation
- Elementary
- Rise And Fall
- Stigmata
- Entropy
- Desert Prayer
- The Ritual Fire
- Mirror Of Deception
- Cyber 9
- The Witches’ Brew
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