Bewertung
Album (40%): 9/10
Cover-Art (20%): 8/10
Songwriting (40%): 8/10
ø: 8,4/10
Geboren aus der Asche von Aeternitas.
So kann man auf den Seiten der Encyclopaedia Metallum lesen. Und ja, es war ein herber Verlust für die Metal-Szene, als sich die Symphonic Metal Band Aeternitas im Jahr 2022 auflöste. Aber die beiden Masterminds Anja und Alex Hunziger aus Lübeck blieben nicht untätig. Das Resultat sind Aeon Gods. Statt symphonischen Metal erwartet den Hörer nun Power Metal. Natürlich mit dem Zusatz „Symphonisch“. Alex Hunziger hängte seine Gitarre an den berühmten Nagel und widmet sich nun offensichtlich ausschließlich dem Gesang. Es wurden zwei neue Gitarristen und ein Schlagzeuger gefunden. Nominal gibt es zur Zeit keinen Bassisten. Erstes Lebenszeichen war die Single „The Beginning“, welche es jedoch nicht auf das Debüt-Album „King Of Gods“ geschafft hat. Wie auch die zweite Single „Ereshkigal“ (Februar 2024) . Somit datiert die erste Album-Auskopplung auf den 16. September („Aeon Gods“). Das Album selbst erscheint im November diesen Jahres.
Gleich zu Beginn scheinen die Musiker ihrem Bandnamen alle Ehre machen zu wollen. Drei „Götter Songs“ leiten das Album ein. Den Anfang macht „Sun-God“. Ohne Vorrede schlagen die Drums und die Gitarren hart zu. Die Stimme von Alex Hunziger kennen wir bereits seit „Haunted Minds„. Aber jetzt gibt es kaum symphonischen Bombast. Dafür harten schnellen Power Metal. Lediglich einige epische Chorusse erinnern an frühere Zeiten. „King Of Gods“ bietet etwas mehr Symphonic, zumindest zu Beginn mit der Orgel-Einführung. Aber das ist nicht der Sound, den Aeon Gods bevorzugen. Auch hier gibt es melodischen Power Metal angereichert mit epischen Chorussen. „Aeon Gods“ ist der dritte im Bunde der Songs mit „God“ im Titel. Die epische Einleitung erfolgt durch Chorusse. Später erschallt rhythmische Riffs, die aber bei weiten nicht mehr mit so hohem Tempo daher preschen. Ein epischer Midtempo-Song, trotz der häufig zu hörenden Double Bass. „Babylon Burning“ suggeriert, dass die Stadt durch eine Feuersbrunst zerstört wurde. Aber der Turmbau wurde durch göttliches Eingreifen beendet. Wie auch immer, majestätische Riffs leiten den Song ein, bevor auch hier wieder losgepowert wird. Keyboard-Teppiche und Chorusse sorgen hier für jede Menge Epik. Danach folgt die Trilogie „The Flood“. Aber gemeint ist hier wohl nicht die biblische Sintflut. In „Enlil’s Command“ geht es wohl eher um einen sumerischen Gott, dem „Herr Wind“ (deutsche Übersetzung). Nach schnellem Start wird es während des Gesangs stellenweise ruhiger. Double Bass und Gitarren-Hooks bestimmen hier. Ähnlich sieht es bei „Nintu’s Lament“ aus. Nintu – „Die Herrin der Einöde“, „Die Mutter der Götter“ – entstammt ebenfalls der altbabylonischen Mythologie. Der Song selbst ist eine besinnliche Piano-Ballade, zumindest zu Beginn. Später kommt viel instrumentale Power hinzu, unterlegt von Keyboards. Und auch „Enki’s Grace“ ist der sumerischen Mythologie entlehnt – „Der Gott der lebensspendenden Feuchtigkeit“. Manowar Gedächtnis-Riffs und Chorusse sind zu hören. Eine große Power Metal Hymne. „The Descent“ startet ruhiger und mit viel orchestralem (Synthie-)Bombast. Die Epik bleibt auch später erhalten, wenn der Song in schnelle Power Metal gleitet. Viele Chorusse sind zu hören. Aber auch ein sehr ausgefeiltes Gitarren-Solo. Wir bleiben in der babylonischen Mythologie mit „Monsters Of Tiamat“. Die „Göttin des Salzwassers“ wird in dieser kämpferischen Power Metal Hymne thematisiert. „Tablet Of Destinies“ bringt uns zum Rat der Götter, bei dem der Herrscher des Kosmos ernannt wurde. Das Schlagzeug galoppiert hier vorwärts, immer wieder untermalt durch orchestralen Bombast.
Natürlich kann ich es nicht unterlassen Aeon Gods mit Aeternitas zu vergleichen. Ich denke, das was sich auf „Haunted Minds“ bereits andeutete wird auf „King Of Gods“ konsequent umgesetzt. Wir hören sehr gut gemachten epischen Power Metal. Mit einem satten Sound. Da hat Produzent Sebastian „Seeb“ Levermann (Orden Ogan) ganze Arbeit geleistet. Aeon Gods haben ein überzeugendes Debüt-Album rausgehauen. Was mir weniger gefällt sind mehr oder weniger sinnvollen Künstler-Namen und das etwas kitschig wirkende Outfit der Musiker.
Aeon Gods – Aeon Gods: https://youtu.be/JtNHMrGg2vI?si=lU-r03usJlk7DEh2
Lineup:
Alex „Sol’Ra-tu“ Hunzinger – Vocals
Anja „Su’en -Chel“ Hunzinger – Keyboards
Nino „En-Atum“ Helfrich – Guitar
Robert „Abzu’Kean“ Altenbach – Guitar
Elias „Iš’Taru“ Knorr – Drums
Label: Scarlet Records
VÖ: 22. November 2024
Spieldauer: 46:51
Titelliste:
- Sun-God
- King Of Gods
- Aeon Gods
- Babylon Burning
- Enlil’s Command (The Flood pt. I)
- Nintu’s Lament (The Flood pt. II)
- Enki’s Grace (The Flood pt. III)
- The Descent
- Monsters Of Tiamat
- Tablet Of Destinies

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