Bewertung
Album (40%): 9/10
Cover-Art (20%): 8/10
Songwriting (40%): 9/10
ø: 8,8/10
Stormhunter aus Balingen (Baden-Württemberg) werfen ihren Power Metal bereits seit 1998 unters Volk. Mit einer vierjährigen Schaffenspause zwischen 2003 und 2007. Erst nach der Reunion erschien 2009 das selbstbetitelte Debüt-Album. Zwei weitere Alben folgten 2011 und 2014. Seitdem war, außer zwei Singles und zwei EPs zu Beginn der zwanziger Jahre, nicht viel zu hören. Es wurde also Zeit nach zehnjähriger Alben-Abstinenz einen neuen Longplayer zu produzieren. „Best Before: Death“ erblickte im März das Licht der Welt. Nachdem es in den Anfangsjahren doch diverse Besetzungswechsel gab, ist das Lineup nun seit mehr als zehn Jahren stabil. Eine eingespielte Truppe also. Das sollte eine gute Voraussetzung für Album Nummer vier sein.
„Morituri Te Salutant“ klingt italienisch. Fast. Es kommt aus dem Lateinischen und heißt „Die Sterbenden grüßen Dich“ (ist hier eventuell „Die Totgeweihten grüßen Dich“ gemeint?). Wie auch immer, der Song ist eh instrumental. Und geht so richtig ab. Also viel mehr als ein gewöhnliches Intro. Der erste „richtige“ Song ist somit „Reaper“. Hier ballern die Süddeutschen gleich richtig los. Vor allem das Schlagzeug treibt gnadenlos voran. Frank Urschler singt mit leicht kratziger Stimme. „Altar Of Illusions“ startet dann etwas ruhiger und mit schönen Gitarren-Melodien. Aber das ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Schon bald wieder losgeknüppelt. Es bleibt aber trotzdem melodisch. Mit großartigem hymnisch wirkenden Satzgesang. Dagegen wirkt „Nightmare“ sehr rhythmisch, trotz weiterhin hohem Tempos. Dem Songtitel alle Ehre machend. „Fallen Angel“ ist der längste Song des Albums, ganz im Stile einer großen Metal-Hymne. Meines Erachtens der absolute Höhepunkt des Albums. Dafür geht bei „Death“ erneut die Fahrt ab. Geradliniger Power Metal, mit großem Hit-Faktor und einem Wahnsinns-Gitarren-Solo, das von der Double Bass vorangetrieben wird. Mit „Empty Shell“ folgt eine weitere Metal-Hymne. „Vagabond“ ist ein erneuter Hochgeschwindigkeits-Parforce Ritt, bei dem sich die Gitarren wechselseitig den Ball zuwerfen. Und Stormhunter bleiben mehrsprachig. „Berceau De L’Enfer“ ist Französisch und bedeutet „Wiege der Hölle“. Und höllisch ist natürlich auch der Sound. „War Is Peace“ – ob diese Aussage wohl so stimmt? Zumindest kann man zu Beginn eine Spieluhr hören. Es wird auch mehr auf Melodie gesetzt als auf Hochgeschwindigkeits-Geknüppele. Eine weitere Hymne. Mit epischen Chorussen und großem Gitarren-Solo. Ganz zum Schluss folgt als Outro die instrumentale Power-Ballade „A Mourning In August“, wobei die Betonung ganz klar auf „Power“ liegt. Hier bestimmen die schönen Gitarren-Melodien. Und ein klassisches Fade Out wird abgeschlossen von Meeresrauschen.
Meines Erachtens ist „Best Before: Death“ ein überragendes Album. Hier wird Power Metal in Vollendung zelebriert. Das Songwriting ist abwechslungsreich, von Hochgeschwindigkeits Metal über Hymnen bis hin zur Ballade ist alles vorhanden, was dieses Genre ausmacht!
Stormhunter – Vagabond (official lyricvideo): https://youtu.be/xcPXAFVZ5N8?si=757_07E0fLPpet8K
Lineup:
Stefan Müller – Guitars
Frank Urschler – Vocals (lead)
Andreas Kiechle – Drums
Burkhard Ulrich – Guitars
Florian „Fritz“ Bernhard – Bass
Label: MDD Records
VÖ: 21. März 2024
Spieldauer: 47:58
Titelliste:
- Morituri Te Salutant (Instr.)
- Reaper
- Altar Of Illusions
- Nightmare
- Fallen Angel
- Death
- Empty Shell
- Vagabond
- Berceau De L’Enfer
- War Is Peace
- A Mourning In August (Instr.)
