Seeb war tatsächlich der erste, den ich kontaktierte – Interview mit Piano Black

Piano Black spielen symphonischen Opern Metal und stammen aus Dublin, der Hauptstadt von Irland. Stimmt nicht ganz. Sängerin Ana Marija Dundović stammt aus Kroatien und Gitarrist Mario Stojčić wohl ebenfalls. Wie auch immer, die erste EP „…Of Bygone Days“ wurde im Dezember 2020 veröffentlicht. Seinerzeit noch mit Unterstützung von der Gastmusikern. Inzwischen ist die Band zu einem Quartett angewachsen. Und dieses spielte dann auch das Debüt-Album „The Piper At The Gates Of Dawn“ ein, welches im November 2025 erschien, als fast fünf Jahre später. Es ist an der Zeit, den Musikern einige neugierige Fragen zu stellen. Sängerin Ana Marija Dundović und Gitarrist Mario Stojčić beantworteten diese.

KoR: Hallo, ich bin Rainer und schreibe für Keep on Rocking und das Metalheads Forever Magazine. Ich freue mich dieses Interview mit Euch zu führen, Wie geht es Euch?

PB: Hallo Rainer, es ist toll, mit dir über unser neues Album zu sprechen! Wir freuen uns sehr, mit dir zu plaudern.

KoR: Ihr seid eine noch junge Band und recht unbekannt. Stellt Euch bitte kurz vor.

PB: Wir sind Piano Black, eine Symphonic-Metal-Band aus Dublin, Irland. Wir verbinden düstere, cineastische Orchestrierung, Chöre und Operngesang mit modernem Metal. Gegründet um den Gitarristen und Komponisten Mario Stojčić, werden wir von der Sängerin Ana Marija Dundović repräsentiert, mit Paul Piszewski am Bass und John Howell am Schlagzeug. Wir waren Finalisten beim Wacken Metal Battle und sind bereits vielfach in Irland aufgetreten, unter anderem beim Siege of Limerick und beim Templemore Festival. Unser Debütalbum, gemischt und gemastert von Seeb von Orden Ogan und Angus McSix, ist am 30. November 2025 erschienen und markiert unseren Einstieg in die internationale Symphonic-Metal-Szene.

KoR: Ana und Mario stammen offensichtlich aus Kroation. Wie hat es Euch nach Irland verschlagen.

PB: Wir sind beide vor zehn Jahren nach Irland gezogen, und es ist wirklich zu unserer Heimat geworden. Letztes Jahr haben wir offiziell die irische Staatsbürgerschaft angenommen, was für uns ein sehr bedeutender Schritt war. Wir sind ursprünglich aus mehreren Gründen umgezogen, vor allem aber, um eine andere Kultur kennenzulernen und unseren Horizont zu erweitern. Wir haben das Leben hier lieben gelernt, daher war es für uns ganz selbstverständlich, hier zu bleiben.

KoR: Die Band wurde 2020 gegründet, von Ana Marija Dundović und Mario Stojčić. Im selben Jahr habt Ihr Eure erste EP eingespielt. Wie habt Ihr Eure drei Gastmusiker für die Studio-Aufnahmen gefunden?

PB: Wir haben unseren ehemaligen Schlagzeuger Josip aus Kroatien eingeladen, für zwei Tage zu uns zu fliegen, um die Schlagzeugparts für die EP aufzunehmen. Er kam an, nahm innerhalb eines sehr engen Zeitrahmens alles auf und flog am nächsten Tag zurück nach Kroatien. Der Zeitplan war zwar sehr straff, aber er ist ein echter Profi, sodass die Ergebnisse hervorragend waren.

Unser zweiter Gast war unser irischer Freund Dave, mit dem die Zusammenarbeit ein absolutes Vergnügen war und der sowohl die zweiten Gitarren- als auch die Bassparts aufgenommen hat. Interessanterweise war es nicht die größte Herausforderung, Gastmusiker zu finden – das eigentliche Hindernis war die Pandemie, die mitten im Aufnahmeprozess ausbrach. Die Reisebeschränkungen in Irland waren extrem streng, und das Studio in Limerick war etwa 300 km von unserem damaligen Wohnort entfernt. Trotz alledem haben wir es geschafft, und ich bin immer noch unglaublich stolz auf das Endergebnis, vor allem wenn man bedenkt, was wir alles überwinden mussten.

KoR: Inzwischen habt Ihr offensichtlich eine feste Besetzung. War es schwierig Miststreiter zu finden, die einen ähnlichen Musikgeschmack habt wie Ihr?

PB: Auf jeden Fall. Wir haben fast ein Jahr gebraucht, um den richtigen Schlagzeuger zu finden, da unser Stil ziemlich speziell ist, aber John hat sich als perfekte Besetzung erwiesen. Es war auch eine Herausforderung, einen Bassisten zu finden, der unsere Leidenschaft und unser Engagement für die Musik teilt, aber mit Paul haben wir genau den Richtigen gefunden. Das ist jetzt unsere feste Besetzung, und wir verstehen uns sehr gut. Tatsächlich ist die Chemie so gut, dass wir beschlossen haben, keinen zweiten Gitarristen fest aufzunehmen, sondern stattdessen für Live-Auftritte mit Gastmusikern zu arbeiten. Eine gute Atmosphäre innerhalb der Band ist unerlässlich – ohne sie kann man sich einfach nicht entspannen, sich nicht verbunden fühlen und nicht frei kreativ sein.

KoR: Ich bin begeistert von Anas klarem Opern-Sopran. Hatte bzw. hat sie eine gesangliche Ausbildung?

PB: Ja, ich habe einen Abschluss in klassischem Gesang und arbeite auch als Gesangslehrerin. Mit etwa 17 Jahren begann ich eine klassische Gesangsausbildung und entschied mich kurz darauf, den klassischen Gesang professionell zu betreiben. Während dieser Zeit sang ich in einem Opernchor, übernahm kleinere Rollen und trete weiterhin mit klassischem Repertoire auf. Musik war schon immer ein zentraler Bestandteil meines Lebens, und ich habe einen starken und vielfältigen Hintergrund in diesem Bereich.

KoR: Auf „…Of Bygone Days“ habt Ihr Euch inhaltlich von J.R.R Tolkien inspirieren lassen. Wovon handeln die Texte des aktuellen Albums?

PB: Nur ein Song auf der EP wurde direkt von Tolkien inspiriert – „Beside the Fire“. Das neue Album enthält eine neu arrangierte und neu aufgenommene Version dieses Titels sowie ein weiteres von Tolkien inspiriertes Stück mit dem Titel „King of the Mark“. Während einige Songs auf dem Album sehr persönlich sind, lassen sich andere von Themen, Ideen und Motiven inspirieren, die mich schon seit langem faszinieren.

KoR: Wie lief das Songwriting zu „The Piper At The Gates Of Dawn“ ab?

PB: Einige der Songs existierten bereits als Demos, als wir mit den Proben für die Albumaufnahmen begannen, während andere im Laufe der Zeit komponiert wurden. Nachdem alle Demos fertiggestellt waren, wurde die Orchesterpartitur separat geschrieben, um den Sound des Albums vollständig zu gestalten.

KoR: Das Album wurde von Sebastian Levermann (Orden Ogan) produziert. Wie kam es zu diesem Kontakt?

PB: Wir haben etwa einen Monat damit verbracht, unsere Optionen zu prüfen und zu besprechen, wen wir kontaktieren sollten, bevor der Aufnahmeprozess offiziell begann. Wir hörten uns Alben von Bands, die wir bewundern, genau an und konzentrierten uns auf die Qualität ihrer Produktion. Nachdem wir einige Namen in die engere Wahl genommen hatten, war Seeb tatsächlich der erste, den ich kontaktierte. Er antwortete schnell, sagte, dass ihm die EP gefiele und dass er sich eine Zusammenarbeit mit uns vorstellen könne. Wir waren total begeistert, und die Zusammenarbeit erwies sich als eine unglaubliche Erfahrung. Er ist nicht nur ein hervorragender Produzent, sondern auch ein wirklich großartiger Mensch, mit dem man gut zusammenarbeiten kann.

KoR: Häufig nehmen Produzenten auch Einfluss auf Song-Writing und Arrangement. Wie hat Seeb Euch diesbezüglich beeinflusst?

PB: Seeb hat einige großartige Vorschläge für das aktuelle Album gemacht, aber er war auch sehr gut darin, Dinge vorzuschlagen, von denen er dachte, dass sie funktionieren könnten, und Marios Vision zuzuhören. Ich finde es sehr wichtig, einen Studioproduzenten zu haben, der in der Lage ist, deine Vision in die Realität umzusetzen. Seeb hat mich dabei wirklich sehr unterstützt.

KoR: Seid Ihr zufrieden mit dem Ergebnis?

PB: Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Wir fühlen uns sehr inspiriert, einfach weiterzuarbeiten, und ich habe bereits begonnen, Demos für das nächste Album zu komponieren.

KoR: Wie waren die Reaktionen von den Fans und der Presse?

PB: Wir haben großartige Kritiken und Rückmeldungen erhalten, sowohl von der Presse als auch von Leuten, die unsere Musik entdeckt haben, und darüber sind wir sehr glücklich. Denn heutzutage ist die Konkurrenz riesig und es gibt so viele Bands, die versuchen, ihren Teil am Ruhm zu ergattern.

KoR: Wenn Ihr „The Piper At The Gates Of Dawn“ und „…Of Bygone Days“ miteinander vergleicht, welche Unterschiede gibt es zwischen den beiden Veröffentlichungen?

PB: Ich würde sagen, dieses Album ist ein natürlicher Schritt in unserer Entwicklung. „Of Bygone Days“ war der Ausgangspunkt – ein Versuch, eine junge Vision zum Leben zu erwecken. Seitdem ist diese Vision gereift und hat sich mit „The Piper at the Gates of Dawn“ zu ihrer endgültigen Form entwickelt, die weitaus komplexer, umfangreicher und raffinierter ist.

Eine interessante Anekdote zu „Of Bygone Days“ ist, dass es von Mika Jussila in den Finnvox Studios in Finnland gemastert wurde – dem gleichen Toningenieur, der auch die Veröffentlichungen von Nightwish mastert. Selbst ganz am Anfang haben wir also immer den höchstmöglichen Standard für unsere Musik angestrebt, und ich glaube, das neue Album beweist diese Ambition perfekt.

KoR: Werdet Ihr das Album auch live präsentieren? Oder arbeitet Ihr schon an neuem Song-Material?

PB: Wir haben das Album bereits am 21. November in Dublin vorgestellt und dabei die Bühne mit Fabienne Erni von Eluveitie geteilt, aber wir haben für das ganze Jahr Auftritte geplant, es stehen also noch viele Shows bevor.

KoR: Ich möchte mich noch einmal für das Interview bedanken. Wollt Ihr den Fans zum Schluss noch etwas sagen?

PB: Vielen Dank für eure Unterstützung, ohne euch wäre das alles nicht möglich! Haltet auch Ausschau nach der physischen Veröffentlichung des Albums und dem Merchandise, die Anfang dieses Jahres erscheinen werden! Stay Metal!

Piano Black sind:

Mario Stojčić – Guitars
Ana Marija Dundović – Vocals
John Howell – Drums
Paul Piszewski – Bass

Diskographie:

…Of Bygone Days – EP 2020
Higher – Single 2025
I Sit Beside The Fire And Think – Single 2025
Pride Of War – Single 2025
The Piper At The Gates Of Dawn – Album 2025

Social Media:

Bandcamp – https://blackpiano.bandcamp.com/
Facebook – https://www.facebook.com/blackpianoofficial/
Instagram – https://www.instagram.com/pianoblackie
Spotify – https://open.spotify.com/intl-de/artist/0kDB8hxxUkBkiAdy7QomXC
YouTube – https://www.youtube.com/channel/UCaSh5f71r5eg6rpyNu_RVqw
Amazon Music – https://www.amazon.com/music/player/artists/B07BSC8DYZ/piano-black
Apple Music – https://music.apple.com/us/artist/piano-black/1546133111

Digital-Patreon-Wordmark_Black

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..