Es geht auch darum, sich gegenseitig zu inspirieren – Interview mit Egeria

Fast jeden Tag erhalte ich eine Vielzahl von e-Mails mit der Bitte, Alben bzw. EP’s zu begutachten. Nur einen Bruchteil davon kann ich mir tatsächlich anhören. Egeria-1Zuletzt hatte ich mir unter anderem die EP „As Night Falls“ der niederländischen Band Egeria herausgepickt. Egeria sind angesiedelt im Symphonic Metal, ohne jedoch die typischen Klischees dieses Genres zu bedienen. Das war bereits die zweite EP, die die Band in Eigenregie produziert hat. Grund genug, einmal nachzufragen.

KoR: Hallo, ich bin Rainer und schreibe für Keep on Rocking. Es freut mich, dieses Interview mit Euch zu führen. Wie geht es Euch?

Egeria: Wir fühlen uns großartig, danke, dass Du gefragt hast. Wie geht es Dir? Wir freuen uns, dieses Interview mit Ihnen zu führen.

KoR: Danke, es geht mir gut.

Egeria existieren bereits seit 2013. Aber außerhalb Eurer Heimat ist die Band weitestgehend unbekannt. Stellt Euch bitte kurz vor.

Max, Joris: Für die Leser, die uns noch nicht kennen, wir sind eine Female Fronted Symphonic Metal Band aus den Niederlanden. Wir haben als Coverband angefangen, aber heute schreiben wir unsere eigene Musik, welche Metal mit Einflüssen aus progressiven und klassischen Genres kombiniert.

Egeria-3Unsere erste Demo-Veröffentlichung war eine kurze EP mit drei Songs, die mit geringem Budget aufgenommen wurde. Wir waren sehr zufrieden mit dem Sound und dem scheinbar nischenhaften Stil, den wir gefunden haben. Kürzlich haben wir eine zweite EP veröffentlicht. Fünf Songs, und dieses Mal ging das einher mit viel mehr Planung und Werbung.

Die Thematik unserer Musik verbindet Realität mit dunkler Fantasie. Wir schreiben gerne über die dunkelsten Tiefen, in denen Träume nicht mehr von der Realität zu unterscheiden sind.

KoR: Ihr habt zunächst Cover-Songs gespielt. Welche Bands standen da auf Eurem Programm und warum?

Nicole: Epica (natürlich), weil Simone mich dazu inspiriert hat, wieder zu singen. Ich denke, sie ist eine großartige Sängerin. Und dann auch Nightwish, weil wir uns von ihrer großartigen Musik inspirieren ließen. Es gab einige andere Bands, aber Epica und Nightwish waren die Hauptbands. Wenig später begannen wir, unsere eigene Musik zu schreiben.

KoR: Später starteten Sängerin Nicole und Keyboarder Max mit dem Schreiben eigener Songs. Welche Bands haben Euch dabei beeinflusst? Und bestand da nicht die Gefahr Eure Vorbilder einfach nur nachzuahmen?

Max: „Requiem Draconis“ war der erste Song, den ich jemals komponiert habe. Bis dahin hatte ich nur Musik gespielt, aber noch nie geschrieben. Egeria-8Ich wusste, dass ich das wollte, dass es etwas Großes und Episches ist, und ich ließ mich sehr von den Arbeiten von Two Steps from Hell inspirieren sowie von einer Story-Idee über einen Drachen und den Helden, der dazu bestimmt ist, ihn zu besiegen. Spätere Kompositionen wurden stark von klassischen Komponisten wie Beethoven, Mozart und Shubert sowie Bands wie Xandria, Within Temptation und Stream of Passion beeinflusst. Auf der Suche nach Inspiration besteht immer die Gefahr der Nachahmung, aber ich denke, dass wir es bisher geschafft haben, diese Inspirationen zu nutzen und daraus unser eigenes Ding zu machen.

KoR: Auf Eurer ersten EP „A Requiem of Shadows“ waren drei Songs. Auf „As Night Falls“ sind es fünf. Kann man davon ausgehen, dass Eure nächste Veröffentlichung ein vollständiges Album sein wird? 

Nicole: Na wer weiß ………Zwinkerndes Smiley

KoR: Mir gefällt Eure aktuelle EP recht gut. Vor allem, weil Ihr Euren eigenen Sound gefunden habt. Wie kommen diese Songs bei Eurem Live-Publikum an?

Egeria-4Max: Basierend auf dem, was wir sowohl von der Bühne aus als auch vor der Bühne hören und sehen, scheinen die Leute es zumeist sehr zu genießen, was uns sehr glücklich macht.

KoR: Ich habe mir mal auf der Encyclopaedia Metallum Eure Lineup-Wechsel angeschaut. Vor allem am Schlagzeug kam es häufig zu Umbesetzungen. Wie verkraftet eine kleine Band wie Egeria diese ständigen Wechsel?

Max, Nicole: Es ist nicht immer einfach, ohne einen regulären Schlagzeuger zu spielen. Glücklicherweise hatten wir großes Glück, großartige Ersatzmusiker wie Arbudon, den Schlagzeuger von Myrkvar, zu finden, der mit uns in den letzten beiden und den kommenden Live-Auftritten gespielt hat.

Wir suchen jedoch einen regulären Schlagzeuger, falls Ihr also jemanden kennt… Zwinkerndes Smiley

KoR: Die einzigen Konstanten im Lineup sind Nicole und Max. Liegt das Songwriting auf den Schultern der beiden Gründungsmitglieder? Oder werden sie auch von den jeweils aktuellen Bandmitgliedern unterstützt?

Max: In der Regel liefert Nicole eine thematische Idee oder Geschichte, mit der Max dann die Instrumentalarrangements für den Song schreibt. Dann schreibt Nicole die Gesangsparts und die Texte, und wir erarbeiten die instrumentale Vorlage und passen diesen an, wo es notwendig ist. Sobald alles fertig ist, nutzen unser Gitarrist und Bassist diese ENtwürfe, um ihre jeweiligen Parts zu fertigzustellen.

Egeria-6Mit Ausnahme von „Dawn Breaks“, welches komplett von Nicole selbst geschrieben wurde.

KoR: Aus den Niederlanden stammen eine Vielzahl bekannter Melodic / Symphonic Metal Bands. Aber auch in der zweiten oder dritten Reihe tummeln sich viele sehr gute Bands. Wie groß ist da der Konkurrenzdruck?

Nicole: Wir sehen es nicht als Wettbewerb, sondern als Gelegenheit, immer wieder neue Musik in diesem wundervollen Genre zu kreieren. Aber es ist nicht nur das, es geht auch darum, sich auf der Bühne zu finden und sich gegenseitig zu inspirieren.

KoR: Ich bedanke mich noch einmal für dieses Interview. Wollt Ihr den Fans zum Abschluss noch etwas sagen?

Egeria: Danke für die Unterstützung und wir hoffen, Euch eines Tages bei einem Live-Auftritt zu treffen!

Egeria sind:

Max Vijgen – Keyboards
Nicole de Ruiter – Vocals
Maurice Schepers – Guitars
Joris Janssen – Bass

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