Wir lieben definitiv unsere Opeth-Riffs – Interview mit Viper Soup Complex

25368457924_148c5eacbb_zDie maltesische Band Viper Soup Complex lernte ich im März 2016 beim Metal Over Malta Festival kennen. Von der Show der Band war ich äußerst angetan. Optisches wie musikalisches Aushängeschild ist Sängerin Annemarie Spiteri. Mit beeindruckenden schauspielerischen und gesanglichen Fähigkeiten zeigte sie eine durchaus verstörende Bühnenperformance. Dabei wurden die textlichen Inhalte der einzelnen Songs passend in Szene gesetzt. Gegründet wurden Viper Soup Complex bereits 2012. Aber erst vor wenigen Wochen erschien ihr Debüt-Album „Red Fugue“. Die Songs, die seit Jahren live präsentiert wurden, wurden nun im Studio produziert. Die Zeit ist also reif für ein kurzes Interview mit den Musikern.

KoR: Hallo Annemarie. Ich bin Rainer vom Keep On Rocking Mag Germany. Es freut mich, dass ich dieses Interview mit Euch machen kann. Über die Grenzen Eures Heimatlandes seid Ihr sicherlich wenig bekannt. Stellt Euch und die Band bitte kurz vor.

VSC: Hallo Rainer, danke, dass du uns diese Gelegenheit bietest. Also, ich bin Annemarie und ich bin die Sängerin der Band. Meine Aufgaben in der Band sind sehr unterschiedlich. Ich versuche, die Songs auf der Bühne zu spielen, indem ich sie dem Publikum mit Surrealem und Bizarrem Spiel darstelle. mit der Hoffnung, jedes Mal eine einzigartige Erzählung zu den Songs zu kreieren. Auf „Red Fugue“ habe ich den Text für „Vertebra“ geschrieben, während Michael den Text für den Rest des Albums geschrieben hat. Man kann sagen, dass das Konzept aus den seltsamsten, gruseligsten und schönsten Orten in seinem Kopf entstand. Auf den kommenden Alben möchte ich mich noch stärker einbringen. Michael ist auch Musiker und verleiht der Band ihren basslastigen Rhythmus.

_DSC1726-EditUrsprünglich im Jahr 2012 gegründet, besteht Viper Soup Complex aus fünf musikalischen Außenseitern, mit dem Rest der Band David Ciantar an den Keyboards, Melchior Busuttil am Schlagzeug und James Horton (dem letzten und jüngsten Spross der Band) an den Gitarren. Unsere Haupteinflüsse sind vielfältig und wir sind daran interessiert, dorthin zu gelangen, wohin uns unsere Lieder und Themen führen. Im Moment beschäftigen sich die Vipern wie immer damit, neues Material zu schreiben und das alte Material zu überarbeiten, während wir ihnen neue James Horton-Würze geben.

KoR: Zwischen Bandgründung und Albumdebüt liegen ca. sechs Jahre. Die Songs auf dem Album spielt Ihr schon seit längerem live. Warum hat es so lange gedauert, bis ihr diese im Studio aufgenommen habt?

VSC: Seit den ersten Tagen gab es in der Band eine Reihe von Besetzungswechseln, und die Songs wurden mit den Einflüssen und Beiträgen der neuen Musiker umgeschrieben. Bei den Aufnahmen hatten wir auch einige technische Probleme, weshalb wir unsere Pläne ändern mussten. Trotzdem präsentieren wir der Welt nach einer langen Schwangerschaftszeit stolz unser Erstgeborenes.

KoR: Im Vorgespräch hast Du mir einiges zu den Inhalten der Texte erzählt. Das liest sich wie kleine Geschichten aus der Feder eines Stephen King bzw. des deutschen Autors Wolfgang Hohlbein. Woher kommen die Ideen für diese Songtexte?

VSC: Die Inspiration zu den Themen entstammt verschiedenen Quellen. Manchmal können wir uns von unseren Träumen oder Albträumen inspirieren lassen, manchmal von Büchern oder Gemälden. Sogar die einzigartigen Erfahrungen, die wir durch Kontakte und gute Gespräche sammeln, kann uns manchmal zu unvorhersehbaren Orten ziehen. die uns mit den unerwartetsten Bildern und Geschichten versorgen. In unserer täglichen Arbeit arbeiten wir auch mit Menschen aus verschiedenen Lebensbereichen zusammen. Ich glaube, dass wir dadurch den Luxus haben, mit dem gesamten Kaleidoskop der „menschlichen Empfindungen“ in Kontakt zu sein. In einem bescheidenen Versuch, zu versuchen, sich selbst in dieser Welt (zusätzlich zu einer Prise Neugier) zu verstehen, kann gesagt werden, dass die „menschlichen Empfindungen“ eine weitere Hauptquelle unserer Inspiration sind.

_DSC1695-EditKoR: In „Vertebra“ schlagt Ihr dann den Bogen von der albtraumhaften Phantasie-Welt ins reale Leben. Die Gesellschaftskritik ist hier nicht zu überhören. Wie wichtig ist es für Euch als Künstler Postion zum aktuellen Tagesgeschehen zu ziehen?

VSC: Ich glaube, dass der Künstler als Persönlichkeit nicht von seiner/ihrer Menschlichkeit und vom Kontext (sowohl intern als auch extern) getrennt werden kann, der somit seine Realität und seine Bedeutung im Leben bestimmt. Daher denke ich, dass aktuelle Ereignisse Teil des „menschlichen Empfindens“ oder des Kontextes sein können, der uns zum Schreiben inspiriert. Dabei wird die Kraft der kollektiven Erfahrung (zu der auch der Künstler gehört) irgendwie heraufbeschworen und hat den rechtmäßigen Raum, durch eine weniger hemmungslose Ausdrucksform aufzublühen.

Dennoch glaube ich, dass der Hintergrund und der Kontext, in dem der Künstler lebt, in der Tat eine Suppe der Komplexität ist, die aus verschiedenen Zutaten und Gegenständen besteht. „Aktuelle Ereignisse“ ist nur eine der Zutaten in dieser Mischung. An verschiedenen Stellen im Leben des Künstlers können verschiedene Themen wichtiger sein als andere und daher mehr Einfluss auf die Erforschung von Musik und / oder Lyrik haben als andere.

KoR: Ich habe den Eindruck, dass Annemarie gesanglich voll in die Psyche der Frau eindringt. Dabei zieht sie alle Register ihrer stimmlichen Fähigkeiten, mal kraftvolle Rockstimme, mal Opern-Sopran mal bitterböse Growls. Ist es schwierig diese ständigen Wechsel der vielfältigen Gesangsstile live umzusetzen?

VSC: Das war anfangs sehr schwierig, aber durch den Einsatz von richtigen Gesangstechniken, Gesangsunterricht und viel Übung wurde es allmählich immer bequemer. Andererseits glaube ich, dass unsere Stimmen irgendwie eines der Elemente sind, die unsere Präsenz in der Welt bereichern, und in diesem Sinne, liebe ich es, jede Figur in unseren Geschichten mit einer unterscheidbaren Stimme für eine stärkere Präsenz auf der Bühne zu gestalten.

36966258451_9aa42e918d_zKoR: In Euren Live-Shows setzt Annemarie die Songtexte in eine theatralische, ja verstörende Choreographie um. Für mich ist das eine sehr gute schauspielerische Leistung. Ist das Natur-Talent oder hast Du Schauspiel-Unterricht genommen?

VSC: Vielen Dank Rainer. Nein, ich habe noch nie irgendwelchen Schauspielunterricht genommen, jedoch habe ich einige interessante Selbstentwicklungsprojekte in naher Zukunft geplant.

KoR: Im Rockforum der deutschen Social Media Plattform XING sagte ein Kollege „Stell dir vor: Jutta Weinhold singt bei Opeth.“ Ich finde diesen Vergleich sehr treffend. Wo seht ihr Eure musikalischen Einflüsse bzw. Vorbilder? Wie würdet Ihr Euren Sound beschreiben?

VSC: Wir lieben definitiv unsere Opeth-Riffs, aber ein Teil, was diese Band einzigartig macht, ist die Vielfalt der Einflüsse und die Art und Weise, wie wir versuchen, die Einflüsse anderer passend in unserer Musik umzusetzen. Zu den häufigsten, aber nicht einzigen Einflüssen zählen Prog Rock und Metal mit einem Hauch von Symphonic Metal und Jazz.

KoR: Wer ist bei Euch zuständig für das Songwriting? Habt ihr einen festen Komponisten und Texter, oder entwickelt Ihr die Songs gemeinsam im Probenraum?

VSC: Wir haben im Moment zwei feste Lyriker, hauptsächlich Michael Spiteri, der die meisten Texte auf „Red Fugue“ geschrieben hat, und Annemarie Spiteri, die den Text für „Vertebra“ geschrieben hat. Die Songs in Red Fugue wurden zumeist von Michael Spiteri und Owen Grech geschrieben. Die Songs werden jedoch vor allem nach Fertigstellung unseres Debütalbums hauptsächlich von allen weiterentwickelt. Durch jedes Mitglied wird in jedem neuen Song eine gemischte Palette von Musikgeschmack, Ideen, Fähigkeiten und Stimmungen dargestellt.

_DSC1587-Edit-2KoR: Fünf der sechs Songs auf Eurem Album habt ihr ja schon länger im Repertoire. Wird es demnächst auch neue Songs geben?

VSC: Oh, definitiv ja!! Tatsächlich arbeiten wir bereits an unserem zweiten Album, und wir haben bereits vier neue Tracks geschrieben. Die neuen Tracks wurden kürzlich in Polen bei unseren ersten Auslandsauftritt sowie bei anderen lokalen Veranstaltungen und Festivals gespielt. Im Moment arbeiten wir an dem fünften Track unseres neuen Albums und wir werden nicht so bald mit dem Schreiben aufhören.

KoR: Apropos zukünftig, Ihr seid ja bisher hauptsächlich in Eurem Heimatland aufgetreten. Habt Ihr für das nächste Jahr auch Auftritte auf dem europäischen Festland geplant?

VSC: Ja … und nicht nur einmal *zwinker*. Wir empfehlen Euch, auf unserer Facebook-Seite im nächsten Jahr weitere Informationen zu erhalten.

KoR: Noch einmal vielen Dank für das Interview. Möchtet Ihr zum Abschluss Euren Fans noch etwas sagen?

VSC: Danke, Rainer!! Ein wirklich interessantes Interview. Jeder, der daran interessiert ist, uns zu folgen, kann die folgenden Links nutzen:

YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCF8SWN3AEHGlaMV6bh3lhGQ
Facebook: https://www.facebook.com/vipersoupcomplex/
Instagram: https://www.instagram.com/vipersoup_official/

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